Die Jahresproduktion von US-Munition reicht der Ukraine nur für zehn Tage Krieg

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Eine bemer­kens­wer­te Ana­ly­se der alt­ehr­wür­di­gen Denk­fa­brik des bri­ti­schen Mili­tärs »Roy­al United Ser­vices Insti­tut« (RUSI) der mili­tä­risch-indus­tri­el­len Pro­duk­ti­ons­ka­pa­zi­tä­ten zeigt, dass USA und NATO in einem län­ge­ren Krieg in der Ukrai­ne nicht mit­hal­ten können.

Einer der größ­ten Feh­ler der US/­NA­TO-Poli­ti­ker und ihrer bera­ten­den »Exper­ten« ist, dass sie die rus­si­sche Wirt­schaft, ihre Tie­fe und ihre außer­or­dent­li­che Wider­stands­kraft total unter­schätzt haben und sich auch jetzt noch nicht von ihren dümm­li­chen Vor­ur­tei­len lösen, dass Russ­land »eine Tank­stel­le mit Atom­ra­ke­ten« ist. Da erzäh­len Kom­men­ta­to­ren, dass die rus­si­sche Wirt­schaft nicht grö­ßer ist als die von Texas oder Bel­gi­en, da gibt es Fra­gen, ob Russ­land außer Gas und Öl noch was ande­res pro­du­ziert, das expor­tiert wer­den kann.

Die­se Leu­te fra­gen jedoch nie, wie groß das rus­si­sche Welt­raum­pro­gramm ist, wie vie­le Atom-U-Boo­te das Land her­stellt, wie vie­le neue U‑Bahn-Sta­tio­nen, Flug­hä­fen oder Brü­cken in Russ­land jähr­lich gebaut und eröff­net wer­den, wie vie­le Arten von Flug­zeu­gen und Last­wa­gen in Russ­land her­stellt wer­den ober wie viel Nah­rung anbaut und expor­tiert wird. Statt­des­sen wer­den dümm­li­che Ver­glei­chen mit Indi­ka­to­ren gemacht, die die Stär­ke der rea­len Wirt­schaft Russ­lands nicht mes­sen, son­dern ver­zer­ren, die vor allem hei­ße Luft zäh­len, die sich in den über jeg­li­che Vor­stel­lungs­kraft hin­aus auf­ge­bläh­ten west­li­chen Finanz- und Ban­ken­sys­tem als fik­ti­ver Reich­tum ange­sam­melt hat.

Wür­den sie die rea­le Pro­duk­ti­on der rus­si­schen Wirt­schaft als Ver­gleichs­ba­sis her­an­zie­hen, anstatt stän­dig mit dem lächer­li­chen Brut­to­in­lands­pro­dukt (BIP) auf Dol­lar-Rubel-Basis zu han­tie­ren, dann hät­ten inter­es­sier­te Poli­ti­ker auch längst erkannt, dass Russ­lands Wirt­schaft fast aut­ark ist. Aber so viel Intel­lekt kann man von US/­NA­TO-Kriegs­trei­bern nicht erwar­ten, zumal das ihren Glau­ben an die eige­ne Pro­pa­gan­da zer­stö­ren wür­de. Und so sind sie wei­ter­hin zuver­sicht­lich, dass die angeb­lich schwa­che Wirt­schaft der rus­si­schen »Tank­stel­le mit Atom­waf­fen« unter den West­sank­tio­nen bald zusam­men­bre­chen wird. Und wenn jetzt noch nicht, dann müs­sen noch ein paar wei­te­re ver­rück­te Sank­tio­nen drauf­ge­legt wer­den, die – wie jetzt ersicht­lich – vor allem die Wirt­schaf­ten der EU zer­stö­ren und Russ­land stärken.

