EINIGE GEDANKEN….. ZUR GEWALT ANLÄSSLICH DER ESKALIERENDEN VERHÄLTNISSE AUF DEN STRASSEN DEUTSCHLANDS

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Von Men­schen aus unse­rem Kreis, ist schon vor lan­ger Zeit ein Flug­blatt mas­sen­haft ver­brei­tet wor­den, wel­ches sich mit der Gewalt­pro­ble­ma­tik aus­ein­an­der­ge­setzt hat. Wir möch­ten anläss­lich der aktu­el­len Situa­ti­on die­se Fra­ge noch ein­mal aufgreifen.

Für die Beur­tei­lung von gewalt­tä­ti­gen Vor­gän­gen, stellt sich unse­rer Mei­nung nach immer die grund­sätz­li­che Fra­ge: WER WEN­DET ZU WEL­CHEM ZWECK GEWALT AN? Zusätz­lich spielt in die­sem Zusam­men­hang natür­lich auch immer die abwä­gen­de Über­le­gung der Ver­hält­nis­mä­ßig­keit der Gewalt­an­wen­dung eine Rolle.

Bei den Mas­sen­ak­tio­nen, die der­zeit in den Stra­ßen unse­res Lan­des statt­fin­den, hört man immer wie­der die For­de­rung von Teil­neh­mern, dass es fried­lich sein muss bei die­sen Mani­fes­ta­tio­nen. Und immer noch kom­men mas­sen­haft Apel­le an den ein­ge­setz­ten Poli­zei­ap­pa­rat, doch die Hel­me abzu­neh­men und sich dem Pro­test anzu­schlie­ßen. Ja, es gibt auch Durch­brü­che durch Poli­zei­sper­ren, die aber ganz über­wie­gend nur in einem durch­drän­geln durch sol­che Poli­zei­ab­sper­run­gen besteht und es kommt dar­über hin­aus auch zu kör­per­li­chen Aus­ein­an­der­set­zun­gen. Die Haupt­fra­ge wel­che im Raum steht ist doch aber, wel­ches Ziel ver­folgt eigent­lich der­je­ni­ge, wel­cher Gewalt anwendet?

Und da gibt es ja im pri­va­ten und gesell­schaft­li­chen Leben so eini­ge Bei­spie­le dafür, dass es auch zwin­gend not­wen­dig sein kann, Gewalt anzu­wen­den, auch wenn man eher eine per­sön­li­che Hal­tung der Gewalt­lo­sig­keit pflegt und ver­in­ner­licht hat. Aber wer wird schon taten­los dane­ben­ste­hen, wenn bspw. einer Frau sexu­el­le Gewalt ange­tan wird, oder wenn einem Kind Gewalt ange­tan wird. Auch ande­re unbe­rech­tig­te Angrif­fe auf belie­bi­ge Men­schen, wer­den doch in der Regel Beob­ach­ter dazu ani­mie­ren ein­zu­grei­fen. Manch­mal nur ver­bal, aber oft­mals auch eher hand­fest, so sie kör­per­lich dazu in der Lage sind. An sol­chen Bei­spie­len wird dann aber auch sehr deut­lich, dass nicht die Gewalt­an­wen­dung per se ver­ur­teilt wer­den kann, son­dern dass es schon sehr auf die genau­en Umstän­de ankommt, bei denen Gewalt ange­wen­det wird und wor­in das Ziel für die Gewalt­an­wen­dung besteht.

Nun gibt es ja in unse­rem Gesell­schafts­sys­tem auch nicht nur die Fäl­le von Gewalt­an­wen­dung, wel­che in direk­ter kör­per­li­cher Gewalt durch­ge­führt wer­den, son­dern bru­ta­le Gewalt kommt ja teil­wei­se durch die Hin­ter­tür in die Gesell­schaft. Wenn Men­schen wegen kapi­ta­lis­ti­scher Ren­di­te­er­wä­gun­gen ihren Arbeits­platz ver­lie­ren, kann dies für vie­le Men­schen schon eine sehr bru­ta­le Erfah­rung bedeu­ten. Wenn Men­schen ihre Woh­nung ver­lie­ren, weil sie durch vor­her beschrie­be­ne Vor­gän­ge nicht mehr in der Lage sind, die hor­ren­de Mie­te zu bezah­len, oder sie aus Spe­ku­la­ti­ons­grün­den aus ihren Woh­nun­gen ver­trie­ben wer­den, so ist dies unse­rer Mei­nung nach durch­aus mas­si­ve Gewalt­an­wen­dung durch ein Sys­tem, in dem ins­be­son­de­re arbei­ten­de Men­schen nichts zäh­len. Sol­che Umgangs­wei­sen kön­nen ja durch­aus betrof­fe­nen Men­schen die Gesund­heit kos­ten, teil­wei­se sogar das Leben. Wenn in den Kran­ken­häu­sern und Pfle­ge­hei­men unse­res Lan­des, wel­che sys­te­ma­tisch her­un­ter­ge­spart wur­den und wer­den, aus denen die Beschäf­tig­ten zum Teil schon ver­zwei­felt flie­hen, weil sie den Druck der Arbeits­ver­dich­tung nicht mehr ertra­gen und ins­be­son­de­re den Wider­spruch nicht mehr ertra­gen zwi­schen ihrem ethi­schen und beruf­li­chen Min­dest­an­spruch und der Rea­li­tät der per­ver­sen pro­fit­ori­en­tier­ten kapi­ta­lis­ti­schen soge­nann­ten Gesund­heits­ver­sor­gung, so ist auch dies eine deut­li­che Form der Gewalt in die­ser Gesellschaft.

