Links und rechts und keine Mitte dazwischen

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Entwurf einer politischen Gewässerkarte mit Marx-Desmet-Kanal

Der links­ex­tre­mis­ti­sche pre­kä­re Klein­bür­ger Karl Marx meinte:

[D]ieselben Men­schen, wel­che die sozia­len Ver­hält­nis­se gemäß ihrer mate­ri­el­len Pro­duk­ti­ons­wei­se gestal­ten, gestal­ten auch die Prin­zi­pi­en, die Ideen, die Kate­go­rien gemäß ihren gesell­schaft­li­chen Ver­hält­nis­sen. (Elend der Phi­lo­so­phie)

Wer möch­te, deu­tet das »gemäß« kau­sal: Die Pro­duk­ti­ons­wei­se bewirkt, dass Men­schen ihre sozia­len Ver­hält­nis­se so und so gestal­ten, und die dar­aus ent­ste­hen­den Gesell­schafts­ver­hält­nis­se bewir­ken, dass Men­schen so und so den­ken.1

Eine mate­ria­lis­tisch wei­che­re Les­art wäre: Die Ent­spre­chung zwi­schen Pro­duk­ti­ons­wei­se, Sozi­al­ver­hält­nis­sen und Den­ken ent­steht durch ihren gemein­sa­men Ursprung in den­sel­ben zusam­men­wir­ken­den Men­schen. Wür­den Men­schen in ihren sozia­len Ver­hält­nis­sen und Ideen nor­ma­ler­wei­se ihre mate­ri­el­le Pro­duk­ti­ons­wei­se unter­lau­fen, wären sie zwei Wochen nach ihrem Raus­schmiss aus dem Para­dies aus­ge­stor­ben. Wür­den Men­schen in ihren sozia­len Ver­hält­nis­sen und Ideen funk­ti­ons­un­fä­hi­ger wer­den­de Pro­duk­ti­ons­wei­sen nicht unter­lau­fen, wären sie – falls nicht aus­ge­stor­ben – eine nied­li­che Mar­gi­na­lie der Natur geblieben.

Befin­det sich eine mate­ri­el­le Pro­duk­ti­ons­wei­se in einer tie­fe­ren Kri­se, so dass die Repro­duk­ti­on der sozia­len Ver­hält­nis­se brö­ckelt, begin­nen poli­ti­sche Land­kar­ten, die sich auf Ver­hält­nis­se wäh­rend der Pha­se der Funk­ti­ons­fä­hig­keit der Pro­duk­ti­ons­wei­se bezie­hen, unpas­sen­der zu wer­den. In betrof­fe­nen Gesell­schaf­ten ent­fal­ten sich mit mehr oder weni­ger inein­an­der­lau­fen­den Gren­zen drei Gedan­ken­strö­me in nicht unbe­dingt glei­cher Stärke:

a) Repa­ra­tur­den­ken in der Hoff­nung, die bis­he­ri­ge Pro­duk­ti­ons­wei­se las­se sich mit und­ras­ti­schen Ver­än­de­run­gen wie­der zum Lau­fen bringen

b) Unter­lau­fen der bis­he­ri­gen Pro­duk­ti­ons­wei­se in Rich­tung Ent­mach­tung min­des­tens der bis­her Mächtigsten

C) Unter­lau­fen der bis­he­ri­gen Pro­duk­ti­ons­wei­se zwecks Erhalt der Macht der bis­her Mächtigsten.

Am Ende des euro­päi­schen Mit­tel­al­ters, um eine ganz alte Gewäs­ser­kar­te zu skiz­zie­ren, trat Gedan­ken­strom C als wirt­schafts- und wis­sen­schafts­schä­di­gen­de Inqui­si­ti­on in Erschei­nung, die in der fes­ten Über­zeu­gung, Gutes zu tun, über christ­li­che, jüdi­sche und mus­li­mi­sche Tei­le der euro­päi­schen Bevöl­ke­rung her­fiel. Im Gro­ßen und Gan­zen sieg­te Gedan­ken­strom b in Gestalt der Bour­geoi­sie. Adel und Kir­che wur­den deut­lich zurück­ge­stuft oder ent­mach­tet. In eini­gen Län­dern wie etwa Russ­land konn­te ziem­lich lan­ge Gedan­ken­strom a durch­ge­hal­ten wer­den: die zaris­ti­sche Herr­schaft orga­ni­sier­te halb­ka­pi­ta­lis­ti­sche Indus­tria­li­sie­rungs­zo­nen unter Bei­be­hal­tung einer feu­da­lis­ti­schen Land­wirt­schaft als Hauptwirtschaftszweig.

Um die 1920er Jah­re her­um tauch­te aus der Kri­se der Pro­duk­ti­ons­wei­se des Kapi­ta­lis­mus der Faschis­mus auf, den die Mäch­tigs­ten eini­ger Län­der auf­grif­fen, so dass er dort als Gedan­ken­strom C zum Main­stream wur­de. Stö­ren­de Mecha­nis­men der kapi­ta­lis­ti­schen Wirt­schaft wur­den besei­tigt, ohne das Pri­vat­ei­gen­tum an Pro­duk­ti­ons­mit­teln auf­zu­he­ben, etwa »freie« Lohn­ar­beit durch Zwangs­ar­beit, wert­ge­setz­li­che Kapi­tal­flüs­se durch Plan­wirt­schaft, Außen­han­del durch Raub­zü­ge tei­lersetzt.2 In ande­ren Län­dern war die Kri­se nicht schlimm genug, um Ten­den­zen zum Unter­lau­fen der bis­he­ri­gen Pro­duk­ti­ons­wei­se zu Guns­ten der Mäch­tigs­ten, die immer bestehen, in einen C‑Strom zu bün­deln. Dort wur­den faschis­ti­sche Bewe­gun­gen neben dem Kom­mu­nis­mus und ande­ren Bewe­gun­gen als Teil eines auf­kom­men­den b‑Stroms bekämpft – was Mäch­ti­ge nicht unbe­dingt davon abhielt, faschis­ti­sche C‑Ströme andern­orts zu för­dern. Letzt­lich sieg­te im einen Teil der Welt Gedan­ken­strom a mit Kom­pro­mis­sen. Ergänzt um mehr oder weni­ger aus­ge­präg­te sozi­al­staat­li­che und staats­wirt­schaft­li­che Kom­po­nen­ten, schwang sich der west­li­che Kapi­ta­lis­mus zu neu­en Wohl­stands­hö­hen auf. In Tei­len der nicht-west­li­chen Welt sieg­ten anti-kolo­nia­le b‑Ströme mit der Fol­ge, dass das Indus­trie­ka­pi­tal des Wes­tens ver­nich­ten­de Kon­kur­renz bekam.

Die in west­li­chen Län­dern ent­stan­de­nen Gedan­ken­strö­me der Welt­kriegs­zeit prä­gen das Ver­ständ­nis der Gedan­ken­strö­me, die aus der gegen­wär­ti­gen Kri­se der Pro­duk­ti­ons­wei­se des west­li­chen Kapi­ta­lis­mus her­vor­ge­hen. Beim Ver­such, die Gedan­ken­strö­me bei­der Groß­kri­sen in das­sel­be Links­/­Mit­te/­Rechts-Sche­ma zu packen, ent­steht reich­lich Kud­del­mud­del –, der sich aber mit Hil­fe des a/​b/​C‑Schemas recht gut auf­räu­men lässt.