Die renom­mier­te Denk­fa­brik der US-Luft­waf­fe »RAND« hat auf der Basis die­ses Irr­glau­bens sogar eine gan­ze Stra­te­gie zur Rui­nie­rung Russ­lands her­aus­ge­ar­bei­tet. In einem umfang­rei­chen Bericht von 2019 hält RAND fest, dass »Russ­lands größ­te Ver­wund­bar­keit« in sei­ner angeb­lich ein­di­men­sio­na­len Wirt­schaft liegt, die ver­gleichs­wei­se klein, total von Ener­gie­ex­por­ten in den Wes­ten abhän­gig und des­halb durch Sank­tio­nen leicht zu zer­stö­ren ist.

Trotz der aktu­el­len Hoch­kon­junk­tur von Fake-News-Kriegs­pro­pa­gan­da über die Ukrai­ne und Russ­land gibt es von Zeit zu Zeit immer wie­der mal einen klei­nen Glück­fall, bei dem das inter­es­sier­te Publi­kum in einem auf mili­tä­ri­sche Ana­ly­sen spe­zia­li­sier­ten Medi­um einen Schim­mer der in Kriegs­zei­ten sehr scheu­en Wahr­heit erha­schen kann. Im vor­lie­gen­den Fall geht es um einen Bericht, der jetzt auf der Web­sei­te der alt­ehr­wür­di­gen Denk­fa­brik des bri­ti­schen Mili­tärs »Roy­al United Ser­vices Insti­tu­te« (RUSI) ver­öf­fent­licht wur­de und in dem es um die stra­te­gi­schen Tie­fe der west­li­chen und rus­si­schen Rüs­tungs­in­dus­trien geht. Der Titel des Bei­trags des RUSI-Autors Alex Vers­hi­nin lau­tet »The Return Of Indus­tri­al War­fa­re« (Die Rück­kehr der indus­tri­el­len Kriegs­füh­rung), und damit lie­fert der Autor nicht mehr und nicht weni­ger als den Schlüs­sel zum Ver­ständ­nis des aktu­el­len und zukünf­ti­gen Ver­laufs des Krie­ges in der Ukrai­ne und dar­über hinaus.

In sei­nem Bei­trag unter­streicht Vers­hi­nin, dass der Krieg in der Ukrai­ne bewie­sen hat, dass das Zeit­al­ter der indus­tri­el­len Kriegs­füh­rung längst nicht vor­bei ist, weil der mas­si­ve Ver­brauch von schwe­ren Waf­fen aller Art, Fahr­zeu­gen und Muni­ti­on eine gro­ße indus­tri­el­le Basis für die Nach­schub­ver­sor­gung erfor­dert. Vers­hi­nin legt dabei Wert dar­auf, die bekann­te rus­si­sche Mili­tär­for­mel in Erin­ne­rung zu rufen: »Quan­ti­tät hat immer noch eine eige­ne Qua­li­tät«, wenn es dar­um geht, Hun­dert­tau­sen­de von kämp­fen­den Sol­da­ten im Feld zu ver­sor­gen. In die­sem Zusam­men­hang erwähnt er eini­ge inter­es­san­te Zah­len über das per­so­nel­le Kräf­te­ver­hält­nis im Ukrai­ne-Krieg. Dem­nach hat die Ukrai­ne seit Beginn des Krie­ges 250.000 Sol­da­ten im Ein­satz, zu denen wei­te­re 450.000 kürz­lich mobi­li­sier­te, aber kaum aus­ge­bil­de­te Sol­da­ten hin­zu­kom­men. Denen ste­hen laut Vers­hi­nin 200.000 rus­si­sche und ver­bün­de­te Trup­pen der Don­bass-Volks­re­pu­bli­ken gegenüber.

Hier soll­te man als Leser erst ein­mal inne­hal­ten. Wenn die­se Zah­len stim­men, und ich sehe kei­nen Grund, den RUSI-Zah­len zu miss­trau­en, zumal sie den bri­ti­schen Schütz­ling Ukrai­ne in ein schlech­tes Licht stel­len, dann zeigt das, dass die Ukrai­ne trotz ihrer mas­si­ven zah­len­mä­ßi­gen Über­le­gen­heit über die rus­si­schen und alli­ier­ten Streit­kräf­te der Volks­re­pu­bli­ken dabei ist, die Schlacht im Don­bass zu ver­lie­ren bzw. bereits ver­lo­ren haben.

