Frieden für die Ukraine bedeutet Frieden mit Russland

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Seit 2014 herrscht Krieg in der Ukrai­ne. Aus­lö­ser war der durch die USA orches­trier­te und die EU assis­tier­te Mai­dan-Putsch. Als Fol­ge erklär­ten die Repu­bli­ken Donezk und Lug­ansk ihre Selbst­stän­dig­keit, die Krim­be­völ­ke­rung stimm­te dem Bei­tritt zur Rus­si­schen Föde­ra­ti­on zu. Seit acht Jah­ren beschie­ßen ukrai­ni­sche Trup­pen auch die Zivil­be­völ­ke­rung der bei­den Repu­bli­ken. Resul­tat sind 14.000 Tote. Das bes­tia­li­sche Mas­sa­ker im Gewerk­schafts­haus von Odes­sa von 2014 ist bis heu­te unge­sühnt. Das Kie­wer Putsch-Regime hat ca. 70% aller wirt­schaft­li­chen Ver­bin­dun­gen nach Russ­land gekappt. Die Fol­gen sind eine tota­le Ver­ar­mung der Bevöl­ke­rung. Das Bild einer libe­ra­len, demo­kra­ti­schen Ukrai­ne ist ein Trug­bild. Den Ton geben die Nach­fol­ger Ban­de­ras an, also ukrai­ni­sche Hit­ler­fa­schis­ten. Die­se wur­den damals von Hit­ler unter­stützt, dann auch von den USA gegen die Sowjet­uni­on. Dem­entspre­chend gibt es ein »Volks­grup­pen­ge­setz«, das Rus­sen, Ungarn, Rumä­nen und ande­re zu Staats­bür­gern zwei­ter Klas­se degra­diert. Ein Sprach­ge­setz ver­bie­tet den Gebrauch des Rus­si­schen im All­tag. Längst sind regie­rungs­kri­ti­schen Medi­en ver­bo­ten wor­den, zahl­rei­che kri­ti­sche Jour­na­lis­ten wur­den ermor­det. Nazis ter­ro­ri­sie­ren in der Ukrai­ne unge­straft Anders­den­ken­de. Anti­kom­mu­nis­mus und anti­rus­si­scher Ras­sis­mus grassieren.

Die NATO hat den Minsk-II Frie­dens­pro­zess von Beginn an unter­lau­fen, die Ukrai­ne sich nicht dar­an gehal­ten. Vor die­sem Hin­ter­grund nahm die Duma einen Antrag der Kom­mu­nis­ti­schen Par­tei der Rus­si­schen Föde­ra­ti­on (KPRF) zur Aner­ken­nung der Volks­re­pu­bli­ken Donezk und Lug­ansk an, deren kom­mu­nis­ti­sche Par­tei­en die­sen Schritt zum Schutz ihrer Lands­leu­te begrüß­ten. Die eng mit der KPRF ver­bun­de­ne und seit 2015 im Unter­grund agie­ren­de Kom­mu­nis­ti­sche Par­tei der Ukrai­ne bezog – mut­maß­lich aus Angst vor Gewalt – dazu noch nicht Stel­lung. Obwohl Russ­land mit Fol­gen bei Fort­set­zung des Beschus­ses von­sei­ten der Ukrai­ne droh­te, inten­si­vier­te letz­te­re sogar den Beschuss der Volks­re­pu­bli­ken. Vor die­sem Hin­ter­grund star­te­te am 24. Febru­ar eine Mili­tär­ope­ra­ti­on zum Schutz der Volks­re­pu­bli­ken Donezk und Lug­ansk sowie zur »Ent­mi­li­ta­ri­sie­rung und Ent­na­zi­fi­zie­rung« der Ukrai­ne (Prä­si­dent Putin). Ursa­che die­ser Ent­wick­lung ist das absicht­li­che Igno­rie­ren rus­si­scher Sicher­heits­be­dürf­nis­se. So wur­de die Ukrai­ne de fac­to zu einem NATO-Auf­marsch­ge­biet. Der Wes­ten woll­te noch nicht ein­mal aus­schlie­ßen, die im nächs­ten Jahr ein­satz­be­rei­ten US-Hyper­schall­ra­ke­ten »Dark Eagle« in der Ukrai­ne zu sta­tio­nie­ren. Das sind idea­le Erst­schlags­waf­fen. Prä­si­dent Putin hat lan­ge und gedul­dig davor gewarnt, dass die Inte­gra­ti­on der Ukrai­ne in die NATO zu irrever­si­blen Fol­gen für die ukrai­ni­sche Staat­lich­keit füh­ren werde.