Mainstream

Heu­ti­ge C‑Schwimmende reagie­ren hyper­tes­ti­ku­lös, sobald ihr C‑Strom auch nur andeu­tungs­wei­se mit faschis­ti­schen C‑Strömen der letz­ten Groß­kri­se in Ver­bin­dung gebracht wird.

Sie hal­ten ihren C‑Strom, der als Coro­na-Regime her­vor­trat und auf einen supra­na­tio­na­len tech­no­kra­ti­schen Faschis­mus, die Neue Welt­ord­nung, hin­aus­läuft, für die poli­ti­sche Mit­te. Dass der Main­stream aus der eins­ti­gen Mit­te der bür­ger­li­chen Schein­de­mo­kra­tie in die Dik­ta­tur läuft, fällt ihnen nicht auf, weil sie kei­nen vom Main­stream unab­hän­gi­gen Bezugs­punkt haben3 und ihnen als Nicht-Wider­stän­di­gen erst­mal nichts pas­siert, das sie dem C‑Strom ent­frem­den wür­de.4

Die Gedan­ken­strö­me a und b bil­den die Oppo­si­ti­on des Coro­na-Regimes. Sie lie­gen aus C‑Perspektive rechts von C. Um C in die Mit­te zu brin­gen, muss der lin­ke Rand von C als des­sen lin­ke Oppo­si­ti­on erschei­nen. So klei­det zum Bei­spiel die Zero­Co­vid-Initia­ti­ve poli­zei­staat­lich durch­zu­set­zen­de Pro­duk­ti­ons­ver­bo­te und Haus­ar­res­te, »Lock­downs« genannt, in ein rotes Gewand »von unten« gegen Kapi­tal­in­ter­es­sen durch­zu­set­zen­der Solidarität.

Der Kli­ni­sche Psy­cho­lo­ge Mat­ti­as Des­met erklärt die Logik die­ser Art Soli­da­ri­tät anhand einer »tota­li­tä­ren Mas­sen­for­ma­ti­on«, die sich anläss­lich der Corona‑P(l)andemie her­aus­ge­bil­det habe. In einer tota­li­tä­ren Mas­sen­for­ma­ti­on, so Des­met, gilt die Soli­da­ri­tät nicht den Mit­men­schen, son­dern dem »Kol­lek­tiv«.5 Gilt die Soli­da­ri­tät einem Kol­lek­tiv, ist unso­li­da­ri­sches Ver­hal­ten gegen­über Mit­men­schen, die sich nicht in das Kol­lek­tiv inte­grie­ren wol­len, Soli­da­ri­tät. Damit die­se Art Soli­da­ri­tät als links durch­geht, spricht zum Bei­spiel die Zero­Co­vid-Prot­ago­nis­tin Bini Adamc­zak dem Kol­lek­tiv eine Fähig­keit zur Frei­heit zu: »Es gibt kei­ne indi­vi­du­el­le Frei­heit ohne kol­lek­ti­ve«.6

Dass C‑Schwimmende die Gedan­ken­strö­me a und b als rechts und rechts­ex­trem ein­ord­nen, obschon dies ein­fachs­ten Beob­ach­tun­gen zuwi­der läuft und Schwie­rig­kei­ten zur Fol­ge hat, C als Mit­te erschei­nen zu las­sen, erklärt sich außer aus dem Bedarf nach Abgren­zung von den C‑Strömen der letz­ten Groß­kri­se aus einem Bedarf, Lin­ke zur Ret­tung der Mäch­tigs­ten einzusetzen.

Um ihre lin­ke Iden­ti­fi­zie­rung auf­recht erhal­ten zu kön­nen, brau­chen C‑Linke wie Lin­ke im All­ge­mei­nen das Gefühl, in Oppo­si­ti­on zu den Mäch­tigs­ten zu ste­hen. Der Platz lin­ker Oppo­si­ti­on gegen C darf des­halb nicht durch eine nicht-C-lin­ke Oppo­si­ti­on besetzt werden.

Aus Sicht von C‑links (»wah­re Lin­ke«) hat kei­ne wesent­li­che Ände­rung im mit­ti­gen Main­stream statt­ge­fun­den, jedoch eine gefähr­li­che Rechtsentwicklung.

In Aus­ein­an­der­set­zun­gen zwi­schen Lin­ken spre­chen tra­di­tio­nell die einen Lin­ken den jeweils ande­ren das Links­sein ab. Die Über­nah­me der Per­spek­ti­ve eines Teils der Lin­ken und Ein­ord­nung von deren lin­ken Geg­ne­rin­nen als rechts durch den Main­stream zeigt an, dass der­je­ni­ge Teil der Lin­ken, des­sen Per­spek­ti­ve der Main­stream über­nimmt, an den Main­stream ange­dockt hat.

Als Bei­trä­ge der C‑Linken zum C‑Strom fas­sen a- und b‑Schwimmende, deren lin­ke Tei­le C‑Linke zumeist nicht als wirk­lich links betrach­ten, unter ande­rem auf:

  • die Ver­schmä­le­rung des Main­streams durch Auf­blä­hung des Anti­se­mi­tis­mus­be­grif­fes und aus­ge­hend vom Hass gegen Nazis die Dämo­ni­sie­rung einer wach­sen­den Band­brei­te poli­ti­scher Gegnerinnen
  • die Eta­blie­rung einer Umwelt­schutz­ideo­lo­gie, die den Men­schen als schäd­li­che Spe­zi­es betrach­tet7
  • posi­ti­ve Bezü­ge auf in die Pri­vat­sphä­re hin­ein­rei­chen­de Staatstentakel
  • Iden­ti­täts­po­li­ti­ken, d.h. die Ver­wand­lung des Anlie­gens der Eman­zi­pa­ti­on aus Ver­hält­nis­sen, »in denen der Mensch ein ernied­rig­tes, ein geknech­te­tes, ein ver­las­se­nes, ein ver­ächt­li­ches Wesen ist« (Marx), in ein Anlie­gen der­he­ge­mo­nia­len Aner­ken­nung einer wach­sen­den Anzahl eth­ni­sier­ter oder sexua­li­sier­ter Kollektividentitäten.

Ex-Mittige

Die­je­ni­gen aus der eins­ti­gen Mit­te mit ihrem lin­ken und rech­ten Flü­gel, die nicht (schnell genug) im Main­stream mit­schwim­men, fin­den sich im Repa­ra­tur­strom a wie­der. Zu Beginn des Coro­na-Regimes waren vie­le von ihnen ziem­lich erstaunt, nicht mehr die Mit­te zu sein. Im deut­schen Sprach­raum vebrei­te­te sich für den neu­en Zustand die Bezeich­nung »Quer­den­ker«.

Um einen letz­ten Rest an Mit­te-Hal­tung zu wah­ren, ist oder war zunächst a‑Schwimmenden die Abgren­zung vom Extre­mis­mus des b‑Stroms wich­tig. Unter­mi­niert wird die Abgren­zung durch C‑Propaganda, die zwi­schen a und b kaum bis kei­ne Unter­schie­de macht, sowie durch den zuneh­men­den Extre­mis­mus von C, der den von b relativiert.

Von C aus gese­hen erschei­nen der zuneh­men­de Extre­mis­mus von C, ein Sur­ro­gat schwin­den­der sozio­öko­no­mi­scher Bin­dungs­kräf­te, als poli­zei­lich zu bekämp­fen­de Radi­ka­li­sie­rung von a.

