China im Zeitalter des Neoliberalismus (1989 – 2008) – Artikelserie zu China Teil XI

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Dies ist der elf­te Teil einer umfas­sen­den auf meh­re­re Tei­le ange­leg­ten Arti­kel­se­rie von Jan Mül­ler über Chi­na. Beinhal­ten wird die Serie fol­gen­de Teile:

  1. Das alte Chi­na (plus Einleitung)
  2. Die Ent­ste­hung des Kapi­ta­lis­mus in Chi­na und die Ers­te Chi­ne­si­sche Revolution
  3. Die Zwei­te Chi­ne­si­sche Revo­lu­ti­on (1925 – 27)
  4. Die KPCh wird Gue­ril­la­be­we­gung (1928 – 1945)
  5. Der Chi­ne­si­sche Bür­ger­krieg und die Drit­te Chi­ne­si­sche Revo­lu­ti­on (1945 – 49)
  6. Von der »neu­de­mo­kra­ti­schen« zur sozia­lis­ti­schen Revolution
  7. Im Bünd­nis mit der Sowjet­uni­on (1949 – 60)
  8. Gro­ßer Sprung nach vor­ne, Bruch mit der Sowjet­uni­on und Kul­tur­re­vo­lu­ti­on: Der Hoch­mao­is­mus (1958 – 69)
  9. Umkehr der Alli­an­zen und Drei-Wel­ten-Theo­rie: Der Spät­mao­is­mus (1969 – 78)
  10. Ers­te Etap­pe der Wirt­schafts­re­for­men und Putsch­ver­such (1978 – 89)
  11. Chi­na im Zeit­al­ter des Neo­li­be­ra­lis­mus (1989 – 2008)
  12. Klei­ner Wohl­stand und neue Sei­den­stra­ße (ab 2008)
  13. Chi­na und Corona
  14. Schluss­fol­ge­run­gen über den Cha­rak­ter Chinas

China im Zeitalter des Neoliberalismus (1989 – 2008)

Das Epo­chen­jahr 1989 mar­kiert die welt­his­to­ri­sche Nie­der­la­ge des Sozia­lis­mus. Der Wes­ten sieg­te im Kal­ten Krieg. Damit waren die USA um Grö­ßen­ord­nun­gen mäch­ti­ger als zuvor. Sie waren nun die ein­zi­ge Super­macht. Die Plan­wirt­schaft war hoff­nungs­los diskreditiert.

Ande­rer­seits war Chi­na immer noch ein armes Agrar­land. Eine Indus­tria­li­sie­rung war jetzt umso not­wen­di­ger, da spä­tes­tens der Putsch­ver­such von 1989 zeig­te, dass der Wes­ten mas­siv Ein­fluss auf Chi­na neh­men, die Herr­schaft der KPCh stür­zen und das Land in den Sta­tus einer Halb­ko­lo­nie zurück­ver­wan­deln woll­te. Nur mit einer star­ken Indus­trie könn­te Chi­na die­sen Angrif­fen widerstehen.

Deng Xiao-ping stell­te 1991 die The­se auf, dass der Kapi­ta­lis­mus noch Raum für sei­ne Ent­wick­lung habe. Er ver­fü­ge nach wie vor über die Fähig­keit, sei­ne Wider­sprü­che in Trieb­kräf­te für die Ent­wick­lung der Pro­duk­tiv­kräf­te umzu­wan­deln. Dies wür­de sich in abseh­ba­rer Zukunft nicht ändern. Man müs­se vom Kapi­ta­lis­mus ler­nen, um den Sozia­lis­mus zu errich­ten.1

Das war die Maxi­me für die nun fol­gen­de chi­ne­si­sche Wirt­schafts­po­li­tik. Im Grun­de genom­men lief sie dar­auf hin­aus, die eige­ne Arbei­ter­klas­se dem inter­na­tio­na­len Kapi­tal zur Aus­beu­tung anzu­bie­ten. Allein die Gier die­ses Kapi­tals ver­schaff­te der VR Chi­na ein kur­zes Zeit­fens­ter, um die über­fäl­li­ge Indus­tria­li­sie­rung end­lich durch­füh­ren zu können.

Ange­sichts des nach 1989 ent­stan­de­nen Kräf­te­ver­hält­nis­ses gab es dazu wohl kei­ne Alter­na­ti­ve. Der Wes­ten war poli­tisch und mili­tä­risch so stark, dass er vor Kraft kaum lau­fen konn­te. Die weni­gen nach 1989 noch plan­wirt­schaft­li­chen Län­der wie die KDVR und Kuba wur­den bru­ta­len Sank­tio­nen unter­wor­fen und ihre wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung abgewürgt.

Im Jahr 1992 bezeich­ne­te Gene­ral­se­kre­tär Jiang Zemin das chi­ne­si­sche Wirt­schafts­mo­dell als sozia­lis­ti­sche Markt­wirt­schaft. Der XIV. Par­tei­tag der KPCh erklär­te im Jahr 1992, Chi­na befin­de sich min­des­tens 100 Jah­re (ab 1949) im Anfangs­sta­di­um des Sozia­lis­mus. Wich­tigs­te Auf­ga­be sei die Ent­wick­lung der Pro­duk­tiv­kräf­te und die Errei­chung des gemein­sa­men Wohlstandes.

Tat­säch­lich erfolg­te eine star­ke inhalt­li­che Anleh­nung an den neo­li­be­ra­len Kapi­ta­lis­mus, an sei­ne Wege, Metho­den und in bestimm­tem Maße sogar an das Ziel der Pro­duk­ti­on, so Hel­mut Peters.2

Die neo­li­be­ra­le Wirt­schafts­wis­sen­schaft erober­te eine fes­te Posi­ti­on in Chi­na und beein­fluss­te auch die Reform­po­li­tik.3 Dem­entspre­chend sahen die Maß­nah­men nach 1989 auch aus:

Pri­va­ti­sie­rung: Der Anteil der Staats­be­trie­be am BIP sank von 65% im Jahr 1985 auf unge­fähr 25% im Jahr 2005. Die Jah­re 2000 bis 2001 waren der Höhe­punkt der Pri­va­ti­sie­rungs­wel­le. 60,6% der neu­en Eigen­tü­mer hat­ten die jewei­li­gen Unter­neh­men vor­her im Auf­trag des Staa­tes gelei­tet. Für die Pri­va­ti­sie­run­gen gab es kei­ne Vor­ga­ben. Häu­fig wech­sel­ten die Betrie­be für einen Spott­preis. Teil­wei­se wur­de Staats­ei­gen­tum rich­tig­ge­hend ver­schleu­dert.4

