Big Data in Zeiten der Coronakrise: Zwischen Pandemie und Panoptismus

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Wir soll­ten für sozia­le Teil­ha­be und indi­vi­du­el­le Effek­ti­vi­tät auf kei­nen Fall unser Recht auf das Futur opfern müs­sen, kom­pro­mit­tier­te das doch unse­ren Wil­len zum Wol­len, unse­re Auto­no­mie, unse­re Ent­schei­dungs­rech­te, unse­re Pri­vat­sphä­re und nicht zuletzt unser Mensch­sein selbst.

Shosha­na Zuboff

Über­all auf der Welt wur­den wäh­rend der ver­häng­ten Lock­downs etli­che Lebens­be­rei­che in den digi­ta­len Raum ver­la­gert: Home-Office statt der Büro­ar­beit, E‑Learning statt dem Schul­be­such, Essens­lie­fer­diens­te oder Teledrin­king-Bars statt dem Wirts­haus­be­such, Video­calls, um sich mit Freun­den zu unter­hal­ten und nicht zuletzt das bar­geld­lo­se Bezah­len – und all das, um zumin­dest ein Mini­mum an sozia­ler Teil­ha­be zu erfah­ren. Zur all­täg­li­chen Gewohn­heit wur­de all dies durch die Aus­gangs­be­schrän­kun­gen bzw. gesetz­lich vor­ge­schrie­be­nen Ein­lass­be­din­gun­gen. Der Medi­en­theo­re­ti­ker Peter Wei­bel sprach rela­tiv früh von der Ent­ste­hung der »erste[n] Fern­ge­sell­schaft der Mensch­heits­ge­schich­te.« (Wei­bel 2020) Als Weg aus der sozia­len Distanz prei­sen die Macht­ha­ben­den seit lan­gem ein ein­zi­ges Mit­tel an: die Imp­fung und den Grü­nen Pass. Mit­tels QR-Codes kann die Gesund­heits­in­for­ma­ti­on einer Per­son erfragt wer­den – sei es Imp­fung, Tes­tung, Gene­sung oder eben Erkrankung.

Die Kon­zen­tra­ti­on auf das Medi­zi­ni­sche trübt jedoch den Blick für die Ein­füh­rung digi­ta­ler Iden­ti­tä­ten – Andrea Kom­lo­sy schreibt: »Coro­na ist frei­lich nur der Anlass, die Gele­gen­heit, der Kata­ly­sa­tor. Auch bei der Abschöp­fung und Steue­rung unse­res Ver­hal­tens wird eine bereits im Gang befind­li­che Ent­wick­lung beför­dert. Es ist die Angst, die uns für den ‚Über­wa­chungs­ka­pi­ta­lis­mus‘ emp­fäng­lich macht.« (Kom­lo­sy 2021: 34) Sosha­na Zub­offs Buch The Age of Sur­veil­lan­ce Capi­ta­lism (dt.: Das Zeit­al­ter des Über­wa­chungs­ka­pi­ta­lis­mus erschien knapp ein Jahr vor Aus­bruch der Covid-19-Pan­de­mie. Doch stellt die­ses hin­sicht­lich der letz­ten zwei Jah­re eine ergie­bi­ge Lek­tü­re dar, macht es letzt­lich Ent­wick­lun­gen und Gefah­ren von besag­ten Ver­la­ge­run­gen in den digi­ta­len Raum bes­ser verständlich.

Datafizierung der Welt 

Doch was meint Data­fi­zie­rung und Big Data über­haupt? Es bezeich­net ein Phä­no­men bzw. Kon­zept, wel­ches »die Umwand­lung von allem nur Vor­stell­ba­ren – auch von Din­gen die wir nie als Infor­ma­tio­nen betrach­tet hät­ten […] in Daten­form, um sie damit quan­ti­fi­zie­ren zu kön­nen. Dadurch kön­nen wir die­se Infor­ma­tio­nen auf ganz neue Art ver­wen­den, zum Bei­spiel für Ana­ly­sen und Vor­her­sa­gen.« (May­er-Schön­ber­ger/­Cu­ker 2013: 24)