Aus Sicht vie­ler a- und b‑Mittiger und ‑Rech­ter bog der Main­stream nach links ab. Lin­ke b‑Opposition wird dadurch zur Scheinopposition.

In a schwim­men, ober­fläch­lich gese­hen, wahr­schein­lich die meis­ten Geg­ne­rin­nen der Neu­en Welt­ord­nung. Sie glau­ben, durch Refor­men einen Kapi­ta­lis­mus (wieder-)herstellen zu kön­nen, der fried­lich ist und allen Betei­lig­ten Wohl­stand bringt.

Damit die Pro­duk­ti­ons­wei­se repa­rier­bar ist, darf sie nicht aus Grün­den in die Kri­se gera­ten sein, die in ihrem Wesen lie­gen. Daher muss die Kri­se recht ober­fläch­lich erklärt wer­den: durch Gier-getrie­be­ne poli­ti­sche Wei­chen­stel­lun­gen und Konspirationen.

Für a‑Schwimmende geht es sowohl dem b- als auch dem C‑Strom um eine Abschaf­fung des Kapi­ta­lis­mus, die sie nicht wün­schen. Aus­druck hier­von ist die ver­brei­te­te Iden­ti­fi­zie­rung der Neu­en Welt­ord­nung mit Sozia­lis­mus oder Kommunismus.

Damit ver­bun­de­nen Quatsch hat Andrea Dre­scher in einem Kom­men­tar zusam­men­ge­fasst: Wir steu­ern direkt auf den Sozia­lis­mus zu? Sel­ten so gelacht!

Vom Sein reflek­tier­te8 Ver­bin­dun­gen der Neu­en Welt­ord­nung mit Sozia­lis­mus oder Kom­mu­nis­mus könn­ten Anti­kom­mu­nis­tin­nen, die zwi­schen Gesell­schaf­ten mit und ohne Pri­vat­ei­gen­tum an indus­tri­el­len Pro­duk­ti­ons­mit­teln kei­ne gro­ßen Unter­schie­de machen möch­ten, zum Bei­spiel beim Füh­rungs­per­so­nal der Rus­si­schen Sozia­lis­ti­schen Föde­ra­ti­ven Sowjet­re­pu­blik zu fin­den meinen:

[J]ede maschi­nel­le Groß­in­dus­trie – d.h. gera­de […] das Fun­da­ment des Sozia­lis­mus – [erfor­dert] unbe­ding­te und strengs­te Ein­heit des Wil­lens […], der die gemein­sa­me Arbeit von […] Zehn­tau­sen­den Men­schen lei­tet. Sowohl tech­nisch als auch öko­no­misch und his­to­risch leuch­tet die­se Not­wen­dig­keit ein und ist von allen, die über den Sozia­lis­mus nach­ge­dacht haben, stets als sei­ne Vor­aus­set­zung aner­kannt wor­den. Wie aber kann die strengs­te Ein­heit des Wil­lens gesi­chert wer­den? Durch die Unter­ord­nung des Wil­lens von Tau­sen­den unter den Wil­len eines ein­zel­nen. Die­se Unter­ord­nung kann bei idea­ler Bewußt­heit und Dis­zi­pli­niert­heit der an der gemein­sa­men Arbeit Betei­lig­ten mehr an die mil­de Lei­tung eines Diri­gen­ten erin­nern. Sie kann die schar­fen For­men der Dik­ta­tor­schaft anneh­men, wenn kei­ne idea­le Dis­zi­pli­niert­heit und Bewußt­heit vor­han­den ist. Aber wie dem auch sein mag, die wider­spruchs­lo­se Unter­ord­nung unter einen ein­heit­li­chen Wil­len ist für den Erfolg der Pro­zes­se der Arbeit, die nach dem Typus der maschi­nel­len Groß­in­dus­trie orga­ni­siert wird, unbe­dingt not­wen­dig.9

[E]s müs­sen bestimm­te Kad­res leben­di­ger Men­schen vor­han­den sein, in denen die­se neu­en Kul­tur­prin­zi­pi­en Fuß fas­sen, sich akku­mu­lie­ren, sich ansam­meln, Fleisch und Blut wer­den. Stellt ja doch jeder Mensch bis zu einem gewis­sen Gra­de eine leben­di­ge Maschi­ne dar. […] Wir müs­sen jetzt neue Men­schen schaf­fen. […] Zuerst die Spit­ze unse­rer Par­tei, Abschlei­fung der­sel­ben, dann wie­der ande­re, dar­auf die übri­gen, und so wird all­mäh­lich die gan­ze Mas­se durch­ge­ar­bei­tet.10

Echte Linke

Man­che Lin­ke im Gedan­ken­strom b gehen mit gesell­schafts­po­li­ti­schen Ansät­zen, wie sie aus den vor­her­ge­hen­den Zita­ten spre­chen, um, indem sie sagen: Das waren Bür­ger­kriegs­ge­schich­ten, und die Bezo­gen­heit der For­mu­lie­run­gen auf den Sozia­lis­mus und den Men­schen im All­ge­mei­nen war blo­ße Rhe­to­rik, die mit tech­no­kra­ti­scher Ideo­lo­gie nichts zu tun hat. Ande­re Lin­ke im b‑Strom und die gesam­te Lin­ke im a‑Strom distan­zie­ren sich von der­ar­ti­gen Ansät­zen – vie­le b‑Linke lie­ber nicht zu deut­lich, um die Fun­da­men­tal­op­po­si­ti­on gegen C nicht durch inner-lin­ke Strei­te­rei­en zu schwä­chen. b‑Linke, deren Kom­mu­nis­mus­be­griff ohne Lenin und viel­leicht zusätz­lich Sta­lin nicht funk­tio­niert, deu­ten die­se Distan­zie­rung als Anti­kom­mu­nis­mus, falls sie das, von dem sich distan­ziert wird, mit dem ineins­set­zen, was sie für Kom­mu­nis­mus hal­ten.11

Aus Sicht vie­ler a- und b‑Linker bog der Main­stream nach rechts ab. Rech­te b‑Opposition wird dadurch zur Scheinopposition.

Wohl die meis­ten Lin­ken im b‑Strom einigt die Ansicht, dass es sowohl dem a- als auch dem C‑Strom um eine Bei­be­hal­tung des Kapi­ta­lis­mus geht, die sie nicht wünschen.

Die­se Sicht­wei­se setzt einen Kapi­ta­lis­mus­be­griff vor­aus, der den Kapi­ta­lis­mus der Welt­markt­kon­kur­renz und das aus­ufern­de, durch koor­di­nier­te Zen­tral­bank­po­li­ti­ken und Mili­tär­macht ermög­lich­te kor­po­ra­tis­ti­sche Plün­de­rungs­re­gime des Neo­li­be­ra­lis­mus umfasst, das der C‑Strom in einen Zustand gesell­schaft­li­cher Sta­bi­li­tät über­füh­ren möch­te, etwa: Kapi­ta­lis­mus = alle post-feu­da­lis­ti­schen For­men der Aus­beu­tung der Mehr­heit durch eine Minderheit.