Tra­di­tio­nel­le Mili­tär­wis­sen­schaft geht jedoch davon aus, dass der Angrei­fer gegen einen Ver­tei­di­ger in gut befes­tig­ten Anla­gen eine Über­le­gen­heit von 3 zu 1 auf­brin­gen muss, um Aus­sicht auf Erfolg zu haben. Im Don­bass ist das Ver­hält­nis jedoch umge­kehrt, denn die Rus­sen sind zah­len­mä­ßig unter­le­gen. Sie kämp­fen mit einem Expe­di­ti­ons­korps, das aus Berufs­trup­pen besteht, die aus sei­ner ste­hen­den Frie­dens­zeit-Armee stammen.

Russ­land hat nicht für den Krieg mobi­li­siert, im Unter­schied zur Ukrai­ne und das Ergeb­nis ist, dass für den wei­te­ren Ver­lauf des Kriegs etwa 650.000 ukrai­ni­sche Sol­da­ten 200.000 rus­si­schen und alli­ier­ten Trup­pen gegen­über­ste­hen, wobei die Ukrai­ne trotz der Unter­stüt­zung des Wes­tens ver­liert. Der Grund dafür liegt in der »indus­tri­el­len Kriegs­füh­rung«, wel­che die Rus­sen per­fekt beherr­schen, wäh­rend die indus­tri­el­le Basis der Ukrai­ne bereits zer­stört ist, und die USA und die ande­ren NATO-Län­der ihre tra­di­tio­nel­len Pro­duk­ti­ons­ka­pa­zi­tä­ten und Vor­rats­hal­tung von Muni­ti­on und Ersatz­tei­len ver­lo­ren haben, weil sie die­se alte, teu­re Metho­de gegen die bil­li­ge­re »just in time« Metho­de ein­ge­tauscht haben.

Und dann erklärt der Autor Vers­hi­nin, war­um die Ver­sor­gung die­ser Arme­en mit Hun­dert­tau­sen­den von Sol­da­ten und Tau­sen­den von Geschüt­zen und Pan­zern usw., mit Waf­fen, Muni­ti­on, Ersatz­tei­len, Sprit, Schmier­stof­fen Lebens­mit­tel, Medi­ka­men­ten usw. eine monu­men­ta­le Auf­ga­be ist. Für die Ukrai­ne sei der Nach­schub an Muni­ti­on beson­ders schwie­rig gewor­den, weil die Rus­sen mit ihren Fähig­kei­ten, mit hoch­prä­zi­sen Rake­ten­an­grif­fen in der Tie­fe der ukrai­ni­schen Räu­me nicht nur die dor­ti­ge Mili­tär­in­dus­trie ver­nich­tet haben, son­dern auch Vor­rats­la­ger an Muni­ti­on, logis­ti­sche Koten­punk­te und Transportnetze.

Zwar hat auch die rus­si­sche Armee unter eini­gen ukrai­ni­schen, grenz­über­schrei­ten­den Angrif­fen und Sabo­ta­ge­ak­ten gelit­ten, aber das waren Nadel­sti­che, die in kei­nem Ver­hält­nis zu den monu­men­ta­len Ver­lus­ten der Ukrai­ne stehen.