Die Erklä­rungs­leis­tung die­ser Daten zielt dabei nicht auf das War­um (Kau­sa­li­tät) ab, son­dern auf das Was (Kor­re­la­ti­on), wor­in sich letzt­lich die Gefahr der Mani­pu­la­ti­on ver­birgt: »Die Kau­sa­li­tät ist, anders als die Kor­re­la­ti­on, ihrem Wesen nach überprüf‑, hin­ter­frag- und angreif­bar. Sie ist nicht pro­prie­tär und eig­net sich daher weni­ger zum Auf­bau von Macht­ge­fäl­le.« (Arnold 2021: 33) Gera­de die rie­si­gen Inter­net­fir­men ver­wan­deln per­so­nen­be­zo­ge­ne Daten – die­se »Roh­stof­fe der Platt­for­m­öko­no­mie« (Kom­lo­sy 2021: 33) – in Waren: Dabei schür­fen sie nach mensch­li­chen Erfah­run­gen, wel­che sich aus den Akti­vi­tä­ten der Inter­net­nut­zer her­aus­fil­tern las­sen – sei es durch Face­book-Likes, Tweets, Goog­le-Suchen oder Bil­de­ru­ploads. Dies schafft ren­ta­ble ‚Vor­her­sa­ge­pro­duk­te‘, wodurch künf­ti­ge Hand­lun­gen erahnt wer­den kön­nen (vgl. Zub­off 2018: 22). Im Zuge des­sen wur­den bereits unter Ein­satz von KI-basier­ten Ana­ly­se-Soft­wares etli­che Per­sön­lich­keits­pro­fi­le erstellt, wel­che Auf­schlüs­se über Vor­lie­ben, Moti­va­tio­nen und Per­sön­lich­keits­dif­fe­ren­zen geben, dar­un­ter fal­len bspw. die sexu­el­le Ori­en­tie­rung, poli­ti­sche Ansich­ten, das bio­lo­gi­sche Alter etc. So las­sen sich auch Vor­her­sa­gen über psy­chi­sche Dis­po­si­tio­nen wie Depres­sio­nen und Psy­cho­sen tref­fen. Die­se com­pu­ter­ge­stütz­te psy­cho­me­tri­sche For­schung ist u.a. für den Mar­ke­ting­be­reich von gro­ßem Inter­es­se, zumal dadurch für jeden Ein­zel­nen pass­ge­naue Wer­bung geschal­tet wer­den kann (vgl. ebd.: 313 – 315). Doch betrifft dies nicht bloß Wer­bung, son­dern eben­so Mei­nungs­ma­ni­pu­la­tio­nen und geschickt plat­zier­te Anlei­tun­gen, wodurch das indi­vi­du­el­le Ver­hal­ten durch KI-basier­te Pro­gno­se­sys­te­me kon­trol­lier- und form­bar wird (vgl. Kom­lo­sy 2021: 34). Es geht also um nichts ande­res als um die exak­te Ver­mes­sung mensch­li­chen Ver­hal­tens und um eine kör­per­li­che Kar­tie­rung, indem der Kör­per das bio­po­li­ti­sche Objekt dar­stellt, wel­ches der nume­ri­schen Kon­trol­le unter­wor­fen wird. Der von einer Künst­li­chen Intel­li­genz ana­ly­sier­te Mensch wird wie der Häft­ling im Pan­op­ti­con »Objekt einer Infor­ma­ti­on, nie­mals Sub­jekt in einer Kom­mu­ni­ka­ti­on.« (Fou­cault 1977: 257)

In die­sem Zusam­men­hang erwei­sen sich Daten im »Regime des ima­gi­nä­ren Kapi­tals« (Len­ger 2014: 160) als gewinn­brin­gen­de Res­sour­cen. Zub­off beschreibt den Über­wa­chungs­ka­pi­ta­lis­mus als »antidemokratische[n] und antiegalitäre[n] Moloch« und als »marktorientierte[n] coup d’état von oben« (Zub­off 2018: 586). Rekur­rie­rend auf Zub­offs Aus­füh­run­gen kon­sta­tie­ren Maschew­ski und Nost­hoff, dass sich jüngst »eine Expan­si­ons­dy­na­mik erken­nen [lässt]«, wonach sich Big-Tech-Kon­zer­ne durch die »bestän­di­ge Akku­mu­la­ti­on von Ver­hal­tens- und Gesund­heits­da­ten immer mehr zu dem ent­wi­ckeln, was man als Big Health bezeich­nen kann.« (Maschewski/​Nosthoff 2022: 6) Dabei füh­ren sie den tref­fen­den Ter­mi­nus der »über­wa­chungs­ka­pi­ta­lis­ti­schen Bio­po­li­tik« ein: Hier­zu bie­ten Big-Tech-Kon­zer­ne ins­be­son­de­re Weara­bles (bspw. Smart­wat­ches) unter Anprei­sung der Gesund­heits­für­sor­ge und im Namen wis­sen­schaft­li­cher For­schung (fern­ab von glei­chen Zugriffs­rech­ten, Stich­wort: Open Source/​Open Data) und Erkennt­nis an, um den mensch­li­chen Kör­per zu kar­tie­ren. Ins­be­son­de­re zur Beob­ach­tung der Lebens­füh­rung kann die­se Tech­nik zum Ein­satz kom­men, um zu kon­trol­lie­ren, wie gesund bzw. unge­sund eine Per­son lebt, ent­spre­chend ermög­licht dies Pay-as-you-live-Ver­si­che­run­gen: So müss­ten die Beob­ach­te­ten künf­tig mehr oder weni­ger Geld in die Kran­ken­kas­se einzahlen.