Eine irgend­wie gear­te­te Aus­beu­tung der Mehr­heit durch eine Min­der­heit ist für die Min­der­heit immer pro­fi­ta­bel, so dass sie nicht an man­geln­der Pro­fi­ta­bi­li­tät schei­tern kann, höchs­tens an Ver­su­chen, so viel Pro­fit her­aus­zu­schla­gen, dass die Mehr­heit zu sehr erzürnt wird.

Anti­ka­pi­ta­lis­mus vor dem Hin­ter­grund eines Kapi­ta­lis­mus, der – sogar auch im Inter­es­se der aus­beu­ten­den Min­der­heit – durch Ein­schrän­kung der Durch­setz­bar­keit all­zu gro­ßer Gier auf poli­ti­schen Wegen zu ret­ten wäre, grün­det im Idea­lis­mus. Er beruht dar­auf, den Kapi­ta­lis­mus aus mora­li­schen Befind­lich­kei­ten her­aus nicht ret­ten zu wol­len, oder auf Schwie­rig­kei­ten, kon­sis­tent zu den­ken, oder auf einen Glau­ben an das poli­tisch nicht in den Griff zu krie­gen­de Böse oder allem zusam­men oder auf nichts, das a‑Schwimmende ver­nünf­ti­ger­wei­se über­zeu­gend zu fin­den bräuch­ten. Ver­gel­tungs­wei­se pfle­gen b‑Linke ein bes­ser­wis­se­ri­sches Ver­hält­nis zu kapi­ta­lis­mus­gläu­bi­gen a‑Schwimmenden.

b‑Linken, die es wirk­lich bes­ser wis­sen und die gegen­wär­ti­ge Kri­se der Pro­duk­ti­ons­wei­se aus der Pro­duk­ti­ons­wei­se erklä­ren, steht etwa fol­gen­de Denk­wei­se offen: a‑Schwimmende sind im All­ge­mei­nen zu selb­stän­di­gem Den­ken befä­higt und frei­heit­lich gesinnt, sonst wären sie anläss­lich der Ein­bie­gung des Main­streams in den C‑Strom nicht aus der Mit­te gepur­zelt. Soll­ten a‑Schwimmende Gele­gen­heit erhal­ten, ihren Glau­ben an einen Wohl­stand brin­gen­den fried­li­chen Kapi­ta­lis­mus aus­zu­le­ben, wer­den sie erfah­ren, inwie­weit das funk­tio­niert. Zum Auf­bau des Sozia­lis­mus genügt die Bereit­schaft, die Fra­ge der pri­vat­wirt­schaft­li­chen oder sozia­lis­ti­schen oder koope­ra­ti­ven Gestal­tung der Pro­duk­ti­ons­wei­se der ver­schie­de­nen Wirt­schafts­zwei­ge, Güter und Dienst­leis­tun­gen nach Kri­te­ri­en der Funk­ti­ons­fä­hig­keit und der prak­ti­schen Vor- und Nach­tei­le anzugehen.

Auf­grund ihrer Erfah­run­gen, nicht durch Marx/Engels/Lenin/Trotzki…-Studien, fin­den wohl die meis­ten a‑Schwimmenden, wenn sie danach gefragt wer­den, dass Finanz‑ und Ener­gie­wirt­schaft, media­le und phy­si­sche Infra­struk­tur­wirt­schaft, Gesund­heits­ver­sor­gung, Phar­ma­in­dus­trie, Wis­sen­schaft und ande­res mehr gemein­wohl­ori­en­tiert arbei­ten soll­ten. Was sie für eine Repa­ra­tur des Kapi­ta­lis­mus hal­ten, läuft auf einen Sozia­lis­mus mit pri­vat orga­ni­sier­ter Rest­wirt­schaft hin­aus. Vie­le ord­nen ihre soza­lis­ti­sche Hal­tung als ledig­lich anti-neo­li­be­ra­lis­tisch ein. Ihre Bäu­che, Her­zen und Füße haben ihre Köp­fe über­holt und sind eigent­lich dem b‑Strom zuzu­ord­nen, so dass C‑Propaganda, die zwi­schen a und b kaum bis kei­ne Unter­schie­de macht, gar nicht so ver­kehrt liegt.

Eine sozia­lis­ti­sche Umge­stal­tung der Groß- und Grund­la­gen­in­dus­trie liegt so sehr auf der Hand, dass die­je­ni­gen, die sie befür­wor­ten, nicht erst einer pas­sen­den Ideo­lo­gie anhän­gen müs­sen, um sie zu befür­wor­ten. b‑Linke, die sich eine Ideo­lo­gie ange­le­sen haben, bemer­ken den Sozia­lis­mus der Ex-Mit­ti­gen viel­leicht nicht, da er ihnen mit unpas­sen­dem Voka­bu­lar entgegenspringt.

Weil eine sozia­lis­ti­sche Umge­stal­tung der Groß- und Grund­la­gen­in­dus­trie so sehr auf der Hand liegt, dass die ursprüng­li­che Mit­te gele­gent­lich der zu erwar­ten­den Not ihr wie von selbst zulau­fen wür­de, kann nur ein C‑Strom, eine Umbie­gung des Main­streams und Offen­si­ve der tota­li­tä­ren Mas­sen­for­mie­rung mit Neu­tra­li­sie­rung der sozia­lis­ti­schen Ten­den­zen, die Macht der Mäch­tigs­ten noch schützen.

Rechte Nichtscheinopposition

Der b‑Strom ist ziem­lich bunt. Vie­le b‑Schwimmende mit kla­rer Sicht und Rea­li­täts­sinn hal­ten sich für weder links noch rechts. Man­che b‑Schwimmende bau­en Kom­mu­nen jen­seits der Matrix auf. Ande­re blei­ben iso­liert, ver­wei­gern aber trotz­dem die Kol­la­bo­ra­ti­on mit C und berei­ten sich in stil­len Gebe­ten auf die End­zeit vor. Ich ver­ein­fa­che den b‑Strom auf Lin­ke und Rechte.

Aus Sicht von b‑Linken ist es min­des­tens so fie­se, sie mit b‑Rechten in den­sel­ben Gedan­ken­strom zu packen, wie es fie­se für anti­mo­no­po­lis­ti­sche staats­feind­li­che Kapi­ta­lis­mus­gläu­bi­ge in b ist, sie mit Nazis in den­sel­ben Gedan­ken­strom zu packen. Der a/​b/​C‑Schematismus taugt nicht für alles.

Sowohl b‑Linken als auch b‑Rechten geht es um eine Ent­mach­tung der Mäch­tigs­ten. Mode­ra­te Ände­rungs­wün­sche hier­zu wären in der Gewäs­ser­kar­te dem Strom a zuzu­ord­nen, der unter­fläch­lich gese­hen eigent­lich nur noch ein klei­nes Rinn­sal ist. Anders als Lin­ke und Rech­te im a‑Strom rut­schen b‑Schwimmende nicht erst durch die Ein­bie­gung des Main­streams in den C‑Strom aus der Mit­te bzw. den jewei­li­gen Mit­ten­flü­geln. Sie ver­tre­ten Posi­tio­nen, die sowohl a- als auch C‑Schwimmende als extre­mis­tisch einordnen.

Ver­steht man die Ein­bie­gung des Main­streams in den C‑Strom als Wen­de nach rechts, wird das Vor­kom­men von Rech­ten in den Gedan­ken­strö­men a und b schwie­rig zu ver­ste­hen. Denn dann wären eigent­lich vie­le Rech­te im C‑Strom mit­ge­nom­men wor­den, anstatt eine Oppo­si­ti­on gegen ihn zu bilden.