Der staat­li­che Sek­tor wur­de auf die Beherr­schung von Schlüs­sel­po­si­tio­nen und Bran­chen kon­zen­triert, die für die öko­no­mi­sche Sicher­heit des Staa­tes ent­schei­dend sind. Das Ziel war, moder­ne gro­ße Unter­neh­men zu schaf­fen, die öko­no­misch auch inter­na­tio­nal kon­kur­renz­fä­hig sind. Staat­li­che Unter­neh­men kon­zen­trier­ten sich auf die Berei­che der mili­tä­ri­schen Indus­trie, Ener­gie­res­sour­cen, Ver­kehr, Pro­duk­ti­on schwe­rer Aus­rüs­tun­gen und Erschlie­ßung wich­ti­ger Erz­vor­kom­men. Noch 2006 wur­den fast die gesam­te Pro­duk­ti­on von Erd­öl, Erd­gas und Äthy­len sowie die gesam­te Tele­kom­mu­ni­ka­ti­on von staat­li­chen Unter­neh­men erbracht. Auf sie ent­fie­len 55% der Strom­erzeu­gung, 100% der Strom­erzeu­gung aus Kern­ener­gie, 82% des Gesamt­um­schlags im zivi­len Luft­trans­port, 89% des Güter­ver­kehrs zu Was­ser, 48% der Auto­mo­bil­pro­duk­ti­on, 60% der Pro­duk­ti­on von Stahl­ma­te­ri­al von hoher Wer­tig­keit, 70% der Pro­duk­ti­on von Aus­rüs­tun­gen für Was­ser­kraft­wer­ke und 75% der Aus­rüs­tun­gen für Wär­me­kraft­wer­ke. Auch die gro­ßen Geschäfts­ban­ken blie­ben in staat­li­cher Hand.5

Um die­se Betrie­be fit für den Markt zu machen, wur­den vor allem in den Jah­ren 1995 bis 98 alle nicht benö­tig­te Arbeits­kräf­te, ins­ge­samt 36 Mil­lio­nen Men­schen, kur­zer­hand ent­las­sen. Das bewirk­te eine dras­ti­sche Zunah­me der sozia­len Unsi­cher­heit und ver­hin­der­te ein gan­zes Jahr­zehnt lang wei­te­re Lohn­stei­ge­run­gen. Die Arbeits­lo­sig­keit schnell­te auf 10% hoch und blieb wäh­rend der gan­zen 00er ein gro­ßes sozia­les Pro­blem. Der Kern der chi­ne­si­schen Arbei­ter­klas­se wur­de wesent­lich geschwächt. Auch der Staats­ap­pa­rat wur­de ver­klei­nert und aus­ge­dünnt.6

Alle staat­li­chen Unter­neh­men wur­den ab 1997 in Akti­en­ge­sell­schaf­ten umge­wan­delt. Die bis­he­ri­gen Ver­pflich­tun­gen die­ser Unter­neh­men zum Bau von Werks­woh­nun­gen, Schu­len und Kin­der­gär­ten für die Kin­der der Betriebs­an­ge­hö­ri­gen sowie die Ver­sor­gung der Pen­sio­nä­re wur­den ersatz­los gestri­chen.7

Aus­lands­ka­pi­tal: Ab 1992 impor­tier­te Chi­nas gro­ße Men­gen aus­län­di­schen Kapi­tals. Es wur­de ange­lockt zunächst durch extrem nied­ri­ge Arbeits­kos­ten und ab den 00er Jah­ren durch den wach­sen­den chi­ne­si­schen Bin­nen­markt. Kapi­ta­lis­ten aus allen west­li­chen Län­dern ver­la­ger­ten arbeits­in­ten­si­ve Indus­trien nach Chi­na. Trans­na­tio­na­le Kon­zer­ne began­nen Tei­le der chi­ne­si­schen Wirt­schaft in ihre Pro­duk­ti­ons- und Absatz­netz­wer­ke einzubauen.

Der Bestand aus­län­di­scher Direkt­in­ves­ti­tio­nen in Chi­na ent­wi­ckel­te sich wie folgt:8

Der Bestand der aus­län­di­schen Direkt­in­ves­ti­tio­nen stieg bis 2004 auf 306,4 Mil­li­ar­den Dol­lar an. Chi­na war damit nach den USA zum zweit­größ­ten Impor­teur von Aus­lands­ka­pi­tal gewor­den. Das Aus­lands­ka­pi­tal war zu 70% im ver­ar­bei­ten­den Gewer­be konzentriert.

Der Anteil der Unter­neh­men mit aus­län­di­schem Kapi­tal am chi­ne­si­schen Außen­han­del belief sich 2002 auf 52,5%. Freie Pro­duk­ti­ons­zo­nen gab es nun nicht mehr. Das Aus­lands­ka­pi­tal konn­te sich über­all in Chi­na ansie­deln. Zunächst kon­zen­trier­ten sich die Aus­lands­in­ves­ti­tio­nen auf Betrie­be der Lohn­ver­ede­lung, wo Roh­stof­fe impor­tiert und in Chi­na auf­grund der nied­ri­gen Löh­ne nur beson­ders arbeits­in­ten­si­ve Tätig­kei­ten aus­ge­führt wur­den. Anschlie­ßend wur­den die Pro­duk­te wie­der expor­tiert. In den 00er Jah­ren inves­tier­te das Aus­lands­ka­pi­tal zuneh­mend in Betrie­be, die für den chi­ne­si­schen Bin­nen­markt pro­du­zier­ten. Häu­fig wur­den die aus­län­di­schen Kapi­ta­lis­ten gezwun­gen, ein Joint Ven­ture mit chi­ne­si­schen Staats­be­trie­ben ein­zu­ge­hen. Damit ein­her ging auch ein Tech­no­lo­gie­trans­fer an die chi­ne­si­sche Seite.

Kom­mo­di­fi­zie­rung: Mit der Auf­lö­sung der Volks­kom­mu­nen im Jahr 1985 ende­te auch kos­ten­lo­se Grund­schul­aus­bil­dung und medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung, so unvoll­kom­men sie auch waren. Auch in den Städ­ten wur­den Kran­ken­häu­ser nun aus­schließ­lich nach Markt­ge­sichts­punk­ten betrieben.

In den 90er und 00er Jah­ren stie­gen die Kos­ten für medi­zi­ni­sche Behand­lun­gen und Medi­ka­men­te rapi­de an. Wäh­rend die Löh­ne der Arbei­ter in den Jah­ren zwi­schen 1985 und 2005 um das 20fache gestie­gen sind, nah­men die Kos­ten für ärzt­li­che Behand­lung und Medi­ka­men­te um das 200fache zu. Vie­le Bau­ern und Arbei­ter konn­ten sich eine Kran­ken­be­hand­lung schlicht nicht mehr leis­ten.9

Die staat­li­chen Aus­ga­ben für das Bil­dungs­we­sen waren noch im Jahr 2005 mit 2% des BIP außer­or­dent­lich nied­rig. Auch der Besuch der neun­jäh­ri­gen Grund- und Mit­tel­schu­le war wie­der kos­ten­pflich­tig. Die Kos­ten für den Schul­be­such erhöh­ten sich geschwind. In den Jah­ren 2004/2005 kos­te­te der Besuch der Ober­stu­fe der Mit­tel­schu­le (9. bis 12. Klas­se) 15.000 Yuan, die Stu­di­en­ge­büh­ren einer nor­ma­len Uni­ver­si­tät betru­gen für vier Jah­re 40.000 bis 50.000 Yuan. Das durch­schnitt­li­che Jah­res­ein­kom­men für Bau­ern betrug 2005 3.200 Yuan. Die­se Ent­wick­lung för­der­te eine sozia­le Aus­le­se unter den Stu­die­ren­den zuguns­ten des Klein­bür­ger­tums und der Bour­geoi­sie.10

Die bis­her staat­li­chen Woh­nun­gen wur­den in den 90er Jah­ren voll­stän­dig pri­va­ti­siert. Die Ver­tei­lung von Wohn­raum soll­te der Markt über­neh­men. Ein­zel­ne Unter­neh­men för­der­ten den Erwerb von Woh­nun­gen ihrer Ange­stell­ten durch Kre­di­te oder Kre­dit­bürg­schaf­ten.11