Inter­es­san­ter­wei­se ist dies aber eine Gewalt, die oft­mals sehr ange­se­hen ist im aktu­ell herr­schen­den kapi­ta­lis­ti­schen Sys­tem. Tol­le Leu­te, wel­chen es gelingt ihre Beleg­schaf­ten der­ma­ßen über den Tisch zu zie­hen, dass es in der Kas­se nur so klin­gelt. Ganz cle­ve­re Typen, die Mie­tern, ihre noch preis­wer­ten Woh­nun­gen abluch­sen kön­nen, teil­wei­se durch­aus auch mit offen kri­mi­nel­len Metho­den, um sie dann mit einem Viel­fa­chen an Gewinn zu ver­hö­kern. Zur Absi­che­rung sol­cher Machen­schaf­ten hat ein kapi­ta­lis­ti­scher Staat sich dann ent­spre­chen­de Insti­tu­tio­nen und Appa­ra­te geschaf­fen, die die­ses Sys­tem auch abde­cken und schüt­zen. Zu Tage trat dann der tat­säch­li­che Cha­rak­ter sol­cher Insti­tu­tio­nen immer dann, wenn die erlaub­ten, meis­tens auch nicht sehr wirk­sa­men Vor­ge­hens­wei­sen igno­riert wur­den und tat­säch­lich erfolg­ver­spre­chen­de Hand­lun­gen voll­zo­gen wur­den. Ernst­haft und gut orga­ni­sier­te Streiks, Haus­be­set­zer­be­we­gung und Haus­be­set­zun­gen, konn­ten durch­aus an der einen oder ande­ren Stel­le etwas bewir­ken. Aber da die­ses Sys­tem, wel­ches sol­che Ver­hält­nis­se her­vor­bringt, wei­ter besteht, holt es sich die erkämpf­ten Erfol­ge immer wie­der zurück und teil­wei­se ver­schär­fen sich die Ver­hält­nis­se auch noch.

Die ach so ver­pön­te Gewalt wird bei sol­chen und ähn­li­chen Anläs­sen dann doch ganz ger­ne und teil­wei­se sehr exzes­siv gegen die Men­schen ein­ge­setzt, die hier eine gesell­schaft­li­che Ver­bes­se­rung durch­set­zen wol­len. Sie wird nicht gegen Spe­ku­lan­ten ein­ge­setzt, die hier guten und preis­wer­ten Wohn­raum ver­rot­ten las­sen, son­dern gegen Men­schen, die dage­gen vor­ge­hen. Sie wird nicht gegen Geschäfts­lei­tun­gen ein­ge­setzt, die ihren Beleg­schaf­ten aus­rei­chen­den Lohn und ver­nünf­ti­ge Arbeits­be­din­gun­gen ver­wei­gern, son­dern nicht sel­ten gegen Kol­le­gen, die gegen sol­che Ver­hält­nis­se den Kampf auf­ge­nom­men haben. Es ist doch aber nur zu berech­tigt, gegen sol­che, die Bedürf­nis­se der Mehr­heit der Gesell­schaft mit Füs­sen tre­ten­den Ver­hält­nis­se eine Gegen­macht zu orga­ni­sie­ren, das ergibt sich doch im Grun­de ganz auto­ma­tisch. Kämp­fe­ri­sche Gewerk­schaf­ten und revo­lu­tio­nä­re Orga­ni­sa­tio­nen drän­gen sich ja da bei­spiels­wei­se förm­lich auf.

