Die Methodik des Klimaalarmismus

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Mag­Ma ver­öf­fent­licht hier in locke­rer Fol­ge vier Arti­kel des Blogs Auf­ruhr­ge­biet, die sich kri­tisch mit dem offi­zi­el­len Kli­manar­ra­tiv aus­ein­an­der­set­zen. Dass Kri­tik auch aus dem sozia­lis­ti­schen Umfeld kommt, mag auf den ers­ten Blick ver­wun­dern, denn »sci­ence is sett­led« heißt es doch aller­or­ten. 97% aller Wis­sen­schaft­ler gin­gen vom men­schen­ge­mach­ten Kli­ma­wan­del aus, behaup­tet zumin­dest der neo­li­be­ra­le Pro­pa­gan­dist Rezo. Aber stimmt das über­haupt? Und selbst wenn letz­te­res zutref­fen wür­de, belegt es noch lan­ge nicht die Wahr­heit der Behaup­tun­gen, zumal die Wahr­heit- oder Falsch­heit wis­sen­schaft­li­cher Theo­rien kei­ne Fra­ge von Mehr­heits- oder Kon­sens­ent­schei­dun­gen ist und schon gar nicht eine der Welt­an­schau­ung. Eins steht jeden­falls fest: Wäh­rend die »Sach­stands­be­rich­te« des IPCC immer hys­te­ri­scher wer­den, wird das Kli­manar­ra­tiv im Schat­ten der ver­meint­li­chen »Coro­na-Pan­de­mie« für einen bis­her unge­ahn­ten Angriff auf den Lebens­stan­dard der Werk­tä­ti­gen genutzt. Die Ener­gie- und Lebens­mit­tel­prei­se errei­chen unter ande­rem dank der CO2-Steu­er immer neue Höchst­stän­de, Black­outs wer­den wahr­schein­li­cher. Die­se Ent­wick­lung haben weni­ge kri­ti­sche Lin­ke schon 2019 ange­sichts der dama­li­gen Fri­days-for-Future-Demons­tra­tio­nen vor­her­ge­se­hen. Damals wur­den sie vom lin­ken Main­stream als »Kli­ma­l­eug­ner« geschmäht. Heu­te haben sich ihre Vor­aus­sa­gen lei­der bestä­tigt. Grund genug auch für Lin­ke, das offi­zi­el­le Kli­manar­ra­tiv kri­tisch zu hin­ter­fra­gen. Die Die­se Kri­tik soll­te nicht Autoren wie Frank Hen­ning und Fritz Vah­ren­holt aus dem rechs­so­zi­al­de­mo­kra­ti­schen oder libe­ral-kon­ser­va­ti­ven Umfeld über­las­sen wer­den. Sie brin­gen zwar häu­fig ein gro­ßes Fach­wis­sen mit, aber gar­nie­ren die­ses mit Angrif­fen auf den Sozia­lis­mus oder das, was sie dar­un­ter ver­ste­hen. Über­lässt die poli­ti­sche Lin­ke aber wich­ti­ge The­men der Rech­ten, dann stärkt sie damit letzt­lich nur die­se, schwächt sich sel­ber und unter­wirft sich zudem noch der desas­trö­sen Poli­tik der Herr­schen­den. Mag­Ma ist als Publi­ka­ti­on des Netz­werks Lin­ker Wider­stand strö­mungs­über­grei­fend, die Sei­ten­hie­be gegen den soge­nann­ten »Sta­li­nis­mus« drü­cken wie jeder nament­lich gekenn­zeich­ne­te Text ledig­lich die Mei­nung des jewei­li­gen Autors aus.

In jeder Wis­sen­schaft wer­den Aus­sa­gen, Geset­ze und Model­le anhand empi­ri­scher Fak­ten, Daten, Sta­tis­ti­ken und Expe­ri­men­ten über­prüft. Nur dann, wenn die­se eine The­se bestä­ti­gen, kann eine wis­sen­schaft­li­che Posi­ti­on als begrün­det, als Theo­rie gel­ten. Frei­lich stützt sie sich aber immer auch auf bestimm­te Prä­mis­sen und Annah­men, die (noch) nicht beweis­bar sind. Inso­fern stellt jedes wis­sen­schaft­li­che Gesetz nur eine vor­läu­fi­ge, rela­ti­ve Wahr­heit dar, die in Zukunft ver­bes­sert, prä­zi­siert, ergänzt oder sogar ganz oder in Tei­len wider­legt wer­den wird. Wir kön­nen die objek­ti­ve Rea­li­tät nicht voll­stän­dig erken­nen, son­dern sie nur teil­wei­se, aber auch immer genau­er erfassen.

