Biontech vergesellschaften – die Gesundheitsversorgung sicherstellen

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In der Kri­se zei­gen sich die Schwach­stel­len. Das deut­sche Gesund­heits­sys­tem ist mit­nich­ten das bes­te Gesund­heits­sys­tem der Welt. Es droht zusam­men­zu­bre­chen, wenn es bei einer Bevöl­ke­rung von 83 Mil­lio­nen Men­schen zusätz­li­che 5000 Inten­siv­pa­ti­en­ten zu ver­sor­gen hat, so die Behaup­tung der Bun­des­re­gie­rung. Wie viel bes­ser ste­hen da ande­re euro­päi­sche Län­der dar? Wen­det man den Blick nach Nord­eu­ro­pa – nach Nor­we­gen, Däne­mark, Schwe­den oder Finn­land oder nach Ost­eu­ro­pa – nach Polen oder Ungarn, stellt man schnell fest, dass die Gesund­heits­sys­te­me die­ser Län­der unab­hän­gig von der Inzi­denz, die dort herrscht, kei­ne flan­kie­ren­den Maß­nah­men, wie flä­chen­de­cken­de 2G-Rege­lun­gen oder Impf­pflich­ten benö­ti­gen. In Polen gibt es zum Bei­spiel Kapa­zi­täts­ein­schrän­kun­gen in Hotel­le­rie und Restau­rants sowie Mas­ken­pflicht. Auch in Finn­land beschrän­ken sich die Regeln neben Kapa­zi­täts­be­schrän­kun­gen auf eine optio­na­le Anwen­dung des Covid-Pas­ses, der Mund­schutz­pflicht in öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln und der Emp­feh­lung zum Tra­gen eines Mund­schut­zes in Innen­räu­men. Bei einer Impf­quo­te in Polen von 54,1 % und wesent­lich mode­ra­te­ren Regeln als in Deutsch­land, scheint das pol­ni­sche Gesund­heits­sys­tem um Län­gen leis­tungs­fä­hi­ger zu sein als das deut­sche. Glaubt man den apo­ka­lyp­ti­schen Äuße­run­gen der Regie­rung, so scheint das deut­sche Gesund­heits­sys­tem dem Zusam­men­bruch nahe. Ein zusam­men­bre­chen­des Gesund­heits­sys­tem kann man der­zeit in Afgha­ni­stan beob­ach­ten. »Das afgha­ni­sche Gesund­heits­sys­tem, das weit­ge­hend von der inter­na­tio­na­len Gemein­schaft auf­ge­baut wur­de, ste­he vor dem Kol­laps«, zitiert die FAZ am 4.12.21 Vicky Aken von der ame­ri­ka­ni­schen Orga­ni­sa­ti­on Inter­na­tio­nal Res­cue Com­mi­tee. Die inter­na­tio­na­len Geber haben seit der Macht­über­nah­me der Tali­ban sämt­li­che Hil­fen gestri­chen. In Afghan­stan lei­den Kin­der an Durch­fall­erkran­kun­gen, sind unter­ernährt oder wer­den von ihren Eltern allein zurück­ge­las­sen, weil sie kei­ne Mit­tel haben, sich um die Kin­der zu kümmern.

Müs­sen wir uns in Deutsch­land jetzt tat­säch­lich mit Afgha­ni­stan in eine Rei­he stel­len? Es scheint fast so. Ein jun­ger afgha­ni­scher Migrant berich­te­te fas­sungs­los von sei­nem Kran­ken­haus­auf­ent­halt in Deutsch­land. Um 7 Uhr mor­gens hät­te er einen Ter­min für eine Ope­ra­ti­on in einem Kran­ken­haus gehabt. Er durf­te nichts geges­sen haben und muss­te dann bis nachts um 1 war­ten, bis er mit sei­ner Ope­ra­ti­on an die Rei­he gekom­men war. Noch mehr ent­setz­te ihn, dass außer weni­gen Ärz­ten schein­bar kei­ne Deut­schen in dem Kran­ken­haus arbei­te­ten. »Die Kran­ken­schwes­tern konn­ten noch weni­ger Deutsch als ich«, berich­te­te er: »Ich habe gar nicht ver­stan­den, was sie von mir woll­ten.« So etwas hät­te er noch nie in sei­nem Leben erlebt.

Es könn­te Licht am Ende des Tun­nels für das deut­sche Gesund­heits­we­sen geben. Gewin­ner der Pan­de­mie ist das Main­zer Unter­neh­men Bio­n­tech. Bei einem Umsatz von 6,1 Mil­li­ar­den Euro betrug der Net­to­ge­winn des Unter­neh­mens im 3. Quar­tal 2021 3,2 Mil­li­ar­den Euro (Han­dels­blatt 9.11.21). Hoch­ge­rech­net auf das gan­ze Jahr wäre das ein Gewinn von ca. 12 Mil­li­ar­den Euro bei einem Umsatz von ca. 24 Mil­li­ar­den Euro. Die Aus­ga­ben des Bun­des im Gesund­heits­etat belie­fen sich im Jahr 2020 auf 36,3 Mil­li­ar­den Euro. Ein Zufluss von ca. 12 Mil­li­ar­den Euro ins deut­sche Gesund­heits­sys­tem erscheint vor dem Hin­ter­grund der anste­hen­den neu­en Beschrän­kun­gen bit­ter nötig. Ins­be­son­de­re da der Impf­stoff nicht die gewünsch­te Wir­kung einer ste­ri­len Immu­ni­tät bie­tet. Es ist abso­lut unver­ständ­lich, dass die Bür­ger neue Ein­schrän­kun­gen hin­neh­men müs­sen, dass klei­ne Unter­neh­men in der Kultur‑, Ver­an­stal­tungs- und Frei­zeit­bran­che sowie die Gas­tro­no­mie am Abgrund ste­hen, dass schon wie­der Lock­downs oder Schul­schlie­ßun­gen dis­ku­tiert wer­den, wäh­rend Bio­n­tech den größ­ten Teil des Kuchens nach Hau­se trägt. Des­halb ist die For­de­rung: Ver­ge­sell­schaf­tung von Bio­n­tech und Zufüh­rung der Gewin­ne ins Gesund­heits­sys­tem überfällig.

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