Jahr­zehn­te­lang haben Sozia­lis­ten genau vor sol­chen Kon­se­quen­zen der NATO-Expan­si­on gewarnt. Nun sind sie da – da kuscht man vor der bür­ger­li­chen Kapi­ta­lis­ten­pres­se? In die­ser Situa­ti­on, wo sich Chi­na, Indi­en, Mexi­ko und zahl­rei­che wei­te­re Län­der des »glo­ba­len Südens« offen gegen die USA stel­len, scheint es unbe­dacht, wenn sich so man­che lin­ke Grup­pe nach dem Mot­to »die USA und Russ­land sind bei­des impe­ria­lis­ti­sche Län­der« auf eine schein­bar neu­tra­le Posi­ti­on zurück­zieht. Unter dem Deck­man­tel von abs­trakt zwar rich­ti­gen mar­xis­ti­schen Paro­len ver­steckt sich in der kon­kre­ten Situa­ti­on eine still­schwei­gen­de Zustim­mung zur NATO. Mit der Par­tei­nah­me für den Wes­ten, die ange­sichts der Zustim­mung zu den Coro­na-Zwangs­maß­nah­men nicht mehr über­ra­schen kann, iso­liert sich die­se Lin­ke gleich im Welt­maß­stab mit. Das umzin­gel­te Russ­land ver­tei­digt legi­ti­mer­wei­se das Fun­da­ment sei­ner Staat­lich­keit. Anti­im­pe­ria­lis­ten ging es stets um das Selbst­be­stim­mungs­recht der Völ­ker. Es gibt lei­der momen­tan kei­ne Aus­sicht dar­auf, dass die Arbei­ter in den USA, Euro­pa und Russ­land ihre Regie­run­gen stür­zen und die sozia­lis­ti­sche Welt­re­pu­blik aus­ru­fen. Was den Arbei­tern Russ­lands im Fal­le eines NATO-Sie­ges droht, zeigt das Schick­sal der Ukrai­ne. Ohne natio­na­le Unab­hän­gig­keit hat es die Arbei­ter­be­we­gung deut­lich schwe­rer. Die Ukrai­ner konn­ten der Ver­ar­mung und Faschi­sie­rung ihres Lan­des bis­her lei­der nichts ent­ge­gen­set­zen. Nun sol­len sie es nach dem Wunsch die­ser welt­frem­den Grup­pen also gleich­zei­tig mit der ukrai­ni­schen und rus­si­schen Armee wie der NATO auf­neh­men? Hoh­le welt­frem­de Phrasendrescherei.

Unterstützung des Ukrafaschismus bedeutet Refaschisierung Deutschlands

Der Nato-Wes­ten betreibt nun eine bru­ta­le Kap­pung wirt­schaft­li­cher Ver­bin­dun­gen mit Russ­land, die in einen rich­tig­ge­hen­den Wirt­schafts­krieg aus­ar­ten. Ob Baer­bock, von der Ley­en oder der fran­zö­si­sche Finanz- und Wirt­schafts­mi­nis­ter Bru­no Le Mai­re: Sie sagen offen, dass sie die rus­si­sche Wirt­schaft rui­nie­ren möch­ten. Das ist im Grun­de eine Kriegs­er­klä­rung. Was aber pas­siert, wenn die Sank­tio­nen nicht oder nicht wir­ken wie gewünscht? Dann bleibt eigent­lich nur noch der Schieß­krieg. Noch schlie­ßen maß­geb­li­che Poli­ti­ker einen hei­ßen Krieg aus. Lei­der wis­sen wir inzwi­schen, wie schnell schein­bar unver­rück­ba­re Gewiss­hei­ten auf­ge­ge­ben wer­den. Ers­te Stim­men for­dern bereits einen Kriegs­ein­tritt des Wes­tens gegen Russ­land, so Dalia Gry­bau­skai­tė, die ehe­ma­li­ge Prä­si­den­tin von Litau­en. Die Bun­des­re­gie­rung hat beschlos­sen, die Bun­des­wehr mit 100 Mil­li­ar­den Euro auf­zu­rüs­ten. Dar­aus folgt logisch die Wie­der­ein­füh­rung der Wehr­pflicht, dies­mal wohl für Män­ner und Frau­en. Denn irgend­je­mand muss ja die zahl­rei­chen neu­en Waf­fen­sys­te­me bedie­nen. Bereits jetzt stößt die Wer­bung der Bun­des­wehr für Frei­wil­li­ge an ihre Gren­zen. Inzwi­schen for­dert gar ein gemein­sa­mer Block von der AfD bis zur Lin­ken eine Wie­der­ein­füh­rung der Wehrpflicht.