Aller­dings wur­den im Ver­lauf der 90er Jah­re 150 Mil­lio­nen Men­schen aus der Armut geholt und damit die Armut im Lan­de hal­biert. Chi­na war fast das ein­zi­ge Land, das im neo­li­be­ra­len Zeit­al­ter eine Armuts­re­duk­ti­on in grö­ße­rem Umfang errei­chen konn­te. Dem steht aller­dings gegen­über, dass der Tei­le der bis­her sozi­al gut abge­si­cher­ten Arbei­ter­klas­se sowie Tei­le der Bau­ern­schaft ver­arm­ten.12

Die Ent­las­sungs­wel­le der 90er Jah­re zwang die KPCh, ein Sys­tem der Sozi­al­ver­si­che­rung zu schaf­fen und zwar eine Arbeitslosen‑, Ren­ten- und Kran­ken­ver­si­che­rung nach deut­schem Vor­bild. Aller­dings erreich­te die­ses Sys­tem bis zum Jahr 2003 nur 270 Mil­lio­nen Men­schen.13

Ins­ge­samt wuch­sen das Brut­to­in­lands­pro­dukt und auch Brut­to­in­lands­pro­dukt pro Kopf in den 90er und 00er Jah­ren beträcht­lich, wie fol­gen­de Tabel­len zeigen:

Brut­to­in­lands­pro­dukt in Mil­li­ar­den Yuan 1978 – 200414

Brut­to­in­lands­pro­dukt pro Kopf in Yuan 1978 – 200415

Zwi­schen 1992 und 2002 konn­te Chi­na bei einer durch­schnitt­li­chen jähr­li­chen Wachs­tums­ra­te von 8,69% sein BIP um das 3,9 fache erhö­hen. Die Wachs­tums­ra­te des BIP erreich­te in die­ser Zeit Spit­zen­wer­te von 14,2% in einem Jahr. Chi­na rück­te vom 10. auf den 6. Platz der größ­ten Wirt­schafts­mäch­te vor. Aller­dings arbei­te­ten im Jahr 2004 immer noch 49% aller Erwerbs­tä­ti­gen in der Land­wirt­schaft. Im sel­ben Jahr tru­gen die Land­wirt­schaft 14,6%, die Indus­trie 52,2% und die Dienst­leis­tun­gen 33,2% zum BIP bei.16

Mit dem Über­gang zum Kapi­ta­lis­mus zog die auch Akku­mu­la­ti­ons­ra­te an. Sie stieg von 37,9% im Jahr 1978 auf 42,2% im Jahr 2003. Die Kon­sum­ti­ons­ra­te sank in die­ser Zeit von 62,1% auf 57,8%.17

Die gewal­ti­ge Stei­ge­rung des BIP war aber zunächst noch nicht mit einer Erhö­hung der Arbeits­pro­duk­ti­vi­tät ver­bun­den, son­dern das Wachs­tum war haupt­säch­lich exten­siv. Der Res­sour­cen­ver­brauch war sehr hoch: Mit einem welt­wei­ten BIP-Anteil von 4% ver­brauch­te Chi­na 8% des Erd­öls, 10 Pro­zent der Elek­tro­en­er­gie, 19 % des Bleis und 31 % der Koh­le. Der Ener­gie­ver­brauch für die Stahl­er­zeu­gung lag in Chi­na 40 % über dem Welt­durch­schnitt.18

In Chi­na nahm die Umwelt­ver­schmut­zung stark zu. Größ­te Pro­ble­me waren die abneh­men­den Trink­was­ser­re­ser­ven, die Zer­stö­rung des Acker­bo­dens durch Ero­si­on und Deser­ti­fi­zie­rung sowie die Luft­ver­schmut­zung. 16 der 20 Städ­te der Welt mit den größ­ten Umwelt­pro­ble­men lagen in Chi­na.19

Bereits im Jahr 2004 wur­den in Chi­na 5,7 Mil­lio­nen Kraft­fahr­zeu­ge pro­du­ziert und 22,34 Mil­lio­nen Com­pu­ter (frei­lich nicht Com­pu­ter­pro­zes­so­ren). Die Elek­tro­nik mach­te im Jahr 2002 schon 10,19 % des BIPs aus. Ein Bei­spiel für einen schnel­len Auf­stieg war der chi­ne­si­sche PC-Pro­du­zent Leno­vo. Noch unter dem Namen Legend wur­de 1990 der Nach­bau von PCs begon­nen. Sehr bald ent­wi­ckel­ten die Tech­ni­ker der Fir­ma eige­ne Gerä­te für den chi­ne­si­schen Markt. Am Ende des Jah­re 2004 kauf­te Leno­vo die kom­plet­te Gerä­te­pro­duk­ti­on von IBM auf. Nach Hew­lett-Packard und Dell war der chi­ne­si­sche Kon­zern nun mit einem Markt­an­teil von 8 Pro­zent, einem Umsatz von 12 Mil­li­ar­den Dol­lar und 12 Mil­lio­nen pro­du­zier­ten PCs im Jahr die Num­mer drei in der Welt.20

Der Außen­han­del Chi­nas ent­wi­ckel­te sich in den Jah­ren 1978 bis 2004 wie folgt (in Mil­li­ar­den Dol­lar):21

Chi­na erreich­te in den 90er Jah­ren einen gro­ßen Export­über­schuss und wur­de im Jahr 2009 erst­mals Export­welt­meis­ter, also das Land mit dem größ­ten Außen­han­dels­bei­trag. Wich­tigs­ter Han­dels­part­ner in die­ser Peri­ode waren die USA. Das Han­dels­vo­lu­men USA – Chi­na hat enorm zuge­nom­men, von 1 Mil­li­ar­de US-Dol­lar 1978 auf 285,3 Mil­li­ar­den 2005. Das Gesamt­vo­lu­men der US-Direkt­in­ves­ti­tio­nen in Chi­na zwi­schen 1979 und 2005 betrug 51,1 Mil­li­ar­den Dol­lar. Damit waren die USA nach Hong Kong der zweit­größ­te Inves­tor in Chi­na.22

Im Jahr 2001 trat Chi­na der Welt­han­dels­or­ga­ni­sa­ti­on WTO bei. Da die USA dort über ein Veto­recht ver­füg­ten, muss­te Chi­na im Vor­feld bei den Bei­tritts­ver­hand­lun­gen bit­te­re Zuge­ständ­nis­se machen und zahl­rei­che Bran­chen für aus­län­di­sche Inves­ti­tio­nen öff­nen, die eigent­lich den Staats­un­ter­neh­men vor­be­hal­ten wer­den soll­ten, dar­un­ter der Ban­ken­sek­tor, der Ver­si­che­rungs­markt und die Tele­kom­mu­ni­ka­ti­on. Der Regie­rung wur­de es ver­bo­ten, auf die wirt­schaft­li­chen Ent­schei­dun­gen der staat­li­chen Unter­neh­men Ein­fluss zu neh­men. Nach einer Über­gangs­frist von 6 Jah­ren war es Chi­na eben­falls ver­bo­ten bei aus­län­di­schen Inves­ti­tio­nen in bestimm­te Bran­chen einen Tech­no­lo­gie­trans­fer zu ver­lan­gen. Die staat­li­chen Agrar­sub­ven­tio­nen durf­ten höchs­tens 8,5 % der Pro­duk­ti­ons­prei­se errei­chen. Das ist weni­ger, als die WTO bei Ent­wick­lungs­län­dern erlaubt. Die Vor­tei­le des WTO-Bei­tritts für Chi­na waren ein Schutz vor will­kür­li­chen Sank­tio­nen und han­dels­po­li­ti­schen Straf­maß­nah­men des Wes­tens sowie Ein­fluss­mög­lich­keit auf wei­te­re Ver­hand­lun­gen im Rah­men der WTO.23