Von Tei­len der Kli­ma­wis­sen­schaft, v.a. aber von den Groß­me­di­en und der Poli­tik wird seit Jahr­zehn­ten die The­se ver­brei­tet, dass wir uns in einer sich ver­schär­fen­den Kli­ma­ka­ta­stro­phe befän­den, die v.a. durch die CO2-Emis­sio­nen des Men­schen ange­trie­ben wür­de. Im Fol­gen­den wol­len wir skiz­zie­ren, mit­tels wel­cher Metho­dik die »Alar­mis­ten« zu die­ser Behaup­tung kom­men und war­um deren Metho­dik unwis­sen­schaft­lich ist.

1. Ahistorismus

Die »popu­lä­ren« und media­len Dar­stel­lun­gen des Kli­mas, v.a. der Tem­pe­ra­tur, betrach­ten meist einen rela­tiv kur­zen Zeit­raum. Die­ser beginnt frü­hes­tens um 1850, dem Anfang der Indus­tria­li­sie­rung, oft Jahr­zehn­te spä­ter. Natür­lich ist es legi­tim, das aktu­el­le Kli­ma mit frü­he­ren Peri­oden zu ver­glei­chen, die Fra­ge ist nur, mit wel­chen – und was dar­aus abge­lei­tet wird. Um 1850 war es beson­ders kalt, wes­halb die Kli­ma­pha­se, die damals ende­te, auch »Klei­ne Eis­zeit« genannt wird. Dass es danach wie­der wär­mer wur­de, ist also ziem­lich normal.

Die Betrach­tung nur einer kur­zen Kli­ma­pe­ri­ode führt zu einem ver­zerr­ten Bild. Betrach­tet man näm­lich einen län­ge­ren Zeit­raum als nur etwa 150 Jah­re, stellt sich die Sache ganz anders dar. Der sinn­volls­te Ver­gleichs­ab­schnitt ist das Holo­zän, die Kli­ma­pe­ri­ode, die vor ca. 10.000 Jah­ren nach dem Ende der letz­ten Eis­zeit begann. Die fol­gen­de Gra­fik zeigt für den Tem­pe­ra­tur­ver­lauf eine Art unre­gel­mä­ßi­ge Sinuskurve:

Auch wenn die Tem­pe­ra­tur­an­ga­ben hier auf­grund der Daten­la­ge nur unge­fäh­re sind, erlau­ben sie doch grund­sätz­li­che Schluss­fol­ge­run­gen und wer­den auch durch immer mehr empi­ri­sche Befun­de gestützt, so u.a. die sog. Mit­tel­al­ter­li­che Warm­zeit, die inzwi­schen durch hun­der­te Stu­di­en als glo­ba­les Ereig­nis belegt ist. Das Holo­zän zeigt peri­odisch schwan­ken­de Tem­pe­ra­tu­ren mit einer Ampli­tu­de von ca. zwei Grad (Durch­schnitts­tem­pe­ra­tu­ren!).

Wenn heu­te behaup­tet wird, dass wir einen Tem­pe­ra­tur­an­stieg von ca. 1,1 Grad seit 1850 hat­ten, so wird damit das Bild einer gra­vie­ren­den, ja bedroh­li­chen Erwär­mung gezeich­net. Doch anstatt das gegen­wär­ti­ge Tem­pe­ra­tur­ni­veau mit dem des holo­zä­nen Durch­schnitts zu ver­glei­chen, wird als Bezug gera­de einer der käl­tes­ten Abschnit­te, die »Klei­ne Eis­zeit«, her­an­ge­zo­gen. Anstatt einer nor­ma­len Wie­der­erwär­mung, die so im Holo­zän schon mehr­fach statt­fand, wird die Erwär­mung seit 1850 als außer­ge­wöhn­lich dar­ge­stellt. Man ver­gleicht fak­tisch Som­mer mit Win­ter und wun­dert sich dann, dass es im Som­mer wär­mer ist. Ver­gleicht man hin­ge­gen unse­re jet­zi­ge Warm­pha­se mit ande­ren Warm­pha­sen des Holo­zäns, zeigt sich ein ganz nor­ma­les Tem­pe­ra­tur­ni­veau, ja es liegt tw. noch unter denen frü­he­rer Warm­pha­sen. Auch das Anstiegs­tem­po ist kei­nes­wegs anor­mal, es gab frü­her schon weit stei­le­re Anstie­ge in kür­ze­rer Zeit.

