Die Spaltung überwinden: sieben wissenschaftliche Argumente gegen eine gesetzliche Impfpflicht und für einen offenen Diskurs

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Die Coro­na-Pan­de­mie for­der­te wäh­rend der letz­ten zwei Jah­re einen hohen mensch­li­chen Tri­but und gro­ße Anstren­gun­gen auf allen Fel­dern des gesell­schaft­li­chen Lebens. In rascher Fol­ge wur­den immer neue Ver­ord­nun­gen und Geset­ze erlas­sen, die von wei­ten Tei­len der Bevöl­ke­rung ver­ant­wor­tungs­voll mit­ge­tra­gen wur­den. In den ver­gan­ge­nen Mona­ten wur­de der poli­ti­sche Weg zuneh­mend auf eine zumeist als alter­na­tiv­los betrach­te­te Durch­imp­fung der gesam­ten Bevöl­ke­rung aus­ge­rich­tet. Die­ser gip­felt der­zeit in der Dis­kus­si­on, eine gesetz­li­che Impf­pflicht – all­ge­mein wie grup­pen­spe­zi­fisch – ein­zu­füh­ren. Die schon bestehen­den Sank­tio­nen gegen »Unge­impf­te« (und also auch sol­che, deren Impf­zer­ti­fi­kat abge­lau­fen ist) sol­len damit noch stär­ker aus­ge­wei­tet werden.

Eine Beschluss­fas­sung über eine gesetz­li­che Impf­pflicht ist ver­früht. Denn grund­le­gen­de Fra­gen zu den neu­en Impf­stof­fen sind nicht hin­rei­chend geklärt und in der For­schung umstrit­ten. Dazu gehö­ren ins­be­son­de­re Dau­er und Stär­ke des Impf­schut­zes sowie Art, Häu­fig­keit und Stär­ke der Neben­wir­kun­gen. Auf kon­tro­ver­sen For­schungs­fra­gen soll­te kein der­ar­ti­ges Gesetz begrün­det werden.

Die Unter­zeich­nen­den ver­tre­ten des­we­gen die Posi­ti­on, dass eine all­ge­mei­ne oder grup­pen­spe­zi­fi­sche Impf­pflicht gegen SARS-CoV2 in der gegen­wär­ti­gen Lage auf­grund von medi­zi­ni­schen, juris­ti­schen, phi­lo­so­phi­schen und dabei auch ethi­schen und reli­giö­sen Argu­men­ten nicht ver­tret­bar ist. Des­we­gen muss eine Ent­schei­dung für oder gegen die COVI­D19-Imp­fung indi­vi­du­ell getrof­fen werden.

Die Begrün­dung unse­rer Posi­ti­on ist in sie­ben Argu­men­ten zusam­men­ge­fasst. Sie ste­hen im Ein­klang mit Posi­tio­nen von Tau­sen­den von Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­lern etwa in Öster­reich, der Schweiz, Ita­li­en, Frank­reich, Skan­di­na­vi­en, Groß­bri­tan­ni­en und den Ver­ei­nig­ten Staaten.

1. Argument: Die Pandemie mit SARS-CoV2 wird durch Impfung nicht beendet

Ein Ziel der all­ge­mei­nen Impf­pflicht besteht dar­in, eine gegen SARS-CoV2 immu­ni­sier­te Bevöl­ke­rung zu schaf­fen. Wir hal­ten es für frag­wür­dig, dass die­ses Ziel tat­säch­lich mit den ver­füg­ba­ren, in der EU nach wie vor bedingt zuge­las­se­nen Impf­stof­fen erreicht wer­den kann.

1.) Die Immu­ni­sie­rung durch die der­zei­ti­gen Impf­stof­fe ist wesent­lich schwä­cher und kür­zer anhal­tend als erwar­tet und ver­spro­chen. Ein Selbst­schutz besteht allen­falls vor schwe­ren Ver­läu­fen und das nur für weni­ge Monate.