Zur Auf­recht­erhal­tung gewohn­ter Ein­ord­nungs­sche­men, nach denen von Rechts nur eine Schein­op­po­si­ti­on gegen die Mäch­tigs­ten aus­ge­hen kann, gehen man­che b‑Linke so weit, b‑Rechte für einen C‑Trick zu hal­ten, um die Oppo­si­ti­on zu diskreditieren.

Der Haupt­ge­gen­satz zwi­schen C und Rech­ten besteht in der supra­na­tio­na­len Ori­en­tie­rung von C und der natio­na­len Ori­en­tie­rung der Rech­ten. C geht es um eine Zer­schla­gung der Natio­nal­staa­ten und das Auf­fres­sen mit­tel­stän­di­schen Kapi­tals, Rech­ten im a- und b‑Strom um deren Ret­tung. Auf­grund ihres Natio­na­lis­mus’ sind Rech­te im Unter­schied zu internationalistisch/​globalistisch geson­ne­nen Lin­ken für C schlecht zu gebrau­chen – falls sie nicht gera­de aus spe­zi­el­len Grün­den unter dem Anschein natio­na­lis­ti­scher Ziel­set­zun­gen der C‑Agenda die­nen dür­fen, wie zur Zeit Rech­te in der Ukrai­ne zwecks Zer­schla­gung der Sou­ve­rä­ni­tät der Rus­si­schen Föderation.

Hier liegt auch ein wich­ti­ger Unter­schied zu faschis­ti­schen C‑Strömen der letz­ten Groß­kri­se des Kapi­ta­lis­mus, die mit Tei­len der Rech­ten im heu­ti­gen b‑Strom ansons­ten viel gemein­sam haben. Damals waren Rech­te mit ihrem Natio­na­lis­mus und natio­na­len Klas­sen­ver­schwis­te­rungs­an­satz für die in ein­zel­nen Natio­nen ent­ste­hen­den C‑Ströme zu gebrau­chen und Lin­ke nur bei Vor­lie­gen spe­zi­el­ler Grün­de unter dem Anschein nicht-natio­na­lis­ti­scher Ziel­set­zun­gen. Zu sol­chen spe­zi­el­len Grün­den kam es nicht oder sie sind ver­wi­ckelt und unein­deu­tig.12

Da der gegen­wär­ti­ge C‑Strom nicht die poli­ti­sche Rech­te, son­dern die Lin­ke ins (Fluss-)Bett hol­te, ver­ste­hen ihn vie­le a- und b‑Nichtlinke als Wen­de nach links.

Das gefällt a- und b‑Linken nicht, die kein Pro­blem damit hät­ten, nach dem­sel­ben Mus­ter aus einer gespie­gel­ten Anord­nung: Rech­te im Bett des C‑Stroms, auf eine Rechts­wen­de des C‑Stroms zu schlie­ßen. »C‑Linke sind gar kei­ne Lin­ken!« beteu­ern sie. Ver­geb­lich. Ein Anspruch, die wirk­li­che Lin­ke zu sein, lässt sich in Selbst­bil­dern und Kaf­fee­kränz­chen pfle­gen, hat aber kei­ne an Nicht­lin­ke ver­mit­tel­ba­re kul­tu­rel­le, poli­ti­sche oder sozio­öko­no­mi­sche Grund­la­ge. Die wirk­li­che Lin­ke ist die gesell­schaft­lich wir­ken­de Lin­ke, und die schwimmt im C‑Strom, solan­ge a- und b‑Linke kei­ne gesell­schaft­li­che Wir­kung ent­fal­ten – sei es auch nur eine Wir­kung dar­auf, was all­ge­mein unter »links« ver­stan­den wird.

Kämp­fe um Begriffs­ver­ständ­nis­se sind Teil gesell­schaft­li­cher Kämp­fe. Gesell­schaft­li­che Kämp­fe fin­den nicht zwi­schen poli­ti­schen Welt­an­schau­un­gen statt, son­dern zwi­schen Sozi­al­for­ma­tio­nen, deren Selbst- und Fremd­zu­ord­nun­gen zu mehr oder weni­ger mit sich selbst zusam­men­pas­sen­den Welt­an­schau­un­gen kon­sis­tent oder inkon­sis­tent anhand diver­ser, ver­än­der­li­cher Kri­te­ri­en­sets statt­fin­den oder nicht statt­fin­den.13

Nationalismen

Hin­ter a‑Schwimmenden und b‑Nichtlinken ste­hen Kapi­tal­frak­tio­nen, denen »Links/Rechts«-Begrifflichkeiten weni­ger wich­tig sind als die Abwehr trans­na­tio­na­len und aus­län­di­schen Kapi­tals. Der defen­si­ve Cha­rak­ter die­ser Inter­es­sens­la­ge näher­te ins­be­son­de­re den in der deut­schen und US-ame­ri­ka­ni­schen Rech­ten vor­herr­schen­den Natio­na­lis­mus dem in neo­ko­lo­ni­al aus­ge­beu­te­ten Län­dern an: Pro­le­ta­ri­at und natio­na­le Bour­geoi­sie gemein­sam für die natio­na­le Sou­ve­rä­ni­tät gegen einen äuße­ren Feind, den die eige­nen Regie­run­gen repräsentieren.

Die­ser anti-impe­ria­lis­ti­sche Natio­na­lis­mus spiel­te zunächst auch im Deutsch­land nach dem Ver­sail­ler Ver­trag eine wich­ti­ge Rol­le, bevor er im faschis­ti­schen C‑Strom einen Schub zur impe­ria­lis­ti­schen Offen­si­ve erhielt.

Vom anti-impe­ria­lis­ti­schen und impe­ria­lis­ti­schen Natio­na­lis­mus wäre der nicht-natio­na­lis­ti­sche Impe­ria­lis­mus des C‑Stroms zu unter­schei­den, auch wenn die ihn trei­ben­den Kapi­tal­frak­tio­nen die Mili­tär- und Wirt­schafts­macht von Natio­nal­staa­ten nut­zen, deren Regie­run­gen in die­sem Fall kei­ne Reprä­sen­tan­tin­nen eines natio­nal auf­ge­fass­ten Gesamt­ka­pi­tals mehr sein können.

Der west­li­che Kapi­ta­lis­mus zer­fällt nicht ent­lang natio­na­ler Lini­en wie noch weit­ge­hend – mit Andeu­tun­gen auf heu­ti­ge Ver­hält­nis­se – in der letz­ten Groß­kri­se, son­dern ent­lang von Lini­en, die quer durch ein natio­nal auf­ge­fass­tes Gesamt­ka­pi­tal ver­lau­fen. Die­se Ver­än­de­rung hängt mit einer geän­der­ten Struk­tur des Kapi­tals zusam­men, die nach der letz­ten Groß­kri­se ent­stand. Prak­tisch drückt sie sich u.a. in der mit­tel­stands­feind­li­chen P(l)andemie- und Ener­gie­po­li­tik der EU- und Biden-Admi­nis­tra­tio­nen aus. Ideell drückt sie sich dar­in aus, dass sich im Wes­ten frü­her natio­na­le C‑Ströme mit natio­na­len Eigen­ar­ten bil­de­ten, wäh­rend es heu­te im Wes­ten einen über­grei­fen­den Gesamt-C-Strom gibt.