Die EU geht nun zur offe­nen poli­ti­schen Zen­sur über. Die Ver­brei­tung von RT und Sput­nik ist auf allen Kanä­len ver­bo­ten. Auch Pri­vat­per­so­nen kön­nen belangt wer­den, die Inhal­te die­ser bei­den Medi­en­or­ga­ni­sa­tio­nen tei­len. Um die Ver­brei­tung von RT auch im Inter­net durch­zu­set­zen, wird die EU wohl eine Fire­wall um ihre Län­der errich­ten müs­sen. Die Zen­sur rus­si­scher Medi­en wird zahl­rei­che wei­te­re Zen­sur­maß­nah­men nach sich zie­hen. Dass eine sol­che Zen­sur eigent­lich nach Arti­kel 5 GG aus­drück­lich ver­bo­ten ist, stört die Poli­ti­ker nicht im Gerings­ten. Sor­gen müs­sen sie sich ver­mut­lich kei­ne machen: Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt unter Har­b­arth hat inzwi­schen Übung beim Durch­win­ken ekla­tan­ter Verfassungsbrüche.

Die »woke Can­cel Cul­tu­re« des Bür­ger­tums – den Jemen­krieg übri­gens völ­lig igno­rie­rend – geht der­weil in ordi­nä­ren Ras­sis­mus über: Restau­rants bedie­nen kei­ne rus­si­schen Gäs­te mehr, eine Post­stel­le kei­ne rus­si­schen Kun­den, 30 Bus­se eines russ­land­deut­schen Bus­un­ter­neh­mers wur­den beschä­digt, Rus­sen wer­den offen bedroht. Der welt­be­kann­te Diri­gent Ger­gi­jew wur­de nach einem Ulti­ma­tum von sei­ner Lei­tung der Münch­ner Phil­har­mo­ni­ker ent­las­sen. Rewe und Aldi ver­kau­fen kei­ne rus­si­schen Waren mehr. Vie­le Unter­neh­men stel­len in vor­aus­ei­len­dem Gehor­sam unauf­ge­for­dert ihre Lie­fe­run­gen nach Russ­land ein. Der Wes­ten schmeißt Russ­land aus allen Orga­ni­sa­tio­nen, wo ihm das nur mög­lich ist – sogar »rus­si­schen« Kat­zen wird die Teil­nah­me an Zucht­wett­be­wer­ben unter­sagt! Das Bür­ger­tum stei­gert sich in einen regel­rech­ten Kriegs­rausch hin­ein, durch­aus ver­gleich­bar mit dem August­er­leb­nis von 1914. Es schart sich hin­ter der Regierung.

Wir erle­ben gegen­wär­tig einen neu­en Schub an Demo­kra­tie­ab­bau und Auto­ri­ta­ris­mus. Anti­de­mo­kra­ti­sche Maß­nah­men wie die Impf­pflicht und Mas­sen­über­wa­chung per Digi­tal­pass kön­nen nun umso ein­fa­cher durch­ge­drückt wer­den. Tun wir alles in unse­rer Macht ste­hen­de dafür, dass die­ser Kriegs­rausch schnel­ler vor­bei geht als der des ers­ten Welt­krie­ges. Denn als Fol­ge der Sank­tio­nen gehen die Ener­gie­prei­se durch die Decke. Ein wei­te­rer mas­si­ver Ver­ar­mungs­schub ist abseh­bar. Dage­gen müs­sen wir brei­ten Wider­stand aufbringen!

Kei­ne wei­te­re Eska­la­ti­on. Frie­den mit Russland. 

Auf­he­bung aller anti­rus­si­schen Sank­tio­nen und Zensurmaßnahmen.

Ver­hand­lungs­lö­sung für die Ukrai­ne bei Respek­tie­rung der rus­si­schen Sicherheitsinteressen.

Freie Lin­ke Zukunft

Frieden_​für_​die_​Ukraine_​und_​Russland_​Flugblatt_​3_​Freie_​Linke_​Zukunft (Druck­da­tei PDF)

Bild: Post­kar­te zur rus­sisch-ukrai­ni­schen Freund­schaft 1960 beschrie­ben mit »Unse­re Freund­schaft erblühe«.

One thought on “Frieden für die Ukraine bedeutet Frieden mit Russland

  1. Ihr müsst Flug­blät­ter ver­fas­sen kurz, wach­rüt­telnd, ein­leuch­tend an alle. Wie einst die Kom­mu­nis­ten. Gespro­chen wur­de viel. Jetzt ist die Zeit zum Handeln.

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