2.) Die­se Impf­stof­fe erzeu­gen kei­ne ’ste­ri­le‹ Immu­ni­tät. Trotz Imp­fung sind Infek­tio­nen und die Wei­ter­ga­be von Viren zu jedem Zeit­punkt mög­lich. Aus­maß und Dau­er des Fremd­schut­zes sind unbekannt.

3.) Neue Virus­va­ri­an­ten umge­hen den Impf­schutz immer erfolg­rei­cher. Die Ent­wick­lung und Ver­imp­fung eines an neue Virus­va­ri­an­ten ange­pass­ten Impf­stof­fes wird nach gegen­wär­ti­gem Stand län­ger dau­ern als das durch­schnitt­li­che Zeit­in­ter­vall des Auf­tre­tens erfolg­rei­che­rer Vari­an­ten. Folg­lich kann durch die­se reak­ti­ve Impf­stoff­an­pas­sung kei­ne gleich­mä­ßig immu­ni­sier­te Bevöl­ke­rung erzeugt werden.

4.) Die evo­lu­tio­nä­re Logik der Virus­mu­ta­ti­on besteht dar­in, dass von den neu­en Varia­nten die­je­ni­gen am erfolg­reichs­ten sein wer­den, die den Schutz der vor­han­de­nen Impf­stof­fe am bes­ten umge­hen. Eine voll­stän­di­ge Durch­imp­fung der Bevöl­ke­rung – mit einer Imp­fung, die kei­ne ste­ri­le Immu­ni­tät erzeugt – kann den Selek­ti­ons­druck auf das Virus erhö­hen und daher sogar kon­tra­pro­duk­tiv sein.

2. Argument: Das Risikopotential der Impfstoffe ist zu hoch

Seit Beginn der Impf­kam­pa­gne hat kei­ne sys­te­ma­ti­sche Erfor­schung – auch des lang­fris­ti­gen – Risi­ko­po­ten­ti­als der neu­ar­ti­gen Impf­stof­fe statt­ge­fun­den. Für die gen­ba­sier­ten COVI­D19-Impf­stof­fe fällt beson­ders ins Gewicht, dass die Impf­stof­fe und ihre Wir­kungs­wei­sen grund­sätz­lich neu und nicht in Lang­zeit­stu­di­en erforscht sind. Impf­schä­den könn­ten in ande­rer Wei­se auf­tre­ten, als die Erfah­rung mit den kon­ven­tio­nel­len Impf­stof­fen erwar­ten lässt.

1.) Bereits die vom Paul-Ehr­lich-Insti­tut erfass­ten Ver­dachts­fäl­le auf Neben­wir­kun­gen durch COVI­D19-Imp­fung sind auch im Ver­hält­nis zu Mel­dun­gen zu ande­ren Impf­stof­fen besorg­nis­er­re­gend. Eine sys­te­ma­ti­sche Erfor­schung von Neben­wir­kun­gen und Risi­ko­fak­to­ren der Imp­fun­gen ist des­we­gen drin­gend geboten.

2.) Dar­über hin­aus zeigt die aktu­el­le For­schung Warn­si­gna­le für ein erheb­li­ches Risi­ko­po­ten­ti­al die­ser Impf­stof­fe auf:

a) Im Jahr 2021 und ins­be­son­de­re in den letz­ten Mona­ten ent­stand eine deut­lich zuneh­men­de Übersterb­lich­keit, die Par­al­le­len zur Ver­imp­fung auf­weist: Steigt die Anzahl der Imp­fun­gen, steigt auch die Übersterb­lich­keit, sinkt die Anzahl der Imp­fun­gen, sinkt auch die Übersterb­lich­keit. Die­ses Mus­ter fin­det sich in ver­schie­de­nen Län­dern und könn­te womög­lich ein Hin­weis auf bis­her über­se­he­ne dra­ma­ti­sche Neben­wir­kun­gen sein (Anla­ge 1).

b) Die unge­wöhn­lich star­ke Zunah­me an kar­dio­vasku­lä­ren und neu­ro­lo­gi­schen Erkran­kun­gen seit Beginn der Impf­kam­pa­gne zeigt eben­falls Par­al­le­len zu den Impf­kur­ven auf (Anla­ge 2).