Der ers­te metho­di­sche Feh­ler der Alar­mis­ten besteht also dar­in, einen irre­füh­ren­den Ver­gleich von Kli­ma­pha­sen vor­zu­neh­men und den größ­ten Teil der (für uns rele­van­ten) Kli­ma­ge­schich­te aus­zu­blen­den. Die Metho­de des Alar­mis­mus ist daher ahistorisch.

2. Monokausalität statt Dialektik

Die Grund­the­se des Alar­mis­mus besteht dar­in, das COals »den« oder als einen sehr wich­ti­gen Kli­ma­fak­tor anzu­se­hen. Als Beleg wird ein kau­sa­ler Zusam­men­hang zwi­schen der Erwär­mung der ver­gan­ge­nen 150 – 170 Jah­re und dem zeit­gleich von ca. 280 auf heu­te 410 ppm gestie­ge­nen atmo­sphä­ri­schen CO2-Gehalt her­ge­stellt, der sicher weit­ge­hend durch den Men­schen her­vor­ge­ru­fen wur­de. Aller­dings fehlt für die Kau­sal­zu­sam­men­hang CO2 -Tem­pe­ra­tur jeder Beweis. Es gibt weder dies­be­züg­li­che Expe­ri­men­te (die es gibt, bewei­sen alles Mög­li­che, aber nicht die star­ke Erwär­mungs­wir­kung von CO2). Auch für frü­he­re Tem­pe­ra­tur­ver­än­de­run­gen im Holo­zän kann kein Zusam­men­hang mit dem COfest­ge­stellt wer­den. Eis­bohr­kern­ana­ly­sen (die nicht sehr zuver­läs­sig sind) zei­gen eher einen umge­kehr­ten Zusam­men­hang der­ge­stalt, dass das CO2  dem Tem­pe­ra­tur­ver­lauf folgt. Tat­säch­lich ist es in der Wis­sen­schaft unbe­strit­ten, dass eine Erwär­mung der Mee­re dazu führt, dass von die­sen mehr CO2 frei­ge­setzt wird. Über­haupt: Wie soll der Anstieg des CO2-Gehalts um 130 ppm, also um nur reich­lich ein (!) CO2-Mole­kül pro 10.000 (!) Luft­mo­le­kü­le für eine spür­ba­re Tem­pe­ra­tur­er­hö­hung sorgen?!

Gegen die The­se vom CO2 als einem zen­tra­len Kli­ma­fak­tor spricht auch, dass par­al­lel zum Anstieg des CO2-Gehalts die Tem­pe­ra­tur manch­mal über Jahr­zehn­te anstieg (1910 – 40, 1980er und 90er), manch­mal aber auch absank (1940 – 75) oder sta­gnier­te (2000 – 15). Wenn CO2 ein star­ker Fak­tor wäre, dürf­ten sol­che rela­tiv lan­gen peri­odi­schen Abwei­chun­gen von der Grund­ten­denz nicht auf­tre­ten oder aber CO2 wirkt eben gar nicht so stark wie behauptet.

Kli­ma und Wet­ter hän­gen von vie­len Fak­to­ren ab. Jede ernst­haf­te Wis­sen­schaft wür­de also ver­su­chen, die­se Fak­to­ren und ihre (mög­li­chen) Inter­ak­tio­nen genau­er zu erfor­schen, um ein mög­lichst genau­es Gesamt­bild zu erhal­ten. Wich­ti­ge Fak­to­ren, die das Kli­ma (und dabei v.a. die Tem­pe­ra­tur) bestim­men, sind: die Son­ne, die Mee­re und die Mee­res­strö­mun­gen, die inne­re Erd­wär­me. Eine unter­ge­ord­ne­te Rol­le spielt z.B. der Vulkanismus.