Und es ist ja auch nicht so, dass es sol­che gesell­schaft­li­chen Erfah­run­gen nun zum ers­ten Mal gibt. Die gan­ze Mensch­heits­ge­schich­te ist doch eine Anein­an­der­rei­hung von Rebel­lio­nen und Revo­lu­tio­nen und dar­aus resul­tie­ren­den gesell­schaft­li­chen Umbrü­chen. Und das wird mit dem Unter­gang des kapi­ta­lis­ti­schen Sys­tems ja auch nicht enden. Aktu­ell schrei­en ja die Ver­hält­nis­se regel­recht nach gesell­schaft­li­cher Orga­ni­sie­rung und Gegen­macht und zwar in Rich­tung Fort­schritt. Was der kapi­ta­lis­ti­sche Staats­ap­pa­rat der­zeit an Unter­drü­ckung prak­ti­ziert, das haben die meis­ten Men­schen lan­ge nicht zu spü­ren bekom­men. Mal abge­se­hen von Kom­mu­nis­ten und ande­ren fort­schritt­li­chen Men­schen, die sich durch­ge­hend für die Erset­zung des kapi­ta­lis­ti­schen Sys­tems ein­ge­setzt haben und immer im Fokus des Unter­drü­ckungs­ap­pa­ra­tes stan­den und stehen.

Der­zeit wird prak­tisch gegen die Gesamt­be­völ­ke­rung vor­ge­gan­gen, aus­ge­nom­men ist die eige­ne Sipp­schaft der Herr­schen­den und diver­se anhän­gen­de Spei­chel­le­cker. Ein Groß­teil der Men­schen wird hier zu Sachen gezwun­gen die man sich vor kur­zem gar nicht vor­stel­len konn­te. Vie­le sind sehr unzu­frie­den mit den aktu­el­len Drang­sa­lie­run­gen, wagen sich der­zeit aber auch noch nicht dage­gen auf­zu­ste­hen. Vie­le ande­re sind von Anfang an dage­gen auf­ge­stan­den und muss­ten sehr viel erdul­den von den staat­li­chen Unter­drü­ckungs­ap­pa­ra­ten. Es wur­de hier inzwi­schen unter dem Vor­wand der Gesund­heits­für­sor­ge durch­aus eine Dik­ta­tur errich­tet, dass vie­le Men­schen dage­gen auf­ste­hen, ist ja nur logisch und nach­voll­zieh­bar. Dass sol­che Vor­ge­hens­wei­se in den zwan­zi­ger Jah­ren des 21. Jahr­hun­derts auf Bevöl­ke­run­gen stößt, die sich das nicht ein­fach mal so gefal­len las­sen, war doch eigent­lich eben­falls abseh­bar. Aber da sind schein­bar die herr­schen­den Krei­se sol­cher Sys­te­me dann auch nicht mehr lernfähig.

Eine Pro­test­be­we­gung gegen die Maß­nah­men der Coro­na-Dik­ta­tur, trifft hier momen­tan auf das Vor­han­den­sein einer gro­ßen Empö­rung in der Bevöl­ke­rung, bezüg­lich der staat­li­chen Maß­nah­men. Die Argu­men­ta­ti­on der Herr­schen­den bezüg­lich ihrer Unter­drü­ckungs­maß­nah­men, trifft auf deut­li­cher wer­den­de Skep­sis in brei­ten Tei­len der Bevöl­ke­rung. Viel zu ver­lo­gen, viel zu wider­sprüch­lich sind so vie­le Ver­laut­ba­run­gen der Herr­schen­den und ihrer bezahl­ten Lakai­en. Wen wundert’s, dass Pro­tes­te der Demo­kra­tie­be­we­gung immer stär­ke­ren Zulauf haben? Dass sich die Pro­tes­tie­ren­den nicht ein­fach mal so die Stra­ße ver­bie­ten las­sen wol­len, ist doch nur zu ver­ständ­lich und wäre in einer auch nur bür­ger­li­chen Demo­kra­tie auch kei­ne Fra­ge. Vie­len die­ser empör­ten Men­schen wird wahr­schein­lich gera­de teil­wei­se sehr schmerz­haft bewusst, war­um ein der­ma­ßen auf­ge­bläh­ter, schwer­be­waff­ne­ter Appa­rat, zwar nicht wil­lens ist gegen die Kri­mi­na­li­tät in die­sem Lan­de aus­rei­chend vor­zu­ge­hen, aber zu hun­der­ten, teil­wei­se zu Tau­sen­den bereit­steht, um sie an der Wahr­neh­mung ihrer demo­kra­ti­schen Rech­te zu hin­dern. Und so soll­te sich viel­leicht der eine oder ande­re, der sowohl die staat­li­che Het­ze gegen die Demo­kra­tie­be­we­gung, aber auch die ver­leum­de­ri­sche Bericht­erstat­tung der im Grun­de genom­men als Staats­me­di­en ein­zu­ord­nen­den Medi­en noch irgend­wie ernst nimmt, viel­leicht doch mal einen etwas kri­ti­sche­ren Blick auf die Vor­gän­ge richten.

Die­ser Text erschien zuerst bei Eini​ge​-Gedan​ken​.de

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