c) Es gibt Hin­wei­se dar­auf, dass die im Blut nach­weis­ba­ren Indi­ka­to­ren für das Infarkt­ri­si­ko nach der Imp­fung erheb­lich ansteigen.

d) Die Wir­kung der Spike­pro­te­ine auf den mensch­li­chen Zell­stoff­wech­sel ist weit­ge­hend unver­stan­den. Es gibt ernst­zu­neh­men­de Hin­wei­se dar­auf, dass sie Ursa­che uner­wünsch­ter Neben­wir­kun­gen sein können.

e) For­schungs­er­geb­nis­se deu­ten dar­auf hin, dass die­se Neben­wir­kun­gen indi­vi­du­ell und von den bis­her bekann­ten Mus­tern abwei­chend aus­fal­len können.

f) Aktu­el­le Erkennt­nis­se zur Omi­kron-Vari­an­te deu­ten an, dass gegen eine frü­he­re Vari­an­te geimpf­te Per­so­nen die­ser neu­en Vari­an­te gegen­über anfäl­li­ger sind als nicht-geimpf­te Personen.

3. Argument: Das Risikopotential einer Mehrfachgabe von SARS-CoV-2-Impfungen ist unzureichend erforscht

Die Impf­pflicht sieht vor­aus­sicht­lich fort­ge­setz­te Auf­fri­schungs­imp­fun­gen vor, da der Impf­schutz rasch abnimmt und neue Virus­va­ri­an­ten ent­ste­hen. Die Mehr­fachimp­fung (mehr als zwei) ist ein lau­fen­des Expe­ri­ment an der Bevöl­ke­rung zu kumu­lie­ren­den Impf­ri­si­ken. Denn:

1.) Bei den Zulas­sungs­stu­di­en der Her­stel­ler wur­den dazu bis­her kei­ne Daten erhoben.

2.) Auch im Zusam­men­hang mit den der­zeit lau­fen­den Boos­ter­kam­pa­gnen wur­den noch kaum umfas­sen­de Ana­ly­sen zur Sicher­heit des Vor­ge­hens veröffentlicht.

4. Argument: Die allgemeine Impfpflicht mit den derzeit bedingt zugelassenen COVID19-Impfstoffen verstößt gegen das Verfassungsrecht

Die Men­schen­wür­de­ga­ran­tie des Art. 1 GG ist Basis des Grund­ge­set­zes: Der Mensch ist als selbst­zweck­haf­tes Wesen Grund und Ziel des Rechts. Er darf durch staat­li­che Maß­nah­men nie­mals nur als blo­ßes Mit­tel zu einem (sei es auch gemein­wohl­för­dern­den) Zweck behan­delt wer­den. Die Wür­de des ein­zel­nen Sub­jekts ist kei­ner Abwä­gung gegen ande­re Grund­rech­te zugäng­lich, sie gilt viel­mehr abso­lut. Eine Impf­pflicht grif­fe in den durch die Garan­tie der Men­schen­wür­de ver­bürg­ten Schutz des Selbst­be­stim­mungs­rechts im Hin­blick auf medi­zi­ni­sche Ein­grif­fe in die kör­per­lich-geis­ti­ge Inte­gri­tät und in die durch Art. 2 Abs. 2 GG geschütz­te kör­per­li­che Inte­gri­tät des Betrof­fe­nen ein. Mög­lich ist fer­ner eine Beein­träch­ti­gung der Glau­bens- und Gewis­sens­frei­heit gemäß Art. 4 GG.

1.) In Hin­blick auf den Ein­griff in Art. 2 Abs. 2 GG ist die Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit einer Impf­pflicht der Frag­wür­dig­keit des Zwecks wegen und man­gels Geeig­net­heit, Erfor­der­lich­keit und Ange­mes­sen­heit zu bezweifeln.

a) Unklar ist inso­fern schon die Wahl eines legi­ti­men Zwecks. In Betracht kom­men vor allem: Her­denim­mu­ni­tät, Unter­bre­chung von Infek­ti­ons­ket­ten, Ver­mei­dung von Todes­fäl­len und schwe­ren Ver­läu­fen (und damit ver­bun­den die Ent­las­tung des Gesund­heits­sys­tems), Been­di­gung der Pandemie.