Die Rate des Ver­brauchs an Muni­ti­on und Aus­rüs­tungs­gü­tern der ukrai­ni­schen Armee kann jedoch nur von einer gro­ßen indus­tri­el­len Basis auf­recht­erhal­ten wer­den. Da die eige­ne Basis zer­stört ist, wen­det sich die Ukrai­ne hil­fe­su­chend an den Wes­ten, aber im Wes­ten exis­tie­ren sol­che indus­tri­el­len Kapa­zi­tä­ten für einen groß ange­leg­ten Krieg mit Hun­dert­tau­sen­den Sol­da­ten schon lan­ge nicht mehr, denn in den letz­ten 30 Jah­ren hat man sich im US/­NA­TO-Wes­ten nur noch auf Kon­flik­te mit gerin­ger Inten­si­tät gegen dritt­klas­si­ge Mili­tär­mäch­te vor­be­rei­tet, in der die US-Luft­waf­fe und nicht die Boden­trup­pe die Haupt­last trug. Die Rea­li­tät in der Ukrai­ne, so Vers­hi­nin, stel­le daher eine kon­kre­te War­nung an die west­li­chen Län­der mit ihren ver­klei­ner­ten mili­tä­risch-indus­tri­el­len Kapa­zi­tä­ten dar. Gegen­wär­tig ver­fü­ge der Wes­ten mög­li­cher­wei­se nicht ein­mal mehr über die indus­tri­el­le Kapa­zi­tät, einen gro­ßen Land­krieg zu führen.

Dann wen­det sich Vers­hi­nin dem aktu­el­len Muni­ti­ons­ver­brauch bei den Kämp­fen in der Ukrai­ne zu. Aller­dings ver­öf­fent­li­chen weder die ukrai­ni­schen noch die rus­si­schen Streit­kräf­te genau­en Muni­ti­ons­ver­brauchs­da­ten. Aber über einen Umweg, z. B. unter Ver­wen­dung der offi­zi­ell bekannt gege­be­nen Feu­er­auf­trags­da­ten (fire mis­si­on data), die vom rus­si­schen Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um wäh­rend sei­ner täg­li­chen Pres­se­e­in­wei­sung bekannt gege­ben wer­den, kann der rus­si­schen Muni­ti­ons­ver­brauchs unter unter­schied­li­chen Annah­men geschätzt, bzw. auf eine Band­brei­te ein­ge­grenzt werden.

Vers­hi­nin geht sehr detail­liert dar­auf ein, wie viel Muni­ti­on eine rus­si­sche Bat­te­rie mit ihren sechs Geschüt­zen in einer Feu­er­mis­si­on ver­braucht. Dabei dis­ku­tiert er ver­schie­de­nen Feu­er­ein­sät­ze mit unter­schied­li­chen Ver­brauchs­ra­ten. Sei­nen Schät­zun­gen zufol­ge kommt Vers­hi­nin für alle Feu­er­ein­sät­ze auf 7.176 Gra­na­ten pro Tag, wobei er betont, dass die­se Schät­zung auf der nied­ri­gen Sei­te liegt, zumal der Muni­ti­ons­ver­brauch der Artil­le­rie der Streit­kräf­te der bei­den Don­bass-Repu­bli­ken Donezk und Lug­ansk vom rus­si­schen Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um nicht mit­ge­zählt wird.

Die vom Autor her­aus­ge­ar­bei­te­ten Zah­len für die rus­si­schen Streit­kräf­te sind nicht per­fekt, aber sie geben eine Vor­stel­lung von der logis­ti­schen Her­aus­for­de­rung. Dem stellt Vers­hi­nin anschlie­ßend die US-Pro­duk­ti­ons­zah­len unter­schied­li­cher Artil­le­rie­mu­ni­ti­on gegen­über. Dabei ver­merkt er, dass die Ver­ei­nig­ten Staa­ten ihre Vor­rä­te an Artil­le­rie­mu­ni­ti­on in den letz­ten Jah­ren ver­rin­gert hät­ten. Im Jahr 2020 sei der Kauf von Artil­le­rie­mu­ni­ti­on um 36 Pro­zent auf 425 Mil­lio­nen US-Dol­lar gesun­ken. Der Plan für das Jahr 2022 war, die Beschaf­fung von 155-Mil­li­me­ter-Artil­le­rie­ge­schos­se auf 174 Mil­lio­nen US-Dol­lar bzw. auf 75.357 »dum­me« Gra­na­ten vom Typ M795 für die regu­lä­re Artil­le­rie zu redu­zie­ren. Hin­zu kom­men 1.400 Gra­na­ten vom Typ XM1113 für die hoch­ge­lob­ten M777-Howitzers, die bereits in die Ukrai­ne gelie­fert wur­den, und 1.046 Gra­na­ten vom Typ XM1113 sowie 426 Exca­li­bur-prä­zi­si­ons­ge­steu­er­te, »intel­li­gen­te« Granaten.