Die WTO war vom Wes­ten als ein Peri­phe­ri­sie­rungs­in­stru­ment ange­legt, das die rei­bungs­lo­se Aus­beu­tung der Ent­wick­lungs­län­der sicher­stel­len und deren Ent­wick­lung ver­hin­dern soll­te. Im Fall von Chi­na pas­sier­te jedoch das Gegen­teil. Nach 2001 ström­te mas­sen­haft Aus­lands­ka­pi­tal ins Land und die Indus­trie erleb­te einen gro­ßen Auf­schwung.24

Mit den Refor­men ver­grö­ßer­ten sich die regio­na­len Unter­schie­de. Lag das durch­schnitt­li­che BIP pro Kopf im Lan­des­durch­schnitt bei der Index­zahl 100, so lagen 2002 die Wer­te für Ost­chi­na bei über 200, für Mit­tel­chi­na bei 88 und für West­chi­na bei 70.25

Die füh­ren­den Wirt­schafts­ge­bie­te lagen alle­samt Ost­teil des Lan­des: Die Regi­on um Shang­hai, das Perl­fluss­del­ta in der Pro­vinz Guang­dong und die Shan­dong-Halb­in­sel nörd­lich von Shang­hai.26

Auch die sozia­len Unter­schie­de zwi­schen den Klas­sen nah­men rapi­de zu. Der GINI-Index misst die sozia­le Ungleich­heit einer Gesell­schaft. Er schnell­te von 0,1 im Jahr 1978 auf 0,46 im Jahr 2002 hoch. Chi­na wur­de damit zu einem der Län­der mit der größ­ten sozia­len Ungleich­heit der Welt, nur ver­gleich­bar mit Bra­si­li­en und ähn­li­chen Län­dern in Latein­ame­ri­ka.27

Die Klas­sen­ver­hält­nis­se stell­ten sich in Chi­na im Jahr 2003 wie folgt dar.28

Zum Klein­bür­ger­tum zäh­len selb­stän­di­ge Klein­un­ter­neh­mer, die Intel­li­genz, Lei­ten­des Manage­ment, Ange­stell­te im Par­tei- und Staats­ap­pa­rat, Füh­rungs­ka­der und Freiberufler.

Die chi­ne­si­sche Sozi­al­struk­tur glich einer Pyra­mi­de. Zum brei­ten Sockel von 70% gehör­ten Bau­ern, Arbei­ter – dar­un­ter Wan­der­ar­bei­ter – und städ­ti­sche Arme. Bei 30% war selbst die Ernäh­rungs- und Klei­der­fra­ge noch nicht gelöst.

Die Arbei­ter­klas­se nahm in den 90er und 00er Jah­ren zah­len­mä­ßig stark zu. Von den 275 Mil­lio­nen Arbei­tern waren aller­dings 100 Mil­lio­nen Wan­der­ar­bei­ter mit gerin­ge­ren Rech­ten. Sie durf­ten sich in den Städ­ten nicht fest ansie­deln, son­dern nur für eine begrenz­te Zeit dort arbei­ten. Das bewirk­te inter­na­tio­nal unschlag­bar nied­ri­ge Löh­ne. Der Anteil der Fach­ar­bei­ter war dage­gen mit 5% gering geblieben.

Mit der Ein­füh­rung des Kapi­ta­lis­mus wur­de die Arbeits­kraft zu einer Ware und die sozia­le Unsi­cher­heit nahm stark zu. Die stets dro­hen­de Arbeits­lo­sig­keit führ­te zu einer deut­lich län­ge­ren Arbeits­zeit, man­geln­der Unfall­si­cher­heit, gerin­ger Bezah­lung und häu­fig sogar aus­blei­ben­de Lohn­zah­lun­gen. 72% der Wan­der­ar­bei­ter arbei­te­ten 6 oder gar 7 Tage in der Woche. Eine Sozi­al­ver­si­che­rung wur­de erst ab 1997 lang­sam auf­ge­baut.29

Die Ein­kom­men haben sich zwar im Durch­schnitt erhöht, die Prei­se aber auch. Wäh­rend die weni­gen Fach­ar­bei­ter zu den Gewin­nern der Reform gehör­ten, gehör­te die Mas­se der unge­lern­ten Arbei­ter zu den Ver­lie­rern. Streiks und Pro­test­ak­tio­nen der Arbei­ter nah­men in den 00er Jah­ren immer mehr zu. Die­se beschränk­ten sich jedoch auf ein­zel­ne Betrie­be. Eine unab­hän­gi­ge über­re­gio­na­le Orga­ni­sie­rung der Arbei­ter wur­de unterbunden.

Die Ansied­lungs- und Stadt­pla­nungs­po­li­tik – dar­un­ter das Sys­tem der Wan­der­ar­bei­ter – ver­hin­dert zusam­men mit dem leis­tungs­fä­hi­gen Indus­trie­sek­tor immer­hin die Ent­ste­hung von Slums. Die hier­aus resul­tie­ren­de Stadt­ent­wick­lung glich daher nicht der Ver­städ­te­rung im Süden, son­dern dem Urba­ni­sie­rungs­mo­dell von Man­ches­ter, Ber­lin oder St. Peters­burg im Zeit­al­ter des Impe­ria­lis­mus.30

Auch die chi­ne­si­sche Bau­ern­schaft war in den 90er Jah­ren sozi­al stark pola­ri­siert. Eine klei­ne Zahl von Groß­bau­ern lie­fer­te einen beträcht­li­chen Teil der land­wirt­schaft­li­chen Pro­duk­te für den Markt, beschäf­tig­te Lohn­ar­bei­ter und hat­te ein hohes Ein­kom­men. Ein mitt­le­rer Teil der Bau­ern stütz­te sich auf die fami­liä­ren Arbeits­kräf­te und hat­te ein rela­tiv sta­bi­les Ein­kom­men. Für sie war das Pro­blem von Nah­rung und Klei­dung gelöst. Die ärms­ten Tei­le der Bau­ern­schaft leb­ten am Ran­de des Exis­tenz­mi­ni­mums und muss­ten sich zusätz­lich als Lohn­ar­bei­ter verdingen.

Das Dorf war in jeder Hin­sicht hin­ter der all­ge­mei­nen Ent­wick­lung zurück­ge­blie­ben. Analpha­be­ten­tum und Armut waren in den 00er Jah­ren vor allem noch im Dorf ver­brei­tet. Die Mehr­heit der Bau­ern konn­te es sich nicht mehr leis­ten, einen Arzt oder gar ein Kran­ken­haus auf­zu­su­chen. Die sozia­le Unsi­cher­heit im rück­stän­di­gen Dorf schuf einen frucht­ba­ren Boden für das Wie­der­auf­le­ben archai­scher Ideo­lo­gien und Sit­ten, tra­di­tio­nel­ler Reli­gio­si­tät und Aber­glau­ben. Ein Bei­spiel hier­für ist die Falun Gong Sek­te.31

Ursa­che die­ser Ent­wick­lung ist die dua­lis­ti­sche chi­ne­si­sche Wirt­schafts- und Sozi­al­struk­tur. Bereits seit Mit­te der 50er Jah­re schot­te­te sich die Stadt vom Dorf ab und zog es zur Finan­zie­rung der ursprüng­li­chen Akku­mu­la­ti­on der Indus­trie her­an.32

Die Bau­ern wur­den in den 90er Jah­ren von der ört­li­chen Macht mit dut­zen­den von will­kür­li­chen Abga­ben belegt; ihr Ein­kom­men sta­gnier­te oder ging zurück. Hier­ge­gen wehr­ten sie sich mit teils gewalt­sa­men Pro­tes­ten.33

Tei­le der Arbei­ter und Bau­ern waren in den 00er Jah­ren immer noch arm und hat­ten oft­mals nicht das aller­nö­tigs­te Geld für das täg­li­che Leben, geschwei­ge denn für die Bil­dung ihrer Kin­der und die Gesundheit.