b) Die Geeig­net­heit einer all­ge­mei­nen Impf­pflicht ist jeden­falls im Hin­blick auf die ers­ten bei­den unter a) genann­ten Zwe­cke klar zu ver­nei­nen. Im Hin­blick auf die Ver­mei­dung schwe­rer Ver­läu­fe ist dar­auf hin­zu­wei­sen, dass die bedingt zuge­las­se­nen Impf­stof­fe schon nach sehr kur­zer Zeit (3 bis 6 Mona­te) ihre Wir­kung ver­lie­ren und inso­fern jeden­falls kei­ne dau­er­haf­te Eig­nung besit­zen. Fer­ner kann ihre Wirk­sam­keit für neue Virus­mu­ta­tio­nen nicht vor­aus­ge­setzt wer­den (vgl. 1. Argu­ment unter 3.). Unge­eig­net ist eine all­ge­mei­ne Impf­pflicht aus den­sel­ben Grün­den auch für die Been­di­gung der Pandemie.

c) Die Erfor­der­lich­keit wäre nur zu beja­hen, wenn es zur Errei­chung der Zie­le kei­ne mil­de­ren Mit­tel gäbe, die gleich geeig­net wären. Da schon die Geeig­net­heit frag­lich ist, sind Über­le­gun­gen dazu allen­falls hypo­the­tisch: Sol­che Über­le­gun­gen beträ­fen zum Bei­spiel den Schutz der vul­nerablen Grup­pen, die Ver­bes­se­rung des Gesund­heits­we­sens oder die (falls mög­lich) zeit­na­he Anpas­sung der Impf­stof­fe. In der Aus­ge­stal­tung der all­ge­mei­nen Impf­pflicht wären zudem weni­ger ein­schnei­den­de Vari­an­ten zu erwä­gen: etwa eine wei­te Aus­nah­me­re­ge­lung für medi­zi­ni­sche Indi­ka­tio­nen auch bei bestehen­den medi­zi­ni­schen Unsi­cher­hei­ten (Auto­im­mun­erkran­kun­gen, Dis­po­si­tio­nen für Impf­schä­den – frü­he­re All­er­gien oder Schä­di­gun­gen bei Imp­fun­gen, bekann­te Herz­er­kran­kun­gen, etc.), die eine indi­vi­du­el­le Arzt-Pati­en­ten­ab­wä­gung ermöglichen.

d) Ange­mes­sen­heit im enge­ren Sin­ne setzt vor­aus, dass bei der Abwä­gung der beein­träch­tig­ten und der geschütz­ten Inter­es­sen ein kla­res Über­wie­gen für den durch die Impf­pflicht inten­dier­ten Schutz der All­ge­mein­heit vor­liegt. Das ist hier nicht der Fall. Denn die Gefähr­dungs­re­la­ti­on zwi­schen dem Risi­ko eines schwe­ren Ver­laufs oder Tods durch COVID und dem Risi­ko schwe­rer bzw. töd­li­cher Neben­wir­kun­gen durch die Imp­fung fällt für gro­ße Per­so­nen­grup­pen zuun­guns­ten der Imp­fung aus. Das Risi­ko von jün­ge­ren Erwach­se­nen ist nach Aus­sa­gen ernst­zu­neh­men­der Wissenschaftler/​innen im Fall der Imp­fung höher. Dazu kommt ein nach­weis­lich erheb­li­ches und in sei­nen Aus­ma­ßen noch nicht aus­rei­chend bekann­tes Risi­ko­po­ten­ti­al der neu­ar­ti­gen und nur bedingt zuge­las­se­nen Impf­stof­fe (vgl. 2. Argu­ment). Das bedeu­tet, dass ernst­zu­neh­men­de Risi­ken für die Gesund­heit des Ein­zel­nen abge­wo­gen wer­den müs­sen mit einem unkla­ren gesamt­ge­sell­schaft­li­chen Nutzen.