Disziplin und Kontrolle

Wie bei so vie­len zeit­ge­nös­si­schen Phä­no­me­nen weist auch der Über­wa­chungs­ka­pi­ta­lis­mus his­to­ri­sche Vor­läu­fer auf, u.a. in den poli­zei­li­chen Auf­schrei­be­sys­te­men des 18. Jahr­hun­derts: Die Pari­ser Poli­zei – als Vor­gän­ge­rin der NSA gedacht – fer­tig­te unzäh­li­ge Text­do­ku­men­te über all­täg­lichs­te Ereig­nis­se an (vgl. Herwig/​Tantner 2014: 13). So heg­te auch der Poli­zei­of­fi­zier Guil­lau­té in einer Schrift aus dem Jahr 1749 den Wunsch­traum tota­ler Über­wa­chung durch eine büro­kra­ti­sche Maschi­ne, wel­che die Pari­ser Stadt­be­woh­ner samt Auf­ent­halts­or­te und Bewe­gungs­mus­ter regis­trie­ren soll­te (vgl. ebd.: 18). Die­se poli­zei­uto­pi­sche Kon­troll­ge­sell­schaft von einst fin­det ihre Rea­li­sie­rung im digi­ta­len Zeit­al­ter – ganz ohne Zwang und äuße­rem Zutun. Bei­na­he jede Per­son trägt ein Smart­pho­ne mit sich mit, wel­ches Stand­ort­da­ten und Bewe­gungs­pro­fi­le mit­tels Han­dy­po­si­ti­ons­da­ten offen­legt – eine brei­te Anwen­dung fin­det und fand die­se Daten­aus­wer­tung in der Coro­na­kri­se, so hat etwa der öster­rei­chi­sche Mobil­fun­ker A1 recht bald Daten an die Regie­rung gelie­fert, um Mobi­li­täts­pro­fi­le zu rekon­stru­ie­ren (vgl. Sulz­ba­cher/Al-Yous­sef 2020). Ver­meint­li­che Hilfs­tech­no­lo­gien wie Con­ta­ct-Tra­cing-Apps zur Ein­däm­mung der Pan­de­mie eröff­nen unge­ahn­te obrig­keit­li­che Kon­trol­le und Über­wa­chung – hin­sicht­lich der Infek­ti­ons­ein­däm­mung spricht der deut­sche Cha­os Com­pu­ter Club jedoch von ver­schwen­de­ten Steu­er­gel­dern wegen des »digitale[n] Heilsversprechen[s]« (Cha­os Com­pu­ter Club 2021). Die­se theo­lo­gi­sche Dik­ti­on zeigt die reli­giö­se Dimen­si­on der Coro­na-Kri­se an. Sie zeugt von der Sehn­sucht nach heils­ge­schicht­li­chen Erzäh­lun­gen in säku­la­ri­sier­ten Zei­ten: Die Impf­stoff­ga­be ersetzt die kon­se­krier­te Hos­tie, die medi­zi­ni­sche Gesund­heit sub­sti­tu­iert die mes­sia­ni­sche Erlö­sung und nicht zuletzt die Data­fi­zie­rung als Weg­be­rei­ter des irdi­schen Para­die­ses. Der Virus evo­ziert einen neu­en Mythos in der ‚ent­zau­ber­ten Welt‘ (Max Weber), eine manichäi­sche Dua­li­tät: der Virus als das Böse und die Imp­fung als das Gute. Das Cre­do lau­tet: ist die gan­ze Welt erst durch­ge­impft, ist das Böse aus der Welt und das Ende der Geschich­te eingeläutet.

Zugleich offen­bart der Grü­ne Pass einen Gestal­tungs­wil­len urba­ner Ord­nung, wie es der poli­zei­li­chen Pra­xis des früh­neu­zeit­li­chen Paris schon in Zügen inhä­rent war: »Indem sie [die Pari­ser Poli­zei, Anm.] den sozia­len Raum der Stadt durch Nor­mie­rung und Kon­trol­le zu ord­nen ver­sucht, drü­cken sich bei­de Modi der Macht­aus­übung auch im phy­sisch begrif­fe­nen Stadt­raum aus und struk­tu­rie­ren die­sen.« (Säl­ter 2006: 113) Ins­be­son­de­re zu Pan­de­mie- und Epi­de­mie­zei­ten kommt dem Raum eine tra­gen­de Rol­le bei der Dis­zi­pli­nie­rung und Kon­trol­le zu, so schreibt Fou­cault in Bezug auf die Pest, dass in dem »geschlossene[n], parzellierte[n], lücken­los überwachte[n] Raum, inner­halb des­sen die Indi­vi­du­en in fes­te Plät­ze ein­ge­spannt sind, die gerings­ten Bewe­gun­gen kon­trol­liert und sämt­li­che Ereig­nis­se regis­triert wer­den« (Fou­cault 1977: 253). Die Pan­de­mie schuf die Struk­tu­ren der Ein­schlie­ßung. Im Schwar­zen Tod grün­det die Idee eines Aus­nah­me­zu­stan­des, der zur Norm wur­de, indem sich ein neu­es Regie­rungs­pa­ra­dig­ma, ein Dis­zi­pli­nar­sys­tem eta­blier­te: »Die Ord­nung schreibt jedem sei­nen Platz, jedem sei­nen Kör­per, jedem sei­ne Krank­heit und sei­nen Tod, jedem sein Gut vor«. (ebd.).