Auch der Mensch, genau­er sei­ne spe­zi­fi­sche Pro­duk­ti­ons­wei­se, ist ein Fak­tor, seit­dem der Mensch in Mil­li­ar­den Exem­pla­ren exis­tiert und mas­siv in die Umwelt ein­greift. Fast alles, was der Mensch macht, bewirkt eine Erwär­mung, so z.B. die Ent­wal­dung und die Melio­ra­ti­on. V.a. die Umwand­lung von Natur­räu­men in urba­ne Gebie­te (Städ­te, Ver­kehrs­we­ge, Indus­trie­kom­ple­xe) führt zum sog. Wär­mein­sel­ef­fekt (UHE). Die­ser kann meh­re­re Grad betra­gen und spielt auch des­halb eine Rol­le, weil die meis­ten Mess­sta­tio­nen in oder bei Städ­ten ste­hen und die­se höhe­ren Tem­pe­ra­tu­ren in die Sta­tis­tik ein­flie­ßen. Jedoch wird der UHE meist nicht benannt oder her­aus­ge­rech­net. Die Ver­bren­nung fos­si­ler Stof­fe (Koh­le, Öl, Gas, Holz, Torf), die im Lauf der Geschich­te exor­bi­tant zuge­nom­men hat, erzeugt nicht nur das »böse« CO2, son­dern auch Was­ser­dampf (das als Treib­haus­gas gilt) und – Wär­me. Allein die so in die Atmo­sphä­re ein­ge­tra­ge­ne Wär­me erhöht natür­lich deren Tem­pe­ra­tur. Die­se Zusatz­en­er­gie (die gut bestimm­bar ist) spielt eigen­ar­ti­ger Wei­se in der Kli­ma­pro­pa­gan­da kei­ne Rol­le, es ist immer nur vom CO2 die Rede. Die gesam­te vom Men­schen frei­ge­setz­te Ener­gie beträgt etwa ein Zehn­tau­sends­tel der uns errei­chen­den Son­nen­en­er­gie. Jeder mag über­le­gen, wel­che kli­ma­ti­sche Wir­kung davon aus­ge­hen kann …

Gegen die CO2-Theo­rie spricht auch die Logik. Wenn durch eine Erwär­mung die Frei­set­zung von COaus den Mee­ren und von Methan aus dem auf­tau­en­den Per­ma­frost­bo­den so mas­si­ve Wir­kun­gen hät­te wie behaup­tet – wie konn­te es dann sein, dass im Holo­zän nach den bei­den Kli­ma­op­ti­ma (sic!), die wär­mer waren als heu­te und län­ger dau­er­ten (2.000 bzw. 1.500 Jah­re), kei­ne Kli­ma­ka­ta­stro­phe durch eine per­ma­nen­te Anrei­che­rung die­ser Gase statt­fand?! Und: Es hät­te zu einer Erwär­mungs­spi­ra­le kom­men müs­sen, nach dem Wir­kungs­zu­sam­men­hang: mehr CO2 – mehr Erwär­mung – mehr CO2 durch mehr Aus­ga­sung der Mee­re – noch mehr Erwär­mung usw. usf. Es gab eine sol­che Ent­wick­lung nicht. (Wir las­sen in die­sem Bei­trag die Fra­ge außen vor, ob CO2  über­haupt eine Erwär­mungs­wir­kung haben kann und ob die Treib­haus­theo­rie nicht gene­rell gegen die Geset­ze der Ther­mo­dy­na­mik verstößt.)

Der Haupt­fak­tor für das Kli­ma ist die Son­ne und deren ver­schie­de­ne Zyklen. Inzwi­schen ver­steht die Kli­ma­for­schung – inso­weit sie nicht nur auf das CO2 fixiert ist – die Wir­kun­gen und Wech­sel­wir­kun­gen der ver­schie­de­nen Kli­ma­fak­to­ren weit bes­ser als noch vor 30 Jah­ren, als der IPCC (Welt­kli­ma­rat) gegrün­det und die Kli­ma­ka­ta­stro­phe ver­kün­det wur­de. Die Zyklen der Son­ne ste­hen in engem Zusam­men­hang mit denen der Ozea­ne (AMO, PDO u.a.). Die­se prä­gen ent­schei­dend Wet­ter und Kli­ma, dar­un­ter Tem­pe­ra­tur und Nie­der­schlag. Die­se Erkennt­nis­se erlau­ben es heu­te, Hit­ze- und Tro­cken­pe­ri­oden bes­ser vor­aus­zu­sa­gen, um Schä­den zu mini­mie­ren. Davon ist bei den Apos­teln der CO2-Gefahr nie die Rede. Über­haupt erhält man bei den Groß­me­di­en den Ein­druck, als hät­te die Kli­ma­wis­sen­schaft nichts dazu­ge­lernt und nur das CO2 im Fokus.