2.) Eine buß­geld­be­wehr­te Impf­pflicht kol­li­diert mit Art. 1 GG. Die­ser schützt den Men­schen davor, ver­ding­licht – als blo­ßes Objekt – behan­delt zu wer­den. Er wür­de durch die Impf­pflicht gezwun­gen, einen irrever­si­blen Ein­griff in sei­nen Kör­per durch eine bis­her nur bedingt zuge­las­se­ne medi­zi­ni­sche Behand­lung, also einen noch nicht hin­rei­chend erforsch­ten medi­zi­ni­schen Behand­lungs­kom­plex zu dul­den. Dies geschä­he auch allein um der ande­ren Gesell­schafts­mit­glie­der wil­len bzw. zum Zwe­cke der gesamt­ge­sell­schaft­li­chen Pan­de­mie­be­kämp­fung oder – je nach Ziel­vor­ga­be – der Auf­recht­erhal­tung der medi­zi­ni­schen Behand­lungs­res­sour­cen. Inwie­fern die­se Zwe­cke durch eine Impf­pflicht tat­säch­lich erreicht wer­den kön­nen, ist unklar. Ver­fas­sungs­recht­lich klar ist indes, dass die Ver­zwe­ckung des Ein­zel­nen selbst dann unzu­läs­sig ist, wenn durch sie das Wohl und sogar das Leben vie­ler ande­rer mit an Sicher­heit gren­zen­der Wahr­schein­lich­keit geschützt wer­den kann. Der unge­impf­te Mensch in sei­ner schie­ren Exis­tenz wür­de durch eine all­ge­mei­ne Impf­pflicht ille­ga­li­siert und mit­tels Sank­ti­ons­an­dro­hung kriminalisiert.

3.) Im Hin­blick auf Art. 4 GG ist zu beden­ken, dass es der ein­zel­nen Per­son im Bereich ihrer Glau­bens- und Gewis­sens­frei­heit frei­steht, medi­zi­ni­sche Ein­grif­fe aus welt­an­schau­li­chen oder reli­giö­sen Grün­den abzulehnen.

5. Argument: Die Überlastung der Krankenhäuser durch COVID19-Erkrankte wird durch die statistischen Daten nicht eindeutig belegt

Die all­ge­mei­ne Impf­pflicht wird unter ande­rem damit begrün­det, die Kran­ken­häu­ser und ins­be­son­de­re die Inten­siv­sta­tio­nen zu ent­las­ten. In die­sem Zusam­men­hang zei­gen sich eben­falls vie­le offe­ne Fragen.

1.) So lie­gen selbst nach fast zwei Jah­ren Pan­de­mie kei­ne gesi­cher­ten Erkennt­nis­se dazu vor, wel­cher Anteil der gemel­de­ten COVI­D19-Pati­en­ten in Kran­ken­häu­sern wegen einer COVI­D19-Erkran­kung behan­delt wird und wel­cher Anteil aus ande­rer Ursa­che im Kran­ken­haus ist.

2.) Zu Impf­sta­tus, Alters­ver­tei­lung und Vor­han­den­sein von Vor­er­kran­kun­gen der tat­säch­li­chen COVI­D19-Pati­en­ten lie­gen kei­ne aus­rei­chen­den sta­tis­ti­schen Infor­ma­tio­nen vor.

3.) Kran­ken­häu­ser unter­lie­gen bei der Bereit­stel­lung von Behand­lungs­ka­pa­zi­tä­ten zu COVID-19 wirt­schaft­li­chen Zwän­gen und poli­ti­schen Anrei­zen. Anhal­ten­de Debat­ten um die ten­den­zi­ell sin­ken­de Zahl von als »betreib­bar« gemel­de­ten Bet­ten unter sich ver­än­dern­den Rah­men­be­din­gun­gen füh­ren zur Fra­ge: Kann eine Ent­las­tung die­ses Sys­tems nicht eher durch eine ange­mes­se­ne und trans­pa­ren­te admi­nis­tra­ti­ve und finan­zi­el­le Unter­stüt­zung erreicht werden?