Durch die vari­ie­ren­den Rege­lun­gen von 2G, 2G+ 2,5G, 3G und der Ein­hal­tungs­kon­trol­le der­sel­ben wird fest­ge­legt, wer wel­chen Raum betre­ten darf – es führt zur Aus­schlie­ßung der­je­ni­gen, wel­che die Vor­ga­ben nicht erfül­len kön­nen oder wol­len. Die­ser Aus­schluss erfolgt durch Bewe­gungs­bar­rie­ren, einer Über­wa­chung und Kon­trol­le der Mobi­li­tät. Dem Kör­per wird durch eines oder meh­re­re G die Recht­mä­ßig­keit oder durch das Feh­len des­sel­bi­gen die Ille­gi­ti­mi­tät sei­nes Auf­ent­hal­tes ein­ge­schrie­ben. Erst das digi­ta­le Zer­ti­fi­kat, wel­ches auf eine Imp­fung, Gene­sung oder ein nega­ti­ves Test­ergeb­nis ver­weist, erlaubt den Zutritt in das Wirts­haus, ins Klei­dungs­ge­schäft oder den Über­tritt von Lan­des­gren­zen, teil­wei­se auch inner­staat­li­cher Bezirks­gren­zen. Die zuwi­der­han­deln­den Unge­impf­ten und Unge­tes­te­ten tra­gen in die­sem Rechts­sys­tem das Stig­ma der ›bio­cri­mi­nal bodies‹ (Pérez Navar­ro 2018: 205), wel­che durch ihre Reni­tenz eine pas­si­ve Resis­tenz gegen die pater­na­lis­ti­sche Ver­hal­tens­len­kung aus­üben – im Sin­ne Fou­caults eine Hal­tung dafür »nicht der­ma­ßen regiert wer­den zu wol­len« (Fou­cault 1992: 12), die für ihn ein bestim­men­des Ele­ment jeder Kri­tik ist. Das Framing geht soweit die sich Ver­wei­gern­den als Kri­sen­ver­län­ge­rer zu ver­ur­tei­len, als die Haupt­schul­di­gen für die wie­der­keh­ren­den Lock­downs, dabei ver­sucht die­se Dar­stel­lung den simp­len Fakt zu eska­mo­tie­ren, dass nicht die Unge­impf­ten son­dern die Regie­ren­den es sind, wel­che einen Lock­down ver­hän­gen oder ver­län­gern. Dis­kri­mi­na­to­ri­sche Prak­ti­ken erfol­gen dabei zwar auch ent­lang der Dicho­to­mie geimpft/​ungeimpft, aber davor schon zwi­schen jenen, die zer­ti­fi­ziert sind und jenen, die nicht zer­ti­fi­ziert sein wol­len – das Pech jener, »die im Umkrei­se die­ses Lan­des ein­ge­pfercht sind« (Ben­ja­min 1997: 33).