Die fol­gen­de Abbil­dung zeigt die Son­nen­fle­cken­zahl als Indi­ka­tor der Son­nen­ak­ti­vi­tät. Wir sehen eine gute Über­ein­stim­mung zwi­schen Tem­pe­ra­tur und Son­nen­ak­ti­vi­tät, v.a. die star­ke Son­nen­ak­ti­vi­tät in der 2. Hälf­te des 20. Jahrhunderts.

Robert A. Roh­de (Quel­le), »Sun­spot Num­bers Ger­man«, https://​crea​ti​vecom​mons​.org/​l​i​c​e​n​s​e​s​/​b​y​-​s​a​/​3​.​0​/​l​e​g​a​l​c​ode

Die Alar­mis­ten haben zwar recht, dass die sola­ren Schwan­kun­gen an sich nicht aus­rei­chen, um grö­ße­re Tem­pe­ra­tur­ver­än­de­run­gen zu erklä­ren, doch der Ein­fluss der Son­ne geht weit über die tat­säch­lich sehr gerin­gen Schwan­kun­gen des sicht­ba­ren Lichts hin­aus (Magnet­feld, bestimm­te Wel­len­län­gen der Strah­lung usw.). So schwächt eine akti­ve­re Son­ne z.B. die galak­ti­sche Strah­lung ab, die die Erde erreicht. Dadurch nimmt die Bewöl­kung ab, mehr Son­nen­strah­lung erreicht die unte­re Atmo­sphä­re – es wird wär­mer. Die­ser sog. Svens­mark-Effekt ist ein wich­ti­ger Ver­stär­ker der sola­ren Wirkung.

Ein Bei­spiel zeigt, wohin Mono­kau­sa­lis­mus führt. Die Alar­mis­ten sag­ten eine gene­rel­le Zunah­me von atlan­ti­schen Hur­ri­ka­nen vor­aus. Als Grund ver­wei­sen sie dar­auf, dass durch die Erwär­mung der Mee­re und der Luft die­se mehr Ener­gie ent­hal­ten, was zu mehr Stür­men füh­ren müs­se. Das ist »all­ge­mein gese­hen« rich­tig. Nur erwärmt sich der Nord­pol stär­ker als die Tro­pen, so dass sich die Tem­pe­ra­tur­dif­fe­renz zwi­schen Äqua­tor und Ark­tis ver­min­dert. Die­se Tem­pe­ra­tur-Dif­fe­renz aber sorgt für die Hur­ri­cans. Wie die Daten klar zei­gen, nimmt die Hur­ri­kan-Inten­si­tät seit lan­gem ab. Der Mono­kau­sa­lis­mus führt also zu fal­schen Schlüssen.

Von die­sen u.a. Sach­ver­hal­ten neh­men die alar­mis­tisch gestimm­te »Wis­sen­schaft« und deren media­le Laut­spre­cher kaum Notiz. Sie zeich­nen sich statt­des­sen durch Igno­ranz und die Ver­leum­dung ihrer Kri­ti­ker aus. Eine Wis­sen­schaft, die fast nur einen Kli­ma-Fak­tor kennt, die neue Erkennt­nis­se igno­riert, die Kri­tik und vom »offi­zi­el­len« IPCC-Dog­ma abwei­chen­de Mei­nun­gen ver­drängt, steht im Wider­spruch zu den Grund­la­gen jeder Wis­sen­schaft: Offen­heit und Kri­tik. Der ten­den­zi­el­le Mono­kau­sa­lis­mus der Kli­maalar­mis­ten ist gera­de das Gegen­teil einer dia­lek­ti­schen Metho­de, wel­che die wider­sprüch­li­chen Zusam­men­hän­ge eines Phä­no­mens betrach­tet und die Tota­li­tät der Ver­hält­nis­se und Fak­to­ren im Blick hat. Der Alar­mis­mus hin­ge­gen hat ein deut­li­che Ten­denz zu einem mecha­ni­schen Idea­lis­mus, indem er einen (unbe­wie­se­nen) mecha­ni­schen Zusam­men­hang zwi­schen Tem­pe­ra­tur und CO2 pos­tu­liert.