22,6% der Bevöl­ke­rung gehör­ten zum Klein­bür­ger­tum oder der Mit­tel­schicht. Ange­hö­ri­ge die­ser Klas­se waren bereits rela­tiv wohl­ha­bend. Dies zeig­te sich im Besitz von moder­nen und grö­ße­ren Woh­nun­gen und von lang­le­bi­gen Kon­sum­gü­tern. Neue Möbel, Wasch­ma­schi­nen, Kühl­schrän­ke, Farb­fern­se­her, Tele­fon und Mobil­te­le­fon, z.T. auch Com­pu­ter und PKW waren bereits in Mit­tel­klas­se­haus­hal­ten anzu­tref­fen. Damit ent­stand ein attrak­ti­ver Markt für das inter­na­tio­na­le Kapi­tal.34

Im Jahr 2003 gab es 3,4 Mil­lio­nen regis­trier­te pri­vat­ka­pi­ta­lis­ti­sche Unter­neh­men, die von 6 Mil­lio­nen Kapi­ta­lis­ten getra­gen wur­den. Das Lohn­ni­veau in die­sen Betrie­ben war deut­lich gerin­ger als in Staats­be­trie­ben. Die Kapi­ta­lis­ten führ­ten nur für 15% ihrer Beschäf­tig­ten Sozi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge ab und nur 2/3 hat­ten über­haupt einen schrift­li­chen Arbeitsvertrag.

Im Jahr 2004 gab es 300.000 Dol­lar-Mil­lio­nä­re in Chi­na, also Per­so­nen, die über ein Pri­vat­ver­mö­gen von umge­rech­net mehr als einer Mil­li­on Dol­lar ver­füg­ten.35

Die neue chi­ne­si­sche Kapi­ta­lis­ten­klas­se ent­stand als Klas­se haupt­säch­lich im Rah­men der ursprüng­li­chen Akku­mu­la­ti­on durch Aneig­nung von staat­li­chem Ver­mö­gen, Kor­rup­ti­on, Aus­nut­zung von Geset­zes­lü­cken, Umge­hen von Steu­ern sowie unse­riö­sen Markt­prak­ti­ken.36

Im Jahr 2002 erlaub­te die KPCh offi­zi­ell den Ein­tritt von Kapi­ta­lis­ten in die Par­tei. Nach einer Unter­su­chung aus dem Jahr 2003 sol­len 33,9 % aller kapi­ta­lis­ti­schen Unter­neh­mer des Lan­des der KPCh ange­hö­ren. Vie­le von ihnen waren vor der Pri­va­ti­sie­rung Lei­ter von staat­li­chen Unter­neh­men, die sie nun selbst besa­ßen.37

In den 00er Jah­ren nahm die Kor­rup­ti­on von Par­tei­ka­dern unge­ahn­te Aus­ma­ße an. Die KPCh droh­te, sich in einen rei­nen Macht­ap­pa­rat zu ver­wan­deln. Die von der Par­tei­füh­rung ver­brei­te­te Ideo­lo­gie des markt­wirt­schaft­li­chen Sozia­lis­mus schien nie­man­den zu über­zeu­gen.38

In den 70er Jah­ren schloss die VR Chi­na ein Bünd­nis mit den USA, um den »sowje­ti­schen Expan­sio­nis­mus«, also die Aus­brei­tung der Welt­re­vo­lu­ti­on, zu kon­tern. Als die Sowjet­uni­on in den 80er Jah­ren schwä­cher wur­de, lös­te sich die VR Chi­na aus dem engen Bünd­nis mit den USA und prak­ti­zier­te eine Schau­kel­po­li­tik zwi­schen den bei­den Supermächten.

Das war nach 1989 nicht mehr mög­lich. Chi­na muss­te sich – ob es woll­te oder nicht – erneut an die USA anleh­nen. Denn das Land benö­tig­te den rie­si­gen US-Markt als Ziel für sei­ne Expor­te. Die von den USA kon­trol­lier­ten inter­na­tio­na­len Finanz­märk­te muss­ten »Ver­trau­en« in die VR Chi­na fas­sen, um Kapi­tal dort­hin zu exportieren.

Chi­na ver­ab­schie­de­te sich des­halb prak­tisch für zwei Jahr­zehn­te von einer akti­ven Außen­po­li­tik. Das Land folg­te nun den von Deng Xiao-ping im Jahr 1993 auf­ge­stell­ten vier Prinzipien:

  1. Kei­ne Kon­fron­ta­ti­on wünschen.
  2. Kei­ne Kon­fron­ta­ti­on provozieren.
  3. Sich nicht konfrontieren.
  4. Sich vor Sank­tio­nen nicht ängs­ti­gen und sich ihnen nicht wider­set­zen.39

Die chi­ne­si­sche Füh­rung hat­te sich ent­schie­den ein Teil der von den USA domi­nier­ten glo­ba­len Ord­nung zu sein und allen­falls von einem imma­nen­ten Stand­punkt aus Allein­gän­ge der USA als der natür­li­chen Füh­rungs­macht des Impe­ri­ums zu kri­ti­sie­ren. Noch am 17. März 2011 erlaub­te Chi­na durch sei­ne Ent­hal­tung in UN-Sicher­heits­rat das Inkraft­tre­ten der UN-Reso­lu­ti­on 1973 und damit die abseh­ba­re Zer­stö­rung des liby­schen Staates.

Kom­men­ta­to­ren setz­ten das Schlag­wort von »Chin­me­ri­ca« in die Welt. Es ist eine Anspie­lung an den Begriff Chi­mä­re und soll­te eine sym­bio­ti­sche Bezie­hung zwi­schen der VR Chi­na und den USA aus­drü­cken. Chi­na braucht die USA als Absatz­markt für sei­ne Pro­duk­te und die USA brau­chen Chi­na als Käu­fer für ihre Staats­an­lei­hen, wodurch der Super­macht­sta­tus gesi­chert bleibt.