Deleu­ze schreibt in sei­ner kur­zen Abhand­lung Post­skrip­tum über die Kon­troll­ge­sell­schaf­ten: »die Mas­sen [sind] Stich­pro­ben, Daten, Märk­te oder ›Ban­ken‹ « (Deleu­ze 1993: 258) gewor­den, wel­che sich durch digi­ta­le Neue­run­gen und gestei­ger­ter Effek­ti­vi­tät zu einer uner­mess­li­chen Daten­ak­ku­mu­la­ti­on ver­dich­ten. Neben dem Gefängnis‑, Unter­neh­mens- und Schul-Regime nennt er das Kran­ken­haus-Regime als Kon­troll­in­stanz: »die neue Medi­zin ›ohne Arzt und Kran­ken‹, die poten­ti­el­le Kran­ke und Risi­ko-Grup­pen erfaßt, was kei­nes­wegs von einem Fort­schritt hin zur Indi­vi­du­ie­rung zeugt, wie man sagt, son­dern den indi­vi­du­el­len oder nume­ri­schen Kör­per durch die Chif­fre eines ‚divi­du­el­len‘ Kon­trol-Mate­ri­als ersetzt.« (ebd.: 261f) Der Begriff des ›Divi­du­ums‹, des Teil­ba­ren, ist zen­tral für das Ver­ständ­nis: Durch Big Data wird das Indi­vi­du­um, das Unteil­ba­re, in Daten­sät­ze auf­ge­löst, wel­che sich digi­tal be- und ver­ar­bei­ten las­sen. Im Fokus ste­hen nicht die Ein­zel­nen und deren Enga­ge­ment mit- und unter­ein­an­der, son­dern die Daten­strö­me. Im Gesund­heits­markt ange­sie­del­ten Tech-Kon­zer­nen kommt als »Apologet[en] der über­wa­chungs­ka­pi­ta­lis­ti­schen Bio­po­li­tik« eine Schlüs­sel­po­si­ti­on im Pan­de­mie­ge­sche­hen und der dar­an geknüpf­ten Ana­ly­se immenser Daten­men­gen zu, denn sie wuss­ten »die pan­de­mi­sche Aus­nah­me­si­tua­ti­on als ein schock­stra­te­gi­sches Moment« (Maschewski/​Nosthoff 2022: 19) zu begrei­fen: Als die Trump-Regie­rung in den USA noch kaum reagier­te, hat Goog­le bereits begon­nen Bun­des­staa­ten bei der Tes­tung zu unter­stüt­zen. Die Getes­te­ten muss­ten hier­für Anga­ben zu Gesund­heits­da­ten sowie Kon­di­ti­on, Kran­ken­ge­schich­te, den zustän­di­gen Ärz­ten und Wohn­ort über­mit­teln. Inten­ti­on sei dabei die Ent­wick­lung neu­er Gesund­heits­tools, exem­pla­risch dafür ist das Goog­le-For­schungs­un­ter­neh­men Ver­i­ly, wel­ches Coro­na-Scree­nings mit­tels eines App-basier­ten Fra­ge­bo­gens zu Sym­pto­men anbie­tet, um einen siche­ren Arbeits­platz zu gewähr­leis­ten. Auf die­sen haben Arbeit­ge­ber als auch Ver­i­ly Zugriff. Maschew­ski und Nost­hoff stel­len fest, dass »die indi­vi­du­el­le Daten­sou­ve­rä­ni­tät mit den pro­gram­ma­ti­schen Sicher­heits­dis­po­si­ti­ven nicht sel­ten in Kon­flikt gerät.« (ebd.)

So wie im 17. Jahr­hun­dert die Dis­zi­pli­nar­ge­sell­schaft durch das ver­ord­ne­te Seu­chen­re­gle­ment in den von der Pest heim­ge­such­ten Städ­ten einen Nähr­bo­den fand (M. Fou­cault) und wo das 20. Jahr­hun­dert einen Über­gang von der Dis­zi­pli­nar- zur Kon­troll­ge­sell­schaft mar­kiert (G. Deleu­ze), so ver­fes­tigt sich die­se spä­tes­tens seit 2020 zu einer algo­rith­mi­schen Über­wa­chungs­ge­sell­schaft im Zei­chen der Bio­si­cher­heit – basie­rend auf Digi­ta­li­tät und Distanz.

Seuchenpolitik als Bevölkerungsmanagement 

Abge­se­hen von der Über­prü­fung des Gesund­heits­zu­stan­des imple­men­tiert der Grü­ne Pass die tech­ni­sche Infra­struk­tur für digi­ta­le Per­so­nal­aus­wei­se, in die­sem Sin­ne wirkt die Coro­na­pan­de­mie als Akze­le­ra­ti­on des Über­wa­chungs­ka­pi­ta­lis­mus, wel­chen Zub­off in ihrem Buch ein­lei­tend als »eine aus der Art geschla­ge­ne Form des Kapi­ta­lis­mus, die sich durch eine Kon­zen­tra­ti­on von Reich­tum, Wis­sen und Macht aus­zeich­net« (Zub­off 2018: 7), beschreibt. Kennt­lich wird dar­in der Nexus von Wis­sen und Macht, den bereits Fou­cault beschrieb, gegen wel­chen die Kri­tik eine dis­kur­si­ve Gegen­macht dar­stellt, indem das Sub­jekt auf­be­gehrt, »die Wahr­heit auf ihre Macht­ef­fek­te hin zu befra­gen und die Macht auf ihre Wahr­heits­dis­kur­se hin.« (Fou­cault 1992: 15)