3. Spekulation statt Empirie

Noch bis in die 1970er beruh­te die Kli­ma­for­schung dar­auf, dass empi­ri­sche Beob­ach­tun­gen, dar­un­ter v.a. geo­lo­gi­sche Befun­de, ver­ar­bei­tet wur­den und dar­aus all­ge­mei­ne Schlüs­se abge­lei­tet wur­den, wie Wet­ter und Kli­ma funk­tio­nie­ren und wel­che Fak­to­ren sie bestim­men. So hat­te etwa die Ent­de­ckung der Zyklik der Erd­bahn-Para­me­ter durch Milan­ko­vic star­ken Ein­fluss auf die Klima-Wissenschaft.

Mit der Ent­wick­lung der Com­pu­ter-gestütz­ten Rechen­tech­nik ab den 1940ern und den wach­sen­den Bedürf­nis­sen von Mili­tär und Wirt­schaft nach genaue­ren Wet­ter­vor­her­sa­gen änder­te sich dann das Bild. Man glaub­te, die Vari­anz von Wet­ter und Kli­ma immer genau­er vor­aus­sa­gen zu kön­nen. Trotz gewis­ser Fort­schrit­te, die aber weni­ger mit der Model­lie­rung an sich als mit bes­se­rer Daten­er­he­bung zu tun haben, erwie­sen sich die­se Erwar­tun­gen als über­zo­gen. Das hängt wesent­lich damit zusam­men, dass das Wet­ter (und das »Kli­ma« ist ja nur ein sta­tis­ti­scher Aus­druck des­sen) stark, aber nicht nur chao­ti­schen Cha­rak­ter hat und sich damit einer genau­en Model­lie­rung ent­zieht. Dazu kommt, dass genaue Mess­da­ten erst für weni­ge Jahr­zehn­te vor­lie­gen und bestimm­te Fak­to­ren, z.B. die Bewöl­kung, fast gar nicht erfasst wer­den konn­ten und kön­nen. Wie soll dann eine genaue Model­lie­rung erfol­gen?! Selbst in punc­to COsind wesent­li­che Fra­gen in der Wis­sen­schaft unklar und umstrit­ten: Wie stark ist deren Erwär­mungs­wir­kung (Kli­ma­sen­si­ti­vi­tät)?, Wie lang ist des­sen Ver­weil­zeit in der Atmo­sphä­re? u.a. Allein schon die­se Fra­gen ver­wei­sen auf das Spe­ku­la­ti­ve des dem IPCC zugrun­de­lie­gen­den CO2-Dog­mas und dar­auf, dass wesent­li­che Fra­gen bezüg­lich des Kli­mas noch nicht genau beant­wor­tet wer­den kön­nen. Die Wis­sen­schaft ist also weder ein­heit­lich noch gesichert.

Doch das Pro­blem sind nicht nur die Model­le selbst, son­dern die Hybris der Alar­mis­ten, die­se zur Ent­schei­dungs­grund­la­ge für eine Mil­li­ar­den teu­re Kli­ma­po­li­tik zu machen. Schon, wenn man sich die Vor­aus­sa­gen des IPCC seit sei­ner Grün­dung 1988 anschaut, wird klar, dass die­se alle­samt nicht ein­ge­trof­fen sind bzw. in weit gerin­ge­rem Maße. So nahm man anfangs eine Erwär­mungs­ra­te von 0,3 Grad pro Jahr­zehnt an. Spä­ter kor­ri­gier­te man sie auf 0,15 Grad – als um 50% (!) – nach unten. Doch selbst die­se Rate wird seit 1998 klar unter­schrit­ten – obwohl man bei der Daten­er­fas­sung und ‑bear­bei­tung nach­weis­lich oft »nach­bes­sert«. Die fol­gen­de Gra­fik zeigt, wie weit die über 100 vom IPCC genutz­ten Kli­ma­mo­del­le von der Rea­li­tät abweichen.