In gegen­wär­tig impe­ria­lis­tisch noch halb­wegs erfolg­rei­chen Natio­nen bzw. Nati­ons­bünd­nis­sen ist der Natio­na­lis­mus der meis­ten a- und b‑Schwimmenden anti-impe­ria­lis­tisch geprägt, obschon dort noch die Unter­be­zah­lung impor­tier­ter Arbeits­leis­tun­gen die engen Woh­nun­gen des ärme­ren Teils der Bevöl­ke­run­gen in Lager­stät­ten der Welt­pro­duk­ti­on ver­wan­delt, in denen man ohne com­pu­ter­ge­stütz­tes Bestands­ma­nage­ment nichts wiederfindet.

a- und b‑Nichtlinke, aber auch vie­le a- und b‑Linke, sehen sich trotz impe­ria­lis­ti­scher Wohl­ta­ten als Opfer des chi­ne­si­schen Impe­ria­lis­mus (a/​b‑Strom in den USA, Deutsch­land …), zusätz­lich oder vor allem des US-Impe­ria­lis­mus (a/​b‑Strom in Deutsch­land, Frank­reich …), zusätz­lich des deut­schen Impe­ria­lis­mus (a/​b‑Strom in Frank­reich, Italien …).

Der Glau­be an einen Kapi­ta­lis­mus, der ohne Impe­ria­lis­mus gesamt­ge­sell­schaft­li­chen Wohl­stand brin­gen kann, hin­dert vom Impe­ria­lis­mus Begüns­tig­te dar­an, die Vor­tei­le des Impe­ria­lis­mus zu wür­di­gen. Ange­hö­ri­ge impe­ria­lis­tisch erfolg­rei­cher Natio­nen mei­nen, ohne mate­ri­el­le Ver­lus­te und zugleich unter Bei­be­hal­tung bzw. Restau­ra­ti­on der kapi­ta­lis­ti­schen Pro­duk­ti­ons­wei­se auf den Impe­ria­lis­mus ver­zich­ten zu kön­nen. Die eigent­li­che Ursa­che der Groß­kri­se des west­li­chen Kapi­ta­lis­mus ist für sie unsicht­bar: der rela­ti­ve Rück­gang unbe­zahlt ange­eig­ne­ter Arbeits­leis­tun­gen aus dem Rest der Welt. Wirt­schaft­lich aus­glei­chen lässt sich die­ser nur durch einen wach­sen­den Anteil gemein­wirt­schaft­li­cher Pro­duk­tio­nen, soll die kapi­ta­lis­ti­sche Rest­wirt­schaft funk­tio­nie­ren bzw. das Groß­ka­pi­tal nicht in Pri­va­ti­sie­rungs­wel­len und via Staats­schuld­ein­trei­bun­gen unnach­hal­tig über alles her­fal­len, des­sen es hab­haft wer­den kann, um dann zum maß­lo­sen Geld­dru­cken über­zu­ge­hen.14

a- und b‑Linke nähern sich dem anti-impe­ria­lis­ti­schen Natio­na­lis­mus an, indem sie zum Bei­spiel posi­tiv an einen »Heimat«-Begriff anknüp­fen, ohne des­sen natio­na­lis­ti­sche Ideo­lo­gi­sie­rung zu stö­ren, oder indem sie die Ein­wan­de­rung und den damit ver­bun­de­nen Druck auf die Ein­kom­men des ärme­ren Teils der Bevöl­ke­rung pro­ble­ma­ti­sie­ren, ohne die­sen Effekt und die Exis­tenz von Natio­nal­staa­ten mit dem Kapi­ta­lis­mus in Ver­bin­dung zu brin­gen und ohne die Beschnei­dung der Frei­zü­gig­keit von Men­schen zu kri­ti­sie­ren, die das Pech haben, arm zu sein und in Mas­sen auf­tre­ten zu müs­sen. Damit sich der Zustrom von Men­schen, die die Kraft haben, unter schwie­ri­gen Bedin­gun­gen um den hal­ben Glo­bus zu rei­sen, in Indus­trie­ge­sell­schaf­ten mit betag­tem Pro­le­ta­ri­at für des­sen ärme­ren Teil mate­ri­ell schäd­lich aus­wir­ken kann, sind eini­ge Bedin­gun­gen zu erfül­len, deren Nicht­hin­ter­fra­gung zum Kapi­ta­lis­mus­glau­ben gehört.

Im Ver­gleich zu den Kapi­tal­frak­tio­nen, die den C‑Strom trei­ben, sind die an natio­na­ler Sou­ve­rä­ni­tät inter­es­sier­ten Kapi­tal­frak­tio­nen der a- und b‑Ströme schwach. Aber ihre Stär­ke wie auch ihre Inter­es­sen gegen­über ande­ren Natio­nen und Kapi­tal­frak­tio­nen schwan­ken in den ein­zel­nen Natio­nen beträcht­lich. Um die Gefah­ren, die vom a- und b‑Nationalismus in den ein­zel­nen Natio­nen rela­tiv zu den Gefah­ren, die von C aus­ge­hen, rea­lis­tisch ein­schät­zen und lin­ke Akti­vi­tä­ten ent­spre­chend ori­en­tie­ren zu kön­nen, wären empi­ri­sche Unter­su­chun­gen nötig, die zu machen oder zur Kennt­nis zu neh­men die wenigs­ten Lin­ken Lust haben.

Querfront

Von Gedan­ken­strom C aus gese­hen ist es fast unmög­lich, Gedan­ken­strom b nicht als Quer­front zwi­schen Rech­ten und Pseu­do­lin­ken zu deu­ten, solan­ge C der Main­stream ist.15 Aus C her­aus an b‑Linke gerich­te­te For­de­run­gen, sich von b‑Rechten zu distan­zie­ren, lau­fen ent­we­der auf Lip­pen­be­kennt­nis­se hin­aus, die sich dadurch unglaub­wür­dig machen, dass sie offen­sicht­lich nötig sind, oder auf einen Ver­zicht, gegen den Strom der Macht zu schwim­men, weil Rech­te in die­sel­be Rich­tung schwim­men. Eine Front inner­halb des b‑Stroms, die von C aus sicht­bar wäre, kann erst ent­ste­hen, wenn der Main­stream brö­ckelt und der Wider­stand gegen C aus der Defen­si­ve kommt, so dass sich Umge­stal­tungs­wün­sche abzu­zeich­nen beginnen.

Der Quer­front-Vor­wurf des C‑Stroms ist nicht aus dem Nicht­sein geploppt. Posi­tio­nen von Lin­ken und Rech­ten über­lap­pen ein­an­der in der natio­na­len Fra­ge, in der Wahl des Finanz­ka­pi­tals und des US-Impe­ria­lis­mus als Haupt­fein­de, in der Fra­ge der Ein­wan­de­rung, in der Unter­schei­dung von »raf­fen­dem« und »schaf­fen­dem« Kapi­tal und in den Krisenerklärungen.

Zusätz­lich fällt es ins­be­son­de­re bezo­gen auf Deutsch­land leicht, das poli­ti­sche Gemenge­la­ge des heu­ti­gen b‑Stroms mit dem Repu­blik-feind­li­chen Rechts/­Links-Gemenge­la­ge der unmit­tel­ba­ren Vor-Nazi­zeit gleich­zu­set­zen. Bei her­kömm­li­chen Geschichts­kennt­nis­sen macht der heu­ti­ge b‑Strom C- und a‑Schwimmenden ver­ständ­li­cher­wei­se Angst.