His­to­risch grün­det der Über­wa­chungs­ka­pi­ta­lis­mus in der Ter­ror­be­kämp­fung, indem er sich im Anschluss an die Anschlä­ge vom 9. Sep­tem­ber 2001 mani­fes­tier­te, sohin ent­wi­ckel­te er sich aus einem Aus­nah­me­zu­stand her­aus, ohne danach zu ver­schwin­den, son­dern sich im Gegen­teil zu inten­si­vie­ren (vgl. Zub­off 2018: 379). Der ‚Patri­ot Act‘ stell­te die öffent­li­che Sicher­heit über Frei­heit und Pri­vat­sphä­re und bewirk­te dadurch die Brem­sung von Daten­schutz­be­mü­hun­gen (vgl. ebd.: 139). In Ana­lo­gie zu dem seit März 2020 herr­schen­den Aus­nah­me­zu­stand dürf­te es wohl unwahr­schein­lich sein, dass die geschaf­fe­nen Struk­tu­ren für Kon­troll­me­cha­nis­men und Über­wa­chungs­prak­ti­ken wie­der abge­baut wer­den: Alles im Namen der öffent­li­chen Gesund­heit, wobei die Regie­ren­den von der »Logik des schlimms­ten anzu­neh­men­den Falls« (Agam­ben 2021: 88) aus­ge­hen, wel­che die Poli­tik der Bio­si­cher­heit bestimmt. So läu­tet der 11. Sep­tem­ber die Ära der Mas­sen­über­wa­chung ein, doch der Angst­mo­dus der Coro­na-Kri­se beschleu­nigt die Ein­füh­rung der digi­ta­len Iden­ti­tä­ten, also den Abbau von Anony­mi­tät zuguns­ten einer tota­len Über­wa­chung. In einem im Jahr 2020 statt­ge­fun­de­nen Gespräch zwi­schen Shosha­na Zub­off, Simo­ne Brow­ne und Nao­mi Klein äußer­te letz­te­re, dass die Coro­na­kri­se eine erschre­cken­de Ver­schmel­zung von ‚Schock­dok­trin‘ und Über­wa­chungs­ka­pi­ta­lis­mus bedeu­ten könn­te. Aller­dings wird zu beden­ken gege­ben, dass der Über­wa­chungs­ka­pi­ta­lis­mus zwar die Kri­se nut­zen wird, sei­nen Macht­ein­fluss aus­zu­bau­en, aber auch ein Teil der Lösung sein könn­te (vgl. The Inter­cept online 2020). Jedoch liegt der Feh­ler gera­de in dem Glau­ben, dass tech­no­lo­gi­scher Soli­tio­nis­mus mit­tels Big Data zur Lösung von Pro­ble­men bei­tra­gen könn­te, die gera­de erst dadurch auf­ge­ru­fen wur­den, au con­tr­ai­re gehen solu­tio­nis­ti­sche Ansät­ze oft­mals am eigent­li­chen Pro­blem vor­bei – wie dies das Schei­tern der Kon­takt­nach­ver­fol­gung durch Coro­na-Warn-Apps illus­triert (vgl. Arnold 2021: 31). Die solu­tio­nis­ti­sche Gesin­nung zielt folg­lich auch wäh­rend der Covid-19-Pan­de­mie dar­auf ab, mit­hil­fe eines Über­schus­ses an Daten die Gesund­heits­kri­se zu lösen. Gewiss sind auch posi­ti­ve Effekt von Daten­ana­ly­sen nicht zu leug­nen, aber zumal sich die Daten­samm­lun­gen v.a. in den Hän­den von Tech-Gigan­ten befin­den, wäre es ein Aus­druck von Nai­vi­tät, die ‚Hete­ro­ge­nie der Zwe­cke‘ (W. Wundt/​R. Kosel­leck) zu ver­ken­nen: Dem­nach wer­den wäh­rend des Pro­zes­ses der Zweck­er­rei­chung neue Moti­ve gesetzt respek­ti­ve ent­deckt. Als epis­te­mi­sches Werk­zeug kann die Data­fi­zie­rung neue Erkennt­nis leis­ten (bspw. in den Digi­tal Huma­nities), aber in wei­te­rer Fol­ge auch zur Ver­hal­tens­len­kung miss­braucht wer­den. Wäh­rend der Coro­na-Pan­de­mie kon­zen­triert sich der Blick – selbst­re­dend – auf den The­men­kom­plex Gesund­heit, doch öff­net die­se zugleich – unbe­merkt – »das Ein­falls­tor für Kontroll‑, Sicher­heits- und Über­wa­chungs­tech­no­lo­gien« (Kom­lo­sy 2021 35), wodurch Ver­hal­tens­ab­wei­chun­gen mess­bar und in wei­te­rer Fol­ge geahn­det wer­den kön­nen – alles unter dem Deck­man­tel indi­vi­du­el­ler Opti­mie­rung. Nicht zuletzt Arbeit­ge­ber wer­den Gefal­len dar­an fin­den, um etwa lang­sa­me­res Arbei­ten als auch aus­schwei­fen­de Pau­sen zu erken­nen und zu sank­tio­nie­ren (vgl. ebd.).

Endstation Sozialkreditsystem?