Die Kli­ma­mo­del­le beru­hen auf der Annah­me, dass CO2 eine star­ke Wir­kung hat. So ist es kein Wun­der, dass sie bei stei­gen­dem CO2-Gehalt alle eine star­ke Erwär­mung zei­gen – nur: die Rea­li­tät zeigt sie nicht. Die letz­te Wär­me­spit­ze von 2016/17 war z.B. Fol­ge eines sehr star­ken El Ninos, danach gin­gen die Tem­pe­ra­tu­ren wie­der zurück und lie­gen heu­te wie­der etwa auf dem Niveau davor.

Das Spe­ku­la­ti­ve am Alar­mis­mus kommt auch in den vie­len Hor­ror­sze­na­ri­en zum Aus­druck, die per­ma­nent mit pro­fes­so­ra­lem Ernst ver­brei­tet wer­den. So pro­phe­zei­te Joa­chim Schell­nhu­ber, Ex-Chef des Pots­da­mer PIK, bis 2100 einen Mee­res­spie­gel­an­stieg von bis zu 7 Metern – obwohl der bis­he­ri­ge Anstieg im ver­gan­ge­nen Jahr­hun­dert nur ca. 20 cm betrug. Schell­nhu­ber will uns also ein­re­den, dass sich die Anstiegs­ra­te um etwa das 25fache erhö­hen wird!! Immer wie­der wer­den sol­che Außen­sei­ter­mei­nun­gen von den Medi­en mas­siv ver­brei­tet, ande­re Mei­nun­gen und Kri­tik jedoch wer­den aus­ge­blen­det. Die Rei­he alar­mis­ti­scher Pro­gno­sen, die nie ein­ge­trof­fen sind, ist inzwi­schen genau­so lang wie die der media­len Enten zum Kli­ma. Jedes ein­zel­ne Ereig­nis – Hoch­was­ser, Stür­me, Tro­cken­hei­ten usw. – wird als Aus­nah­me und als kli­ma­tisch bedingt dar­ge­stellt und dazu aus dem kli­ma­his­to­ri­schen Zusam­men­hang gerissen.

4. Das Wissenschaftsverständnis

In der Kli­ma­pro­pa­gan­da wird immer beson­ders betont, dass es einen Kon­sens in der Wis­sen­schaft gebe, der nur von weni­gen fach­frem­den, poli­tisch rechts ste­hen­den Obsku­ran­ten ange­zwei­felt wird. Doch es gibt welt­weit hun­der­te, wenn nicht tau­sen­de Fach­wis­sen­schaft­ler und begut­ach­te­te Ver­öf­fent­li­chun­gen, die den Alar­mis­mus nicht tei­len. »Kli­ma­kri­ti­sche« Web­sites genie­ßen weit mehr Auf­merk­sam­keit als »alar­mis­ti­sche« Por­ta­le, vie­le Bücher von »Kli­ma­l­eug­nern« sind Best­sel­ler, etli­che der bedeu­tends­ten Kli­ma­for­scher und vie­le Phy­sik­no­bel­preis­trä­ger waren oder sind »Kli­ma­kri­ti­ker«. Jedoch tau­chen sie in den öffent­li­chen Medi­en kaum auf. Über­haupt wird die »öffent­li­che« Debat­te fast aus­schließ­lich von Leu­ten bestrit­ten, die wis­sen­schaft­li­che und tech­ni­sche Lai­en sind bzw. von weni­gen hand­ver­le­se­nen »Exper­ten«, die eine alar­mis­ti­sche Sicht vertreten.

Die Behaup­tung eines Kon­sen­sus ist jedoch nicht nur längst als Lüge ent­larvt, sie zeugt auch von einem fata­len Wis­sen­schafts­ver­ständ­nis. Der Fort­schritt jeder Wis­sen­schaft ent­steht dadurch, dass neue Erkennt­nis­se gewon­nen wer­den, dass neue Theo­rien auf­ge­stellt und bestehen­de kri­ti­siert und ver­bes­sert oder über­wun­den wer­den. Ohne Frei­heit der Mei­nungs­äu­ße­rung und Kri­tik sta­gniert die Wis­sen­schaft oder gerät auf Abwe­ge. Der Faschis­mus (Rassen-»theorie«) und der Sta­li­nis­mus sind Bei­spie­le dafür, wie Staat und Poli­tik die Wis­sen­schaft »gekne­belt« haben. In der Wis­sen­schaft ist ein Kon­sens nie­mals ein Beleg dafür, dass eine Theo­rie stimmt.