Dem Gemenge­la­ge der Vor-Nazi­zeit sagt die offi­zi­el­le Geschichts­schrei­bung nach, es hät­te die Wei­ma­rer Repu­blik zer­stört – als wäre es ver­meid­bar gewe­sen. Ver­meid­bar war die poli­ti­sche Unru­he vor dem Hin­ter­grund der sozio­öko­no­mi­schen Unfä­hig­keit zur Repro­duk­ti­on der sozia­len Ver­hält­nis­se nur mit dik­ta­to­ri­schen Mit­teln. Damals wie heu­te ging deren Anwen­dung auf dem Ver­ord­nungs­weg von der Mit­te aus. Damals wie heu­te bog die Mit­te in den C‑Strom ein und nahm dazu auf, was zuvor jen­seits eines ihrer Rän­der lag – und zwar zu der poli­ti­schen Sei­te hin, die – ggf. nach eini­gen Berei­ni­gun­gen16 – dem Erhalt der Macht der Mäch­tigs­ten am bes­ten dient. Die­se Sei­te ist heu­te die lin­ke, nicht wie frü­her die rechte.

Der gemein­sa­me Nen­ner, der frü­her rech­te Welt­an­schau­un­gen zur Bil­dung eines C‑Stroms geeig­net mach­te und heu­te lin­ke, besteht in ihrer Brauch­bar­keit zur tota­li­tä­ren Massenformierung.

Aus tota­li­tä­ren Mas­sen­for­ma­tio­nen kann kei­ne Eman­zi­pa­ti­on der Men­schen aus Ver­hält­nis­sen her­aus­sprin­gen, »in denen der Mensch ein ernied­rig­tes, ein geknech­te­tes, ein ver­las­se­nes, ein ver­ächt­li­ches Wesen ist«. Das fand schon Marx, in des­sen Nach­lass eine Ent­spre­chung zu Des­mets »Kol­lek­tiv« als im Staat ver­kör­per­tes »abs­trak­tes Gan­zes« vorkommt:

Die poli­ti­sche See­le einer Revo­lu­ti­on besteht […] in der Ten­denz der poli­tisch ein­fluß­lo­sen Klas­sen, ihre Iso­lie­rung vom Staats­we­sen und von der Herr­schaft auf­zu­he­ben. Ihr Stand­punkt ist der des Staats, eines abs­trak­ten Gan­zen, das nur durch die Tren­nung vom wirk­li­chen Leben besteht, das undenk­bar ist ohne den orga­ni­sier­ten Gegen­satz zwi­schen der all­ge­mei­nen Idee und der indi­vi­du­el­len Exis­tenz des Men­schen. Eine Revo­lu­ti­on von poli­ti­scher See­le orga­ni­siert daher auch, der beschränk­ten und zwie­späl­ti­gen Natur die­ser See­le gemäß, einen herr­schen­den Kreis in der Gesell­schaft, auf Kos­ten der Gesell­schaft. (Kri­ti­sche Randglos­sen, S. 408)

Linkes Versagen

Für vie­le b‑Linke bedeu­te­te es eine gro­ße Ent­täu­schung, ihre Genos­sin­nen anläss­lich der Corona‑P(l)andemie in den Gedan­ken­strom C ein­tau­chen zu sehen. Min­des­tens zwei Arti­kel der Mag­Ma beschäf­ti­gen sich mit die­sem The­ma: »Lin­ke und Coro­na: Wie konn­te das pas­sie­ren?« von Wil­fried Schwetz und »War­um hat die Lin­ke in der Coro­na­kri­se ver­sagt?« von Jan Müller.

Aus den bei­den Arti­keln und den Kom­men­ta­ren zu ihnen las­sen sich zwei Hal­tun­gen zur C‑Kompatibilität lin­ken Den­kens entnehmen:

  • Lin­kes Den­ken hat sich, soweit es nicht ganz dahin­ge­schie­den ist, der­art geän­dert, dass es nicht mehr links ist, son­dern zum Bei­spiel »links­neo­li­be­ral« (Mül­ler).
  • Lin­kes Den­ken soll­te sich der­art ändern, dass es mit C unver­träg­lich wird, zum Bei­spiel soll­te es den »dem mar­xis­ti­schen Erbe[] inne­woh­nen­den Mate­ria­lis­mus« über­win­den und Geist und See­le erns­ter neh­men (Schwetz).

Ver­ständ­li­cher­wei­se möch­ten a- und b‑Linke am liebs­ten die­je­ni­gen lin­ken Strö­mun­gen im C‑Strom fin­den, denen sie sich jeweils nicht zuord­nen. In Dis­kus­sio­nen um das Ver­sa­gen der C‑Linken keh­ren ent­spre­chend alte Ani­mo­si­tä­ten und Gegen­sät­ze zwi­schen lin­ken Strö­mun­gen wie­der. Deren Viru­lenz und zugleich ein Bemü­hen, sie durch einen hohen Abs­trak­ti­ons­grad orga­ni­sa­to­risch mög­lichst unge­fähr­lich zu hal­ten, zeigt sich zum Bei­spiel am Aus­bruch einer phi­lo­so­phi­schen Mate­ria­lis­mus-Dis­kus­si­on anläss­lich der bei­den genann­ten Mag­Ma-Arti­kel.17

Im C‑Strom machen Lin­ke aus diver­sen Tra­di­tio­nen mit, außer aus Mar­xis­tisch-Leni­nis­ti­schen auch deren aus­ge­spro­che­ne Geg­ne­rin­nen wie etwa Lin­ke aus Tra­di­tio­nen der »Tech­no­lo­gie- und Wachs­tums­kri­tik« (Schwetz). Um aus dem Ver­sa­gen der C‑Linken ler­nen zu kön­nen, wäre es u.a. nütz­lich, fol­gen­der Fra­ge nach­zu­ge­hen: Sind den C‑Linken spe­zi­fisch lin­ke Aspek­te gemein­sam, die sie von a‑und b‑Linken tren­nen, oder sind ihnen nur sol­che Aspek­te gemein­sam, die all­ge­mein die a- und b‑Ströme von C tren­nen?18

Einer der Grün­de des Ver­sa­gens der Lin­ken könn­te in ihren Erfol­gen lie­gen. Spe­zi­ell der lin­ke Kul­tur­kampf der 1968er ist zum Teil der­ma­ßen erfolg­reich gewe­sen, dass in den letz­ten 50 Jah­ren zuvor lin­kes Den­ken zu mit­ti­gem wur­de und mit­ti­ges zu rechtem.