Trotz andau­ern­der Pro­tes­te gegen die bio­po­li­ti­schen Maß­nah­men scheint eine gewis­se Gleich­gül­tig­keit oder gar der bereit­wil­li­ge Gehor­sam für die ’neue Nor­ma­li­tät‹ eines auto­ri­tä­ren Kapi­ta­lis­mus nach chi­ne­si­schem Vor­bild vor­han­den zu sein. Das dor­ti­ge Sozi­al­kre­dit­sys­tem besteht aus einer Rei­he von Daten­ban­ken, die dar­auf abzie­len, eine Big Data unter­stütz­te Bewer­tung der Ver­trau­ens­wür­dig­keit, Mora­li­tät und des Ver­hal­tens von Ein­zel­per­so­nen und Unter­neh­men zu ermög­li­chen: Je nach Ein­stu­fung wer­den Beloh­nun­gen oder Sank­tio­nie­run­gen rück­ge­mel­det (Cree­mers 2018: 2). Die­se Feed­back­schlei­fe führt zur Kon­fi­gu­ra­ti­on des Selbst im Sin­ne der Obrigkeit.

Die Data­fi­zie­rung birgt das Sozi­al­kre­dit­sys­tem als Risi­ko in sich: Über­wa­chung in Echt­zeit samt Ran­king durch credit points. Tech­no­lo­gi­sche Tools wie Über­wa­chungs­ka­me­ras und Gesichts­er­ken­nungs­sys­te­me, Big Data und Künst­li­che Intel­li­genz die­nen der Herr­schaft für ihr Sozi­al­ma­nage­ment (vgl. ebd.). Dies bedeu­tet die Miss­ach­tung von Pri­vat­heit und das Recht auf die eige­nen Daten. In Chi­na wird mit­tels App-gesteu­er­ter Regu­lie­rung der Bewe­gungs­raum ein- bzw. abge­grenzt (bspw. ob man ein Ein­kaufs­zen­trum betre­ten darf). Die­ser bestimmt sich durch die viro­lo­gi­sche Gefähr­dung (Kon­takt­an­zahl und Mobi­li­tät). Gui­do Arnold denkt das tech­no­kra­ti­sche Sze­na­rio zuge­spitzt fort:

Ist es in ord­nungs­po­li­ti­scher Denk­wei­se nicht kon­se­quent, den Men­schen gene­rell als mul­ti­di­men­sio­na­len Risi­ko­fak­tor wahr­zu­neh­men und damit die Kate­go­rie des Gefähr­ders ent­lang unter­schied­li­cher Risi­ken wei­ter zu dif­fe­ren­zie­ren und gemäß ‚Gefähr­der­grad‘ unter­schied­li­che Ein­schrän­kun­gen zu ver­ord­nen? […] Denn es ist für die rela­tio­na­le Unter­schei­dung uner­heb­lich, ob mensch hoch­dif­fe­ren­zier­te Ein­schrän­kun­gen per Malus ver­hängt oder in der Umkeh­rung sozia­le Teil­ha­be­chan­cen per Bonus diver­si­fi­ziert. (Arnold 2021: 35)

Die­ser digi­ta­li­sier­ten Cyber­welt ist eine pro­gram­ma­ti­sche Ungleich­be­hand­lung ein­ge­schrie­ben, wonach es zu einer »Ent­so­li­da­ri­sie­rung hin zu einer Ethik der sozio-öko­no­mi­schen Selek­ti­on« (ebd.: 34f) kommt. Dar­aus folgt, dass sich die tra­di­tio­nel­len Klas­sen­be­grif­fe zuguns­ten eines indi­vi­du­ell ange­pass­ten Infor­ma­ti­ons­sys­tems auf­lö­sen, in die­ser ato­mi­sier­ten und sich selbst abs­trakt fas­sen­den Gesell­schaft gäbe es kei­ne Gemein­sam­kei­ten zu einer klas­sen­mä­ßi­gen Soli­da­ri­sie­rung mehr – mit den Wor­ten Arnolds bedingt das eine »neue ver­meint­lich ›klas­sen­lo­se‹ Deklas­sie­rung« (ebd.: 35). Ent­spre­chend beför­dert dies eine gesell­schaft­li­che Ent­so­li­da­ri­sie­rung, wel­che ein grup­pen­ko­hä­si­ves Oppo­nie­ren erschwert, da sich in einem sol­che Zustand die Klas­sen­zu­ge­hö­rig­keit kaum mehr über lohn­ar­beit­li­che Kate­go­rien defi­nie­ren lässt. Je fei­ner die Para­me­ter der Dif­fe­ren­zie­rung, umso weni­ger dürf­ten sich Gleich­ge­stell­te fin­den, denn jeder stün­de auf einer ande­ren Stu­fe im Ran­king, was unter­schied­li­che Par­ti­zi­pa­ti­ons­mög­lich­kei­ten bzw. Aus­schluss­ver­fah­ren bedeu­te. Digi­ta­le Netz­tech­ni­ken infil­trie­ren die »Mikro­struk­tu­ren der Gesell­schaf­ten« (Len­ger 2014: 161), sozu­sa­gen kann Big Data zu einer »Bedro­hung unse­rer poli­ti­schen Frei­räu­me« (Herwig/​Tantner 2014: 34) werden.