Trotz­dem konn­te Chi­na in den 90er Jah­ren einen bedeu­ten­den außen­po­li­ti­schen Erfolg ver­bu­chen: Am 1. Juli 1997 wur­de die bri­ti­sche Kron­ko­lo­nie Hong Kong an Chi­na zurück­ge­ge­ben. Das Land darf sein kapi­ta­lis­ti­sches Sys­tem 50 Jah­re lang behal­ten. Am 19. Dezem­ber 1999 folg­te die por­tu­gie­si­sche Kolo­nie Macao unter den glei­chen Bedin­gun­gen.40

Auch gab es Gegen­ten­den­zen, die im Wes­ten aber zunächst nicht wahr­ge­nom­men wur­den: Seit dem Jahr 2007 spricht Chi­na von einer mul­ti­po­la­ren Welt als Aus­dru­cke eines inter­na­tio­na­len Kräf­te­gleich­ge­wichts. Damit wird impli­zit der Welt­herr­schafts­an­spruch der USA und des Wes­tens im All­ge­mei­nen zurück­ge­wie­sen.41

In die­ser Zeit hat die VR Chi­na ihre Wirt­schafts­be­zie­hun­gen zu den Ent­wick­lungs­län­dern in Asi­en, Latein­ame­ri­ka und vor allem in Afri­ka wesent­lich ver­stärkt. Chi­ne­si­sches Ziel war die Siche­rung des Roh­stoff­be­darfs, aber die Län­der hat­ten auch ähn­li­che poli­ti­sche Inter­es­sen. Vor allem setz­ten sie sich für eine neue Welt­wirt­schafts­ord­nung ein. Die­ses Kon­zept sah unter ande­rem höhe­re und bere­chen­ba­re Prei­se für Roh­stof­fe vor.

Chi­na hat­te Ende 2006 1,6 Mil­li­ar­den Dol­lar in 49 afri­ka­ni­schen Län­dern inves­tiert und dort rund 800 Unter­neh­men gegrün­det. An den regel­mä­ßig statt­fin­den­den chi­ne­sisch-afri­ka­ni­schen Gip­fel­tref­fen nah­men regel­mä­ßig die Staats­chefs Chi­nas und fast aller afri­ka­ni­scher Staa­ten teil.42

Im Unter­schied zum Wes­ten stell­te Chi­na kei­ne poli­ti­schen Bedin­gun­gen für den Han­del mit den Ent­wick­lungs­län­dern. Die Han­dels­be­zie­hun­gen basie­ren auf den Prin­zi­pi­en der Gleich­be­rech­ti­gung und des gemein­sa­men Nut­zens. In der Pra­xis fin­det ein Tausch von Roh­stof­fen gegen die Lie­fe­rung von Indus­trie­an­la­gen sowie Pro­jek­ten im Bereich der Land­wirt­schaft, der Infra­struk­tur und des Gesund­heits- und Bil­dungs­we­sens statt. Auch kam es zu Schul­den­strei­chun­gen. Die afri­ka­ni­schen Län­der beka­men zudem zoll­frei­en Zugang zum chi­ne­si­schen Markt. Außer­dem bil­de­te Chi­na bis 2007 15.000 Afri­ka­ner an sei­nen Uni­ver­si­tä­ten aus.43

Damit trug Chi­na dazu bei, dass sich vie­le afri­ka­ni­sche Län­der von den neo­li­be­ra­len Schocks der 80er und 90er Jah­re erho­len konn­ten und ihre Wirt­schaft lang­sam wie­der zu wach­sen begann. Peters resümiert:

Die öko­no­mi­sche Zusam­men­ar­beit mit der VR Chi­na ver­grö­ßert objek­tiv die Mög­lich­keit der Län­der der Drit­ten Welt, sich aus dem Sys­tem der neo­ko­lo­nia­len Aus­beu­tung durch den Wes­ten zu befrei­en und einen eigen­stän­di­gen Weg des sozia­len Fort­schritts zu gehen.44

Deng sag­te bekannt­lich im Jahr 1991, der Kapi­ta­lis­mus hät­te noch nicht sei­ne Fähig­keit ver­lo­ren, Wider­sprü­che pro­duk­tiv zu lösen. Dies ist eine empi­ri­sche Fest­stel­lung, aber kei­nes­falls eine tief­schür­fen­de öko­no­mi­sche Ana­ly­se basie­rend auf dem Mar­xis­mus. Vie­le Lin­ke waren in den 80er Jah­ren geblen­det von der mili­tä­ri­schen und poli­ti­schen Stär­ke des Wes­tens. Tat­säch­lich aber war in die­sem Jahr­zehnt sei­ne wirt­schaft­li­che Situa­ti­on nicht gera­de berau­schend. Die Pro­fi­te in der Indus­trie waren nied­rig, an den Bör­sen häuf­ten sich Kurs­ein­brü­che, so zum Bei­spiel am schwar­zen Mon­tag, dem 19. Okto­ber 1987, wo der Dow-Jones-Index inner­halb eines Tages um 23% fiel.

Die­se Situa­ti­on änder­te sich erst mit der welt­his­to­ri­schen Nie­der­la­ge des Sozia­lis­mus im Jahr 1989. Mit einem Schlag ström­ten in den 90er Jah­ren in Ost­eu­ro­pa, Russ­land und Chi­na meh­re­re 100 Mil­lio­nen Men­schen auf den glo­ba­len Arbeits­markt, so dass der Wert der Ware Arbeits­kraft rapi­de sank. Unter­neh­men ver­la­ger­ten beson­ders arbeits­in­ten­si­ve Pro­duk­tio­nen nach Chi­na, wo die Arbeits­kraft unschlag­bar bil­lig war. Ande­re Pro­duk­tio­nen, die zum Bei­spiel Metall­fach­ar­bei­ter ver­lang­ten, wur­den nach Ost­eu­ro­pa ver­la­gert. Auch hier waren die Löh­ne sehr nied­rig. In den west­li­chen Staa­ten blie­ben häu­fig nur noch For­schungs­ab­tei­lun­gen und bes­ten­falls noch Wer­ke für die End­mon­ta­ge. Aber auch hier wirk­te die Dro­hung mit Betriebs­ver­la­ge­run­gen ins Aus­land und setz­te die Arbei­ter und Gewerk­schaf­ten mas­siv unter Druck.

Tei­le der west­li­chen Indus­trie­pro­duk­ti­on wur­den still­ge­legt, zum Bei­spiel im Ruhr­ge­biet. Ein Lohn­ge­fäl­le von 1 zu 20 führt dazu, dass die Indus­trie­ba­sis der west­li­chen Län­der stark schrumpf­te. Indus­trie­ar­beits­plät­ze wur­den von Chi­na gera­de­zu abge­saugt. Die west­li­chen Öko­no­mien nah­men zuneh­mend para­si­tä­re Züge an. So sind zwi­schen 1997 und 2003 allein in den USA drei Mil­lio­nen Indus­trie-Arbeits­plät­ze ver­lo­ren gegan­gen.45

Die kon­kur­rie­ren­den Kapi­tal­in­ter­es­sen wur­den nun nicht mehr nur von den Natio­nal­staa­ten gebün­delt. Quer zu die­sen dehnt sich die Herr­schaft des trans­na­tio­na­len Kapi­tals aus, die von den Ein­rich­tun­gen der Welt­markt­re­gu­la­ti­on flan­kiert ist und als deren bewaff­ne­ter Arm das US-Mili­tär und die NATO fun­giert. Das US-Impe­ri­um ist das Impe­ri­um des trans­na­tio­na­len Kapi­tals. Den natio­na­len Regie­run­gen weist es die Auf­ga­be zu, den Geset­zen des Welt­mark­tes und den Ansprü­chen des Finanz­ka­pi­tals und der trans­na­tio­na­len Kon­zer­ne im Lan­de Gel­tung zu ver­schaf­fen.46

Koor­di­niert wur­den die zahl­rei­chen, nun über die gan­ze Welt nach Pro­fit­ge­sichts­punk­ten ver­streu­ten Fir­men durch das Inter­net. Es ent­stan­den Netz­werk­fir­men, wo Spit­zen­un­ter­neh­men eine strik­te Kon­trol­le der welt­weit frag­men­tier­ten Pro­duk­ti­ons­pro­zes­se ausüben.