6. Argument: Andere Maßnahmen als das Impfen sind nicht ausgeschöpft

Die ein­sei­ti­ge Pro­pa­gie­rung der Impf­licht setzt die bereits in den letz­ten zwei Jah­ren geüb­te Ver­nach­läs­si­gung ande­rer wirk­sa­mer Maß­nah­men gegen die Pan­de­mie fort, wie die feh­len­de Ver­bes­se­rung der Arbeits­be­din­gun­gen der Pfle­ge­kräf­te und Ärz­te, den Erhalt bzw. die Wie­der­auf­sto­ckung der Inten­siv­bet­ten­ka­pa­zi­tät sowie die Ent­wick­lung und Anwen­dung von The­ra­pien und Medikamenten.

7. Argument: Die COVID19-Impfpflicht forciert gesellschaftliche Konflikte

Die Impf­pflicht beruht auf der Annah­me, die Gesell­schaft kön­ne damit in die Nor­ma­li­tät zurück­keh­ren. Das Gegen­teil ist der Fall: Die Gesell­schaft wird tie­fer gespal­ten. Bür­ge­rin­nen und Bür­ger, die sich aus medi­zi­ni­schen, welt­an­schau­li­chen, reli­giö­sen oder ande­ren Grün­den bewusst gegen eine Imp­fung ent­schei­den, wer­den aus­ge­grenzt, mög­li­cher­wei­se sogar straf­recht­lich ver­folgt. Der öffent­li­che Dis­kurs schafft künst­li­che Wel­ten, in denen kri­ti­sche Stim­men kaum zu ver­neh­men sind. Auch die Spra­che selbst wird in die Rol­le einer Erfül­lungs­ge­hil­fin kon­tro­ver­ser poli­ti­scher Zie­le gedrängt. Ver­ein­fa­chen­de Defi­ni­tio­nen (»Geimpf­te« – »Unge­impf­te«) beför­dern die Pola­ri­sie­rung in unse­rer Gesell­schaft; euphe­mis­ti­sche Kür­zel wie »2‑G« ver­schlei­ern, dass eine (gro­ße) Min­der­heit sys­te­ma­tisch, öffent­lich und rigi­de vom gesell­schaft­li­chen Leben aus­ge­grenzt wird. Durch die wach­sen­de Poli­ti­sie­rung kommt es auch in der aka­de­mi­schen For­schung fächer­über­grei­fend zu einer ideo­lo­gi­sie­ren­den Ver­ein­heit­li­chung als „die Wis­sen­schaft“. Die­ses stellt eine Miss­ach­tung des plu­ra­len, frei­en Dis­kur­ses zum drin­gend not­wen­di­gen Erkennt­nis­ge­winn zu Nut­zen und Risi­ken der Imp­fung dar.

Das Ver­trau­en vie­ler Bür­ge­rin­nen und Bür­ger in den Staat könn­te durch eine Ver­stär­kung die­ses Kur­ses grund­le­gend erschüt­tert wer­den. Die dar­aus ent­ste­hen­den Kon­flik­te zie­hen Rechts­staat­lich­keit und Demo­kra­tie in Mitleidenschaft.

Die vor­ge­brach­ten sie­ben Argu­men­te sol­len Fra­gen auf­wer­fen, deren Klä­rung Vor­be­din­gung für eine Ent­schei­dungs­fin­dung bezüg­lich einer Impf­pflicht gegen Covid-19 sein soll­te. Die Argu­men­te rich­ten sich jeweils nicht gegen eine bestimm­te inhalt­li­che Posi­ti­on. Sie sind viel­mehr Argu­men­te dafür, dass es in der gegen­wär­ti­gen Situa­ti­on dar­auf ankommt, in der Wis­sen­schaft eine gemein­sa­me Fra­ge­hal­tung zu ent­wi­ckeln, die es erlaubt, eine im Moment nicht vor­han­de­ne soli­de Grund­la­ge zu gewin­nen, um mit Blick auf alle Dimen­sio­nen der Kri­se gesund­heit­li­che und see­li­sche Not mit­ein­an­der zu lindern.

