Medienmitteilung Freie Linke Schweiz 28.11.2021

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Die Freie Lin­ke Schweiz bedau­ert, dass das Schwei­zer Stimm­volk das revi­dier­te Covid-19-Gesetz an der Urne ange­nom­men hat. Wir bedau­ern, dass eine Neu­aus­rich­tung der gesam­ten Pan­de­mie­po­li­tik zur Zeit in der Schweiz schein­bar nicht mehr­heits­fä­hig ist. Dies wohl des­halb, weil der Bun­des­rat und die Par­tei­lei­tun­gen das Covid-Gesetz und die bun­des­rät­li­che Pan­de­mie­be­kämp­fung als alter­na­tiv­los dar­ge­stellt haben. Das Ver­spre­chen, mit einer hohen Impf­quo­te kön­ne die Gesamt­ge­sell­schaft wie­der in die »Nor­ma­li­tät« zurück­keh­ren, wur­de von einem Gross­teil der ver­un­si­cher­ten und ver­ängs­tig­ten Bevöl­ke­rung ger­ne aufgenommen.

Ob sich die­ses bun­des­rät­li­che Ver­spre­chen ein­lö­sen lässt, wer­den die nächs­ten Mona­te zeigen.

Die Mehr­heit der Stimm­be­völ­ke­rung will so schnell wie mög­lich aus der Kri­se kom­men und nimmt dafür Spal­tung, Kon­trol­le und Über­wa­chung in Kauf, dies mit der hoff­nungs­vol­len Zuver­sicht, dass all die­se Mass­nah­men nur vor­über­ge­hend sind. Wir sehen die Zustim­mung der Bevöl­ke­rung vor allem auch als Bekennt­nis zu den Wirt­schafts­hil­fen und damit zur Unter­stüt­zung der­je­ni­gen Men­schen, die durch die Kri­se in finan­zi­el­le Schwie­rig­kei­ten gera­ten sind.

Wir freu­en uns über die kla­re Zustim­mung zur Pfle­ge­in­itia­ti­ve. Das in den letz­ten zwan­zig Jah­ren kaputt­ge­spar­te Gesund­heits­sys­tem wur­de seit Beginn der Pan­de­mie zu kei­ner Zeit gestärkt. Weder die Anzahl Spi­tal­bet­ten noch die Anzahl Inten­siv­pfle­ge­bet­ten wur­den erhöht, noch gab es einen ernst­haf­ten Ver­such die Arbeits­be­din­gun­gen der Pfle­gen­den nach­hal­tig zu ver­bes­sern. Wir for­dern die rasche Umset­zung der Pfle­ge­in­itia­ti­ve. Wir sehen die Bereit­schaft der Gesamt­ge­sell­schaft die Gesund­heits­ver­sor­gung wie­der ver­mehrt staat­lich zu unter­stüt­zen und einen wei­te­ren, pro­fit­ori­en­tier­ten Abbau zu ver­hin­dern, bzw. rück­gän­gig zu machen.

Die Bevöl­ke­rung wur­de und wird immer noch von der Medi­en­be­richt­erstat­tung in Angst und Schre­cken ver­setzt. Die Poli­tik hat mit der Suche nach einem Sün­den­bock, den Unge­impf­ten, eine Spal­tung der Gesell­schaft pro­vo­ziert. Wir bedau­ern, dass wir in die­ser pola­ri­sier­ten Stim­mung unse­re Anlie­gen nicht bes­ser ein­brin­gen konn­ten. Die zen­tra­le Fra­ge, wie eine moder­ne, offe­ne Gesell­schaft mit dem Auf­tre­ten einer neu­en Krank­heit umge­hen soll, muss end­lich in den Mit­tel­punkt gestellt wer­den. Eine sach­li­che Dis­kus­si­on muss mög­lich blei­ben, bzw. über­haupt erst ermög­licht werden.