Fasst man alles zusam­men, so kommt Vers­hi­nin zu dem für alle US/­NA­TO-Exper­ten erschre­cken­den Ergeb­nis, dass die jähr­li­che US-Pro­duk­ti­on von Artil­le­rie­mu­ni­ti­on bes­ten­falls zehn Tage bis zwei Wochen für den hoch­in­ten­si­ven Kampf in der Ukrai­ne aus­rei­chen würde.

Die USA sind laut Vers­hi­nin nicht das ein­zi­ge Land, das vor die­ser Her­aus­for­de­rung steht. In einer kürz­li­chen Kriegs­si­mu­la­ti­on, an dem US‑, bri­ti­sche und fran­zö­si­sche Streit­kräf­te betei­ligt waren, hat­ten die bri­ti­schen Streit­kräf­te bereits nach acht Tagen die natio­na­len Vor­rä­te an kri­ti­scher Muni­ti­on auf­ge­braucht. Das erin­nert übri­gens an den voll­kom­men unpro­vo­zier­ten anglo-fran­zö­si­schen Angriffs­krieg gegen Liby­en im Jahr 2011, wobei die bei­den Aggres­so­ren bereits nach weni­gen Tagen ihre Prä­zi­si­ons­mu­ni­ti­on zur Zer­stö­rung der liby­schen Luft­ver­tei­di­gung ohne durch­schla­gen­den Erfolg auf­ge­braucht und sie sich hil­fe­su­chend für Nach­schub an die USA gewandt hat­ten, die dann auf Drän­gen von US-Außen­mi­nis­te­rin Hil­la­ry Clin­ton selbst zur Kriegs­par­tei wurden.

Wei­ter führt Vers­hi­nin aus, dass die US-Ver­sor­gungs- und ‑Nach­schub­la­ge bei Schul­ter gefeu­er­ten Pan­zer – und Luft­ab­wehra­ke­ten wie Jave­lins und Stin­gers nicht viel bes­ser ist als bei der Artil­le­rie­mu­ni­ti­on. So hät­ten die USA 7.000 Jave­lin-Rake­ten in die Ukrai­ne ver­schifft – etwa ein Drit­tel ihres Lager­be­stands –, und wei­te­re Lie­fe­run­gen sol­len fol­gen. Aber Lock­heed Mar­tin, der Her­stel­ler von Jave­lins, pro­du­ziert nur etwa 2.100 Rake­ten pro Jahr, wobei bei ent­spre­chen­den Maß­nah­men die­se Zahl in eini­gen Jah­ren auf 4.000 stei­gen könn­te. Die Ukrai­ne behaup­tet, aller­dings jeden Tag 500 Jave­lin-Rake­ten zu ver­brau­chen. Die­se Zahl stimmt sicher­lich nicht, aber selbst, wenn die Ukrai­ne nur 50 Jave­lins pro Tag ver­schie­ßen wür­de, dann wür­de sie die gan­ze US-Jah­res­pro­duk­ti­on in sie­ben Wochen Krieg verpulvern.

Vor allem scheint Vers­hi­nin von den Ver­brauchs­ra­ten von Marsch­flug­kör­pern und bal­lis­ti­schen tak­ti­schen Rake­ten durch die der rus­si­schen Streit­kräf­te beein­druckt. Laut sei­ner Zäh­lung haben die Rus­sen bereits zwi­schen 1.100 und 2.100 Rake­ten abge­feu­ert. Die USA kau­fen der­zeit jähr­lich 110 Rake­ten des Typs PRISM, 500 JASSM- und 60 Toma­hawk-Marsch­flug­kör­per. Das bedeu­tet laut dem Autor, dass Russ­land in drei Mona­ten des Kamp­fes das Vier­fa­che der jähr­li­chen US-Rake­ten­pro­duk­ti­on ein­ge­setzt hat.