  1. An der Spit­ze des Netz­werks steht das Haupt­un­ter­neh­men, wel­ches sich auf Kern­kom­pe­ten­zen wie Pro­dukt­ent­wick­lung, Design, End­mon­ta­ge (manch­mal), Ver­trieb und zuneh­mend auf Dienst­leis­tun­gen wie Kre­dit­ge­wäh­rung, Lea­sing, Ver­si­che­run­gen, War­tungs­ver­trä­ge etc. konzentriert.
  2. In geo­gra­phi­scher Nähe dazu fin­det sich eine Rei­he von pri­mä­ren Zulie­fe­rern (Auto­mo­bil­in­dus­trie) bzw. Kon­trakt­fer­ti­gern (Com­pu­ter­in­dus­trie). Sie sind bezo­gen auf die her­ge­stell­te Pro­dukt­grup­pe selbst ver­ant­wort­lich für For­schung und Ent­wick­lung, bzw. für Pro­zes­s­in­no­va­tio­nen. Die in Kon­kur­renz zuein­an­der ste­hen­den Unter­neh­men ent­wi­ckeln For­men der Koope­ra­ti­on, z.B. gemein­sa­me Infra­struk­tu­ren, Pro­duk­ti­ons­stan­dards oder gemein­sa­me For­schung und Ent­wick­lung. Die­se Sub­un­ter­neh­men kön­nen noch einen rela­tiv gro­ßen Teil des bei ihnen pro­du­zier­ten Mehr­werts für sich beanspruchen.
  3. Pri­mä­re Zulie­fe­rer bzw. Sys­tem­lie­fe­ran­ten grei­fen zurück auf ein Netz­werk von sekun­dä­ren Zulie­fe­rern, die Ein­zel­tei­le kos­ten­güns­tig fer­ti­gen. Geor­dert wird dort, wo die güns­tigs­te Kos­ten­struk­tur bei vor­ge­ge­be­nen Qua­li­täts­stan­dards zu fin­den ist. Die hier­ar­chisch struk­tu­rier­ten Bezie­hun­gen zwi­schen Abneh­mern und Zulie­fe­rern in ver­ti­kal dezen­tra­li­sier­ten For­men von Netz­wer­ken erlau­ben es gro­ßen Unter­neh­men, Lie­fer­ver­trä­ge zu einem Preis abzu­schlie­ßen, der den von den Zulie­fe­rern pro­du­zier­ten Mehr­wert zum Groß­un­ter­neh­men trans­fe­riert. Die Kon­trol­le wird, anders als bei den »ver­län­ger­ten Werk­bän­ken« des For­dis­mus, nicht län­ger über Produktions‑, son­dern über Qua­li­täts- und Preis­vor­ga­ben aus­ge­übt. Die kon­kur­rie­ren­den sekun­dä­ren Zulie­fe­rer kön­nen selb­stän­dig ent­schei­den, wie sie die Vor­ga­ben umset­zen. Sie ste­hen unter dem Druck, die gerin­gen Gewinn­span­nen durch nied­ri­ge Lohn­kos­ten aus­zu­glei­chen. Die­se Form der Ein­bin­dung in Pro­duk­ti­ons­netz­wer­ke lässt Abhän­gig­kei­ten ent­ste­hen, ohne dass eine juris­ti­sche oder finan­zi­el­le Ver­flech­tung zwi­schen den Unter­neh­men bestehen wür­de.47 Sol­che sekun­dä­re Zulie­fe­rer fin­den sich beson­ders in Nied­rig­lohn­län­dern wie Mexi­ko oder in den 00er Jah­ren in China.

Chi­na muss­te sich also fürs Ers­te mit sei­ner Posi­ti­on am unte­ren Ende der Wert­schöp­fungs­ket­te abfin­den als Bil­lig­lohn­land, das sei­ne Mas­sen­wa­ren gegen Hoch­tech­no­lo­gie­gü­ter aus­tauscht oder sei­ne Arbeits­kräf­te aus­län­di­schem Kapi­tal zur Aus­beu­tung anbietet.

Vier Fünf­tel des in Chi­na pro­du­zier­ten Wer­tes wer­den nach Haug im Wes­ten rea­li­siert.48 Die Pro­fi­te in der Indus­trie stie­gen des­halb im Ver­lauf der 90er Jah­re beträcht­lich an. Die Bör­sen tra­ten in eine neue Boom­pha­se ein, zunächst spe­ku­lier­ten sie mit Com­pu­ter- und Inter­net­fir­men (Dot­com-Bla­se bis 2001), dann mit Immo­bi­li­en bis 2007.

Der glo­ba­le Kapi­ta­lis­mus hat in den 90er Jah­ren tat­säch­lich einen gro­ßen Auf­schwung erlebt. Er trat in eine neue lan­ge Wel­le mit expan­die­ren­dem Grund­ton ein, die bis 2007 dau­er­te. Das lag aber vor allem dar­an, dass beson­ders durch die Öff­nung Chi­nas die Pro­fi­tra­ten glo­bal nach oben schossen.

Viel brach­lie­gen­des Kapi­tal wur­de nun im Bereich der Com­pu­ter­in­dus­trie, der Tele­kom­mu­ni­ka­ti­on und des Inter­net ange­legt. Die Pro­duk­tiv­kräf­te wur­den erneut umge­wälzt. Damit wur­de auch eine mas­si­ve Ver­schär­fung der geis­ti­gen Eigen­tums­rech­te mög­lich, die dem Kapi­tal neue ren­ten­ar­ti­ge Ein­nah­men bescher­ten. Die neu­en Tech­ni­ken nutz­ten damit vor allem den Kapi­tal­eig­nern und weni­ger den Beschäf­tig­ten. Der unab­hän­gi­ge Tausch von Inhal­ten etwa über Tausch­bör­sen wie Naps­ter wur­de bru­tal mit Hil­fe der Staats­macht unter­bun­den. Auch fand eine neue Land­nah­me des Kapi­tals statt durch Expan­si­on in Berei­che, die ihm bis­her nicht offen­stan­den (Gesund­heit, Bil­dung, Woh­nen etc.).

Ange­sichts der rea­len poli­ti­schen, öko­no­mi­schen und mili­tä­ri­schen Kräf­te­ver­hält­nis­se nach der Nie­der­la­ge des Sozia­lis­mus hat­te Chi­na frei­lich kaum eine ande­re Wahl, als so zu han­deln, wie das Land gehan­delt hat. Die Ideo­lo­gi­sie­rung die­ser Ent­wick­lung könn­te sich aller­dings in Zukunft als eine schwe­re Hypo­thek erwei­sen, auch dann, wenn sich die Kräf­te­ver­hält­nis­se wie­der ändern soll­ten. Ins­be­son­de­re die Auf­nah­me von Kapi­ta­lis­ten in eine mar­xis­tisch-leni­nis­ti­sche Regie­rungs­par­tei ist hoch­pro­ble­ma­tisch. Haben sie doch so die Mög­lich­keit, alle für sie rele­van­ten Ent­schei­dun­gen von innen zu beeinflussen.