Im pan­de­mi­schen Aus­nah­me­zu­stand soll­ten wir also den Abbau von Daten­schutz und Pri­vat­heit unter­ein­an­der und vor allem vor dem Staat nicht aus dem Auge ver­lie­ren. Damit der digi­ta­le Raum zu kei­nem Regime algo­rith­mi­scher Kon­trol­le ver­kommt, wel­ches der wirt­schaft­li­chen Logik von Big-Tech-Kon­zer­nen folgt, lässt sich abschlie­ßend noch­mals auf Zub­off verweisen:

Einer der Schlüs­se, die sich dar­aus zie­hen las­sen, ist, dass die über­wa­chungs­ka­pi­ta­lis­ti­sche Herr­schaft über die Wis­sens­tei­lung in der Gesell­schaft das eine wesent­li­che Merk­mal ist, das mit den alten Recht­fer­ti­gun­gen einer unsicht­ba­ren Hand und der sich dar­aus erge­ben­den mora­li­schen Ansprü­che bricht. Die Kom­bi­na­ti­on von Wis­sen und Frei­heit trägt zur Beschleu­ni­gung der Machtasym­me­trie zwi­schen Über­wa­chungs­ka­pi­ta­lis­ten und den Gesell­schaf­ten bei, in denen sie ope­rie­ren. Unter­bre­chen lässt sich die­ser Kreis­lauf nur, wenn wir als Bür­ger, als Gesell­schaft, ja als Zivi­li­sa­ti­on der Tat­sa­che Rech­nung tra­gen, dass Über­wa­chungs­ka­pi­ta­lis­ten zu viel wis­sen, um in den Genuss der Frei­heit zu kom­men, die sie für sich bean­spru­chen. (Zub­off 2018: 571)

Oder in den Wor­ten der Band Mono für Alle: »Face­book, You­Tube, Goog­le – fuck off!«

Literatur

Gior­gio Agam­ben, An wel­chem Punkt ste­hen wir? Die Epi­de­mie als Poli­tik (Wien 2021).

Gui­do Arnold, Solu­tio­nis­ti­sches Bevöl­ke­rungs­ma­nag­ment. Pro­gram­ma­ti­sche Ungleich­be­hand­lung durch Big­Da­ta und Künst­li­che Intel­li­genz. In: kul­tuR­Re­vo­lu­ti­on 81 (2021) 31 – 36.

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Rogier Cree­mers, China’s Social Credit Sys­tem. An Evol­ving Prac­ti­ce of Con­trol. In: SSRN, 09.05.2018, online unter <https://​ssrn​.com/​a​b​s​t​r​a​c​t​=​3​1​7​5​792> (21.02.2022).

Gil­les Deleu­ze, Unter­hand­lun­gen. 1972 – 1990 (Frank­furt am Main 1993).

Michel Fou­cault, Über­wa­chen und Stra­fen. Die Geburt des Gefäng­nis­ses (Frank­furt am Main 1977).

Michel Fou­cault, Was ist Kri­tik? (Ber­lin 1992).

Jana Her­wig, Anton Tant­ner, Zu den his­to­ri­schen Wur­zeln der Kon­troll­ge­sell­schaft (Wie­ner Vor­le­sun­gen im Rat­haus, Wien 2014).

Andrea Kom­lo­sy, Ein Schub für den Über­wa­chungs­ka­pi­ta­lis­mus. Von der Aneig­nung der Arbeits­kraft zur Aneig­nung der mensch­li­chen Erfah­rung. In: Ursu­la Fili­pič, Anni­ka Schö­nau­er (Hg.), Ein Jahr Coro­na: Aus­blick Zukunft der Arbeit (Sozi­al­po­li­tik in Dis­kus­si­on 23, Wien 2021) 28 – 36.

Hans-Joa­chim Len­ger, Vir­tua­li­tät und Kon­trol­le. In: Frank Haa­se, Till A. Heil­mann (Hg.), Inter­ven­tio­nen. Fest­schrift für Georg Chris­toph Tho­len (Mar­bur­ger Schrif­ten zur Medi­en­for­schung 45, Mar­burg 2014) 157 – 172.

Felix Maschew­ski, Anna-Vere­na Nost­hoff, Über­wa­chungs­ka­pi­ta­lis­ti­sche Bio­po­li­tik. Big Tech und die Regie­rung der Kör­per. In: Zeit­schrift für Poli­tik­wis­sen­schaft, 01.02.2022, online unter <https://​doi​.org/​1​0​.​1​0​0​7​/​s​4​1​3​5​8​-​021 – 00309‑9> (17.02.2022).

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Shosha­na Zub­off, Das Zeit­al­ter des Über­wa­chungs­ka­pi­ta­lis­mus (Frankfurt/​New York 2018).

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