Wir bit­ten dar­um, aus die­sem Geis­te der Frei­heit der Wis­sen­schaft und der Wür­de des Men­schen her­aus gemein­sa­me Anstren­gun­gen zu unter­neh­men, die gegen­wär­ti­ge Lage mit ihrem viel­fa­chen Leid sowie der Spal­tung unse­rer Gesell­schaft zu über­win­den und ihre Nar­ben dau­er­haft zu heilen.

Erstunterzeichnende

Prof. Dr. Jes­si­ca Agarwal

Prof. Dr. Dr. h.c. Kai Ambos

Prof. Kers­tin Behnke

Prof. Dr. Andre­as Bren­ner (CH)

Prof. Dr. Klaus Buchenau

Dr. phil. Mat­thi­as Burchardt

Prof. Dr. med. Paul Cullen

Prof. Dr. Vik­to­ria Däschlein-Gessner

Assoc.-Prof. Dr. theol. Jan Dochhorn

Prof. Dr. Ole Döring

Prof. Dr. Gerald Dyker

Jun.-Prof. Dr. Alex­an­dra Eberhardt

Prof. Dr. Micha­el Esfeld (CH)

Dr. Mat­thi­as Fechner

Prof. Dr. Ursu­la Frost

Prof. Dr. Kat­rin Gierhake

Prof. Dr. Ulri­ke Guérot

Prof. Dr. Lothar Harzheim

Prof. Dr. Saskia Hekker

Prof. Dr. med. Sven Hildebrandt

Prof. Dr. Ste­fan Homburg

Dr. Agnes Imhof

Dr. René Kegelmann

Prof. Dr. Mar­tin Kirschner

Dr. San­dra Kostner

Prof. Dr. Boris Kotchoubey

Prof. Dr. Chris­tof Kuhbandner

PD Dr. Axel Bernd Kunze

Prof. Dr. Sal­va­to­re Lavecchia

Dr. Chris­ti­an Lehmann

Dr. h. c. theol. Chris­ti­an Lehnert

PD Dr. phil. Ste­fan Luft

Prof. Dr. Jörg Matysik

Dr. Chris­ti­an Mézes

Prof. Dr. Klaus Morawetz

Prof. Dr. Gerd Morgenthaler

Dr. Hen­ning Nörenberg

Prof. Dr. Gabrie­le Peters

Dr. med. Stef­fen Rabe

Prof. Dr. Mar­kus Riedenauer

Prof. em. Dr. Ste­phan Rist (CH)

Prof. Dr. Gün­ter Roth

Prof. Dr. Stef­fen Roth

Dr. med. Chris­ti­an Schellenberg

Prof. Dr. Andre­as Schnepf

Prof. Dr. Wolf­ram Schüffel

Prof. Prof. Dr. med. Klaus-Mar­tin Schul­te, FRCS, FRACS

Dr. Jens Schwachtje

Prof. Dr. Harald Schwaetzer

Prof. Dr. Hen­rie­ke Stahl

Prof. Dr. Anke Steppuhn

Prof. Dr. Wolf­gang Stölz­le (CH)

Prof. Dr. Tobi­as Unruh

Prof. Dr. Chris­tin Werner

Prof. Dr. Mar­tin Wink­ler (CH)

Prof. Dr. Chris­ti­na Zenk

Anlagen

Anlage 1:

a) Deutsch­land: Ver­lauf der Übersterb­lich­keit (Euro­mo­mo) und Ver­lauf der drei Imp­fun­gen pro Woche:

b) Län­der­ver­gleich: Ver­lauf der Übersterb­lich­keit und Ver­lauf der Boos­ter-Imp­fun­gen pro Woche in Deutsch­land, Isra­el, Öster­reich und Schweiz:

Quellen

Anlage 2:

Quellen

Die­ser Bei­trag wur­de über­nom­men von https://​7ar​gu​men​te​.de/

2 thoughts on “Die Spaltung überwinden: sieben wissenschaftliche Argumente gegen eine gesetzliche Impfpflicht und für einen offenen Diskurs

    1. Kön­nen wohl nur Wis­sen­schaft­ler unter­schrei­ben, bei Inter­es­se ger­ne an die Kon­takt­adres­se des NLW schreiben.

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