In den 00er Jah­ren dach­ten vie­le Men­schen, die Ent­wick­lung in Chi­na sei gelau­fen. Es schien so, als habe sich hier der neo­li­be­ra­le Kapi­ta­lis­mus voll­um­fäng­lich durch­ge­setzt. Die­ser Ein­druck wur­de von inter­es­sier­ten Krei­sen bewusst geschürt, zum Bei­spiel durch den Doku­men­tar­film Chi­na Blue von 2006, der bru­ta­le Aus­beu­tungs­prak­ti­ken in einer pri­va­ti­sier­ten Tex­til­fa­brik zeigt, die an früh­ka­pi­ta­lis­ti­sche Zustän­de erin­nern. Die­ser Film wur­de in den Fes­ti­val­zy­klus ein­ge­speist, bevor er im Fern­se­hen zu sehen war. Er rich­te­te sich zunächst mit einer gro­ßen Wer­be­kam­pa­gne spe­zi­ell an Lin­ke, zum Bei­spiel an Attac-Orts­grup­pen. Das in Chi­na Blue gezeig­te absto­ßen­de Chi­na-Bild geis­tert noch in den Köp­fen vie­ler Men­schen herum.

Zunächst schien es so, als wür­de sich auch per­so­nell alles in Rich­tung Neo­li­be­ra­lis­mus ent­wi­ckeln und das Bekennt­nis der KPCh zum Sozia­lis­mus wäre zu einer rei­nen Ideo­lo­gie ver­kom­men. Deng Xiao-ping starb 1997 im Alter von 92 Jah­ren. Auf ihn folg­te der Gene­ral­se­kre­tär Jiang Zemin als obers­ter Reprä­sen­tant Chi­nas. Auf dem XV. Par­tei­tag, der im Dezem­ber 1997, also nach Dengs Tod, abge­hal­ten wur­de, rück­ten zahl­rei­che Par­tei­ka­der aus Shang­hai in Füh­rungs­po­si­tio­nen auf. Die­se Ange­hö­ri­gen der spä­ter so genann­ten Shang­hai-Grup­pe, allen vor­an Jiang Zemin, hat­ten die neo­li­be­ra­le Ideo­lo­gie in beson­ders hohem Maße ver­in­ner­licht.49

Im Jahr 2002 wur­de jedoch Hu Jin­tao zum Gene­ral­se­kre­tär der KPCh gewählt. Er sah sei­ne wich­tigs­te Auf­ga­be dar­in, die zuneh­men­de sozia­le Pola­ri­sie­rung nicht wei­ter eska­lie­ren zu las­sen und gab das Pro­gramm der »har­mo­ni­schen Gesell­schaft« aus. Zunächst dach­ten vie­le, das sei rei­ne Pro­pa­gan­da, da sich in der Pra­xis nicht viel änder­te. Aller­dings hät­te ein Aspekt doch stut­zig machen sol­len: Neo­li­be­ra­le Poli­ti­ker geben grund­sätz­lich kei­ne sozia­len Ver­spre­chun­gen ab, son­dern recht­fer­ti­gen die sozia­le Ungleich­heit. Erst mit der Welt­wirt­schafts­kri­se 2007/08 zeig­te sich, dass das auf Export aus­ge­rich­te­te Akku­mu­la­ti­ons­mo­dell Chi­nas an sein Ende gelangt war. Erst jetzt steu­er­te der Staats­ap­pa­rat ener­gisch um in Rich­tung auf eine bin­nen­markt­zen­trier­te Ent­wick­lung. Die har­mo­ni­sche Gesell­schaft war doch ernst gemeint.

Verweise

1 Vgl. Peters 2009 a.a.O., S. 410

2 Vgl. Peters 2009 a.a.O., S. 486

3 Vgl. Peters 2009 a.a.O., S. 486

4 Vgl. Peters 2009 a.a.O., S. 476ff

5 Vgl. Peters 2009 a.a.O., S. 479

6 Vgl. Peters 2009 a.a.O., S. 459

7 Vgl. Peters 2009 a.a.O., S. 459

8 Vgl. Hel­mut Peters: Chi­na zwi­schen Ges­tern und Mor­gen, isw-Report Nr. 61, 2005, S. 20

9 Vgl. Peters 2009 a.a.O., S. 497

10 Vgl. Peters 2009 a.a.O., S. 499

11 Vgl. Peters 2009 a.a.O., S. 461

12 Vgl. Peters 2009 a.a.O., S. 473

13 Vgl. Peters 2005 a.a.O., S. 17

14 Vgl. Peters 2005 a.a.O., S. 7

15 Vgl. Peters 2005 a.a.O., S. 7

16 Vgl. Peters 2005 a.a.O., S. 8

17 Vgl. Peters 2005 a.a.O., S. 24

18 Vgl. Peters 2009 a.a.O., S. 493

19 Vgl. Peters 2009 a.a.O., S. 493

20 Vgl. Peters 2005 a.a.O., S. 10

21 Vgl. Peters 2005 a.a.O., S. 13

22 Vgl. Hye­kung Cho: Die USA – Ein unbe­que­mer Patron für Chi­nas Wirt­schafts­wun­der, in: Wolf­gang Fritz Haug (Hrsg.): Gro­ßer Wider­spruch Chi­na, Das Argu­ment Buch 268, Ber­lin 2006, S. 42

23 Vgl. Cho a.a.O., S. 44, Vgl. Peters 2009 a.a.O., S. 490ff

24 Vgl. Wolf­gang Fritz Haug: Gro­ßer Wider­spruch nach vorn? in: in: Wolf­gang Fritz Haug (Hrsg.): Gro­ßer Wider­spruch Chi­na, Das Argu­ment Buch 268, Ber­lin 2006, S. 3

25 Vgl. Peters 2005 a.a.O., S. 12

26 Vgl. Peters 2005 a.a.O., S. 12

27 Vgl. Peters 2005 a.a.O., S. 25

28 Vgl. Peters 2005 a.a.O., S. 29

29 Vgl. Peters 2005 a.a.O., S. 29

30 Vgl. Peters 2005 a.a.O., S. 33

31 Vgl. Peters 2005 a.a.O., S. 30

32 Vgl. Peters 2005 a.a.O., S. 30

33 Vgl. Peters 2009 a.a.O., S. 483

34 Vgl. Peters 2005 a.a.O., S. 15

35 Vgl. Peters 2005 a.a.O., S. 16

36 Vgl. Peters 2005 a.a.O., S. 25

37 Vgl. Peters 2005 a.a.O., S. 30

38 Vgl. Peters 2005 a.a.O., S. 30

39 Vgl. Cho a.a.O., S. 43

40 Vgl. Peters 2009 a.a.O., S. 449

41 Vgl. Peters 2009 a.a.O., S. 536

42 Vgl. Peters 2009 a.a.O., S. 541

43 Vgl. Peters 2009 a.a.O., S. 542

44 Peters 2009 a.a.O., S. 543

45 Vgl. Haug .a.a.O., S. 4

46 Vgl. Haug .a.a.O., S. 6

47 Vgl. Mario Cand­ei­as: Neo­li­be­ra­lis­mus, Hoch­tech­no­lo­gie, Hege­mo­nie, Ham­burg 2004, S. 169ff

48 Vgl. Haug .a.a.O., S. 4

49 Vgl. Peters 2009 a.a.O., S. 458

Bild: Deng Xiao­ping 1985 im Gespräch mit Staats­gast Hans-Diet­rich Gen­scher. Bun­des­ar­chiv, B 145 Bild-F071362-0014 / Wien­ke, Ulrich / CC-BY-SA 3.0

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