Die aus dem Kli­ma-Alar­mis­mus abge­lei­te­te Poli­tik der Ener­gie­wen­de (EW) ist ein ande­res Bei­spiel dafür, dass aus frag­wür­di­gen Theo­rien völ­lig fal­sche Schlüs­se gezo­gen wer­den. Selbst wenn die Kli­maalar­mis­ten recht hät­ten, wäre die EW ein untaug­li­ches Mit­tel zur Pro­blem­lö­sung. Die Implan­tie­rung der »Erneu­er­ba­ren« ins Ener­gie­sys­tem als des­sen Grund­la­ge zer­stört das Strom­sys­tem (Black­out­ge­fahr, feh­len­de Spei­cher und Net­ze, Aus­ein­an­der­klaf­fen von Bedarf und Erzeu­gung, Vola­ti­li­tät), ver­teu­ert es – d.h. macht es unpro­duk­ti­ver – und erzeugt oder ver­schärft vie­le sozia­le, wirt­schaft­li­che und öko­lo­gi­sche Pro­ble­me. Der poli­ti­sche, staat­li­che und media­le Druck in Rich­tung Dekar­bo­ni­sie­rung ist Aus­druck der Pro­fit-Inter­es­sen von Tei­len des gro­ßen und klei­nen Kapi­tals und der Kon­junk­tur­för­de­rung. Die­se Ori­en­tie­rung ist mit einem umfas­sen­den »grü­nen« Lob­by­is­mus ver­bun­den, der die sog. Öffent­li­che Mei­nung und das Gros der Poli­tik bestimmt und völ­lig absur­de The­sen und Über­trei­bun­gen ver­brei­tet (z.B. die Atom­pho­bie) und die enor­men Nach­tei­le und Risi­ken der »Erneu­er­ba­ren« ausblendet.

Die alar­mis­ti­sche Kli­ma­wis­sen­schaft und die EW sind Aus­druck des zuneh­men­den Irra­tio­na­lis­mus der bür­ger­li­chen Gesell­schaft und des Ein­flus­ses von Kapi­tal­in­ter­es­sen auf die Gesell­schaft. Auch die Grün­dung des IPCC war Aus­druck einer wis­sen­schaft­li­chen Ein­sei­tig­keit und der Ein­fluss­nah­me von Staat(en) und Poli­tik auf die Wis­sen­schaft. Das IPCC wid­met sich näm­lich nicht der Erfor­schung des Kli­mas bzw. dem Sys­te­ma­ti­sie­ren der wis­sen­schaft­li­chen For­schung, son­dern nimmt a prio­ri die The­se von der CO2-beding­ten Kli­ma­ka­ta­stro­phe als Arbeits­grund­la­ge. Ent­spre­chend wer­den auch v.a. Arbei­ten und Wis­sen­schaft­ler berück­sich­tigt, die die­sem Anlie­gen dienen.

Die Wis­sen­schaft, und in beson­de­rem Maße die Kli­ma­for­schung dient heu­te den Ver­wer­tungs­in­ter­es­sen des Kapi­tals bzw. bestimm­ter Kapi­tal­sek­to­ren, sie ist Teil des Herr­schafts­sys­tems. Mei­nungs­ma­ni­pu­la­ti­on, Panik statt Ratio­na­li­tät, ideo­lo­gi­sche Vor­wän­de für frag­wür­di­ge Inves­ti­tio­nen, Ver­bo­te und neue Mas­sen­steu­ern sind Aus­druck des­sen. Was im Mit­tel­al­ter das Zusam­men­spiel von Adel und Kir­che war, ist heu­te das Herr­schafts­kon­glo­me­rat aus Kapi­tal, Staat, Poli­tik, Medi­en und staats­treu­er »Wis­sen­schaft«.

Dass auch die Lin­ke fast durch­gän­gig den fau­len Zau­ber der Kli­ma-Kata­stro­phis­tik unter­stützt und unfä­hig ist, des­sen fal­sche Metho­dik, des­sen Lügen und Über­trei­bun­gen zu durch­schau­en, zeigt nur, wie dege­ne­riert und wie weit ent­fernt von Marx‹ his­to­risch-kri­ti­scher, dia­lek­ti­scher und mate­ria­lis­ti­scher Metho­dik sie ist.

Die­ser Arti­kel erschien zuerst bei auf​ruhr​ge​biet​.de und wird hier mit freund­li­cher Geneh­mi­gung übernommen.

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