Die rus­si­sche Pro­duk­ti­ons­ra­te kön­ne aller­dings nur geschätzt wer­den. Russ­land begann 2015 mit der Pro­duk­ti­on die­ser Rake­ten­typs in begrenz­ten Anfangs­auf­la­gen, und selbst im Jahr 2016 wur­den die Pro­duk­ti­ons­läu­fe auf 47 Rake­ten geschätzt. Das bedeu­tet, dass die rus­si­sche Rake­ten­pro­duk­ti­on erst seit fünf bis sechs Jah­ren in vol­lem Aus­maß läuft.

Wie hoch der anfäng­li­che Vor­rat an rus­si­schen Rake­ten im Febru­ar 2022 war, ist unbe­kannt, aber ange­sichts des bis­he­ri­gen Ver­brauchs und der Not­wen­dig­keit, für den Fal­le eines Krie­ges mit der NATO erheb­li­che Vor­rä­te zurück­zu­hal­ten, sieht es nicht danach aus, als sei­en die Rus­sen beson­ders besorgt und spar­sam mit dem Rake­ten­ein­satz. Tat­säch­lich schei­nen sie genug zu haben, um Marsch­flug­kör­per sogar auf ope­ra­ti­ver Ebe­ne gegen tak­ti­sche Zie­le ein­zu­set­zen. Die Annah­me, dass Russ­land 4.000 Marsch­flug­kör­per und bal­lis­ti­sche Rake­ten im Inven­tar hat, ist laut Vers­hi­nin daher »nicht unver­nünf­tig«. Und die­se Pro­duk­ti­on wer­de wahr­schein­lich trotz west­li­cher Sank­tio­nen stei­gen. Im April die­ses Jah­res hat­te z. B. die rus­si­sche Fir­ma ODK Saturn, die die Rake­ten­mo­to­ren für das Kalibr-Modell her­stellt, wei­te­re 500 wei­te­re Fach­kräf­te gesucht.

Die Schluss­fol­ge­rung aus all dem ist, dass in einem län­ge­ren gro­ßen, kon­ven­tio­nel­len Krieg zwi­schen zwei gleich­star­ken Geg­nern der­je­ni­ge der Gewin­ner sein wird, der über die stärks­te indus­tri­el­le Basis im eige­nen Land ver­fügt und nicht auf »Just in time«-Zulieferungen aus frem­den, womög­lich sogar unfreund­li­chen Län­dern war­ten muss. Das eige­ne Land muss ent­we­der über die Pro­duk­ti­ons­ka­pa­zi­tät ver­fü­gen, um rie­si­ge Men­gen an Muni­ti­on her­zu­stel­len oder aber über ande­re Fer­ti­gungs­in­dus­trien ver­fü­gen, die schnell auf Muni­ti­ons­pro­duk­ti­on umge­stellt wer­den kön­nen. Glück­li­cher­wei­se schei­nen die impe­ria­lis­ti­schen Aus­beu­ter­staa­ten und Kriegs­trei­ber des Wes­tens die­se Fähig­kei­ten nicht mehr zu haben.

Rai­ner Rupp ist Mit­glied des Bei­rats des Deut­schen Frei­den­ker-Ver­ban­des, von des­sen Web­site frei​den​ker​.org der Arti­kel über­nom­men wur­de, Erst­ver­öf­fent­li­chung am 27.06.2022 auf RT DE

Bild: Haupt­ge­bäu­de der Kur­ganer Pan­zer­fa­brik »Kur­gan­masch­sa­wod«

One thought on “Die Jahresproduktion von US-Munition reicht der Ukraine nur für zehn Tage Krieg

  1. Sehr amü­sant aber lei­der trotz­dem ziem­lich wir­rer Unfug. Anders kann man den Arti­kel lei­der nicht bewer­ten. Russ­lands Wirt­schafts­kraft ist so gering das selbst Chi­na Putins Reich nur als Abschaum und Dreck unter der Fuß­soh­le betrachtet.

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