Statt der ver­un­si­cher­ten Bevöl­ke­rung mit Rat und Auf­klä­rung zur Sei­te zu ste­hen, wur­de ein­sei­tig auf pro­vi­so­risch zuge­las­se­ne und in Schnell­ver­fah­ren ent­wi­ckel­te Impf­stof­fe gesetzt und gleich­zei­tig die Bevöl­ke­rung dazu gedrängt, sich zu imp­fen. Die Ent­wick­lung medi­ka­men­tö­ser Behand­lung wur­de sträf­lich ver­nach­läs­sigt und eine Stär­kung des Immun­sys­tems durch die her­kömm­li­chen Mit­tel der gesun­den Ernäh­rung, Bewe­gung an der fri­schen Luft und alter­na­ti­ve Heil­mit­tel wur­den belä­chelt und diffamiert.

Die Freie Lin­ke Schweiz, ein Zusam­men­schluss von Men­schen mit poli­tisch lin­ker Ori­en­tie­rung, sehen sich durch den hohen Nein-Stim­men­an­teil in ihrer Kri­tik bestä­tigt. Wir setz­ten uns für eine Poli­tik ein, wel­che die Grund­rech­te der Men­schen respek­tiert und weh­ren uns gegen Spal­tung und Dis­kri­mi­nie­rung. Demo­kra­tie, Frei­heit und Mensch­lich­keit müs­sen bei allen Ent­schei­dun­gen von Par­la­ment und Bun­des­rat die Richt­schnur sein. Frei­heit soll in die­sem Zusam­men­hang nicht als Ego­is­mus ver­stan­den wer­den, son­dern als Frei­heit von Bür­ge­rin­nen und Bür­ger, die bei guter Infor­ma­ti­on und Bera­tung durch­aus wil­lens und in der Lage sind, sich rück­sichts­voll zu ver­hal­ten, den Mit­men­schen zu hel­fen und die Ver­letz­li­chen unter uns zu schüt­zen. Der hohe Nein-Stim­men­an­teil zeigt, wir sind nicht eine ver­schwin­dend klei­ne Min­der­heit und wir for­dern den Bun­des­rat und das Par­la­ment auf, sei­nen repres­si­ven Pfad zu ver­las­sen und die Zwangs-Mass­nah­men zu been­den. Nur so kann damit begon­nen wer­den, die wirk­li­chen Pro­ble­me zu lösen:

  • Pfle­ge­not­stand behe­ben, Erhö­hung der Kapa­zi­tä­ten der Akut­ver­sor­gung und Ver­bes­se­rung der Arbeits­be­din­gun­gen der Pflegenden
  • Unter­stüt­zung der Bevöl­ke­rung in der Prä­ven­ti­on von Krank­heit und wäh­rend einer Erkran­kung mit Bera­tung, Betreu­ung und medi­zi­ni­scher Behandlung
  • Kran­ken­tag­geld ab dem ers­ten Krankheitstag
  • För­de­rung des sozia­len Aus­tau­sches und der demo­kra­ti­schen Betei­li­gung, nie­mand soll allei­ne zurück­ge­las­sen werden
  • Exis­tenz­si­che­rung für alle Men­schen, die ihre Exis­tenz nicht selb­stän­dig sichern können

Mit dem hohen Nein-Stim­men­an­teil hat ein nam­haf­ter Anteil des Stimm­vol­kes erklärt, dass es einen Kurs­wech­sel will. Dies gilt es bei allen Ent­schei­dun­gen zu berück­sich­ti­gen und ent­spre­chend Alter­na­ti­ven zu den bis­her voll­zo­ge­nen Mass­nah­men auf­zu­zei­gen. Der sozia­le Frie­den in der Schweiz soll wie­der­her­ge­stellt wer­den, damit die Men­schen in die­sem Land wie­der zusammenfinden.

Zürich, 28. Novem­ber 2021

Freie Lin­ke Schweiz

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