Lin­kes Den­ken im Sin­ne der Eman­zi­pa­ti­on des Men­schen aus unter­drü­cke­ri­schen Ver­hält­nis­sen wird auto­ri­tär, indem es sich durch­setzt, ohne dass die unter­drü­cke­ri­schen Ver­hält­nis­se auf­ge­ho­ben wer­den. Dazu zwei Beispiele:

  • Gesund­heits­schutz­vor­schrif­ten in der Arbeits­welt wir­ken eman­zi­pa­tiv. Aber der Gesund­heits­schutz nimmt auto­ri­tä­re For­men an. So ist die Mög­lich­keit, im Krank­heits­fall von der Arbeit fern zu blei­ben und trotz­dem Lohn zu bekom­men, mit einer Erzie­hung zur Unter­wer­fung unter Exper­tin­nen­an­sa­gen ver­bun­den, die in Kon­se­quenz ihrer nor­ma­tiv-wis­sen­schaft­li­chen Her­an­ge­hens­wei­se Indi­vi­du­en auf fett­be­schich­te­te Andro­iden reduzieren.
  • Den Ein­fluss geschlecht­lich nicht neu­tra­ler Spra­che auf die Denk- und Hand­lungs­mög­lich­kei­ten von Men­schen zu unter­su­chen und ent­spre­chend der Ergeb­nis­se dafür ein­zu­tre­ten, dass eine geschlecht­lich neu­tra­le Spra­che gepflegt wird, wirkt eman­zi­pa­tiv. Nach­dem eine geschlecht­lich neu­tra­le Spra­che durch­ge­setzt wur­de, wird aus ihrer Ver­wen­dung eine Pflicht. Men­schen Pflich­ten auf­zu­er­le­gen, wie sie sich aus­zu­drü­cken haben, ist autoritär.

Nach bis­he­ri­gen Erfah­run­gen keh­ren sich Ver­bes­se­run­gen von Bedin­gun­gen, denen Men­schen unter­wor­fen sind, die zunächst indi­vi­du­el­le Hand­lungs­mög­lich­kei­ten erwei­tern, irgend­wann oder sofort gegen die Erwei­te­rung der indi­vi­du­el­len Hand­lungs­mög­lich­kei­ten. Soli­da­ri­tät wird Unter­ord­nung, Wis­sen­schaft wird Reli­gi­on, Frei­heit wird Konformismus.

Die­ses Dilem­ma lässt sich nur durch Besei­ti­gung des Unter­wor­fen­seins unter die jewei­li­gen Bedin­gun­gen auf­he­ben. In der Deut­schen Ideo­lo­gie von Marx und Engels wird das Dilem­ma auf die mate­ri­el­le Pro­duk­ti­ons­wei­se zurückgeführt:

[I]m Lauf der his­to­ri­schen Ent­wick­lung und gera­de durch die inner­halb der Tei­lung der Arbeit unver­meid­li­che Ver­selb­stän­di­gung der gesell­schaft­li­chen Ver­hält­nis­se tritt ein Unter­schied her­aus zwi­schen dem Leben jedes Indi­vi­du­ums, soweit es per­sön­lich ist und inso­fern es unter irgend­ei­nen Zweig der Arbeit und die dazu­ge­hö­ri­gen Bedin­gun­gen sub­su­miert ist.

Mit Ent­ste­hung des Kapi­ta­lis­mus tritt

der Unter­schied des per­sön­li­chen Indi­vi­du­ums gegen das Klas­sen­in­di­vi­du­um, die Zufäl­lig­keit der Lebens­be­din­gun­gen für das Indi­vi­du­um […] ein. […] Die Kon­kur­renz und der Kampf der Indi­vi­du­en unter­ein­an­der erzeugt und ent­wi­ckelt erst die­se Zufäl­lig­keit als sol­che. In der Vor­stel­lung sind daher die Indi­vi­du­en unter der Bour­geoi­sie­herr­schaft frei­er als frü­her, weil ihnen ihre Lebens­be­din­gun­gen zufäl­lig sind, in der Wirk­lich­keit sind sie natür­lich unfrei­er, weil mehr unter sach­li­che Gewalt subsumiert.

Fol­ge­rung für revo­lu­tio­nä­re Veränderungen:

Es geht aus der gan­zen bis­he­ri­gen Ent­wick­lung her­vor, daß das gemein­schaft­li­che Ver­hält­nis, in das die Indi­vi­du­en einer Klas­se tra­ten und das durch ihre gemein­schaft­li­chen Inter­es­sen gegen­über einem Drit­ten bedingt war, stets eine Gemein­schaft war, der die­se Indi­vi­du­en nur als Durch­schnitts­in­di­vi­du­en ange­hör­ten, nur soweit sie in den Exis­tenz­be­din­gun­gen ihrer Klas­se leb­ten, ein Ver­hält­nis, an dem sie nicht als Indi­vi­du­en, son­dern als Klas­sen­mit­glie­der teil­hat­ten. Bei der Gemein­schaft der revo­lu­tio­nä­ren Pro­le­ta­ri­er dage­gen, die ihre und aller Gesell­schafts­mit­glie­der Exis­tenz­be­din­gun­gen unter ihre Kon­trol­le neh­men, ist es gera­de umge­kehrt; an ihr neh­men die Indi­vi­du­en als Indi­vi­du­en Anteil.

Eine sozia­le Revo­lu­ti­on [im Unter­schied zur poli­ti­schen] befin­det sich des­we­gen auf dem Stand­punkt des Gan­zen, weil sie – fän­de sie auch nur in einem Fabrik­di­strikt statt – weil sie eine Pro­te­sta­ti­on des Men­schen gegen das ent­mensch­te Leben ist, weil sie vom Stand­punkt des ein­zel­nen wirk­li­chen Indi­vi­du­ums aus­geht, weil das Gemein­we­sen, gegen des­sen Tren­nung von sich das Indi­vi­du­um reagiert, das wah­re Gemein­we­sen des Men­schen ist, das mensch­li­che Wesen.19

Eine »Pro­te­sta­ti­on des Men­schen gegen das ent­mensch­te Leben« mit einem »Wir« des »wah­ren Gemein­we­sens« brach­te der a‑schwimmende Ex-Poli­zist Karl Hilz auf einer Demo gegen das Covid-Regime vor:

Es steht kei­nem Poli­ti­ker und kei­nem Beam­ten zu, uns von unse­ren Ange­hö­ri­gen zu tren­nen und zu sagen, wir dürf­ten sie nicht besu­chen, oder wir dürf­ten sie nicht trös­ten, oder wir dürf­ten sie nicht in den Arm neh­men. Das ist unmensch­lich!20

Betrach­ten Men­schen ein­an­der im All­tag als Viren­schleu­dern, ent­steht eine Hor­ror­ge­sell­schaft. Eine Ent­zwei­ung der Men­schen in die­ser Tie­fe ist nötig, damit es in der gegen­wär­ti­gen Kri­se der Pro­duk­ti­ons­wei­se des west­li­chen Kapi­ta­lis­mus nicht zur Bil­dung eines wah­ren Gemein­we­sens der Indi­vi­du­en (im Unter­schied zu Gemein­schaft stif­ten­den über­ge­ord­nen Instan­zen wie »Kol­lek­tiv«, Staat, Nati­on) kommt, das bei nächs­ter Gele­gen­heit mate­ri­el­ler Not Türen für Ver­än­de­run­gen öff­nen wür­de, in denen die bis­her Mäch­tigs­ten und ihr Polit­per­so­nal kei­ne Rol­le mehr spielen.

Die herr­schen­den Erziehungs‑, Gesund­heits- und Pro­pa­gan­da­sys­te­me, Kör­per­fi­gur­nor­men und Iden­ti­täts­po­li­ti­ken sind dar­auf aus­ge­rich­tet zu ver­hin­dern, dass die Pro­duk­ti­ons­ver­hält­nis­se die Men­schen zur Indi­vi­du­ie­rung und damit zur Bil­dung eines wah­ren Gemein­we­sens ver­an­las­sen. In Zei­ten der Exis­tenz­un­si­cher­heit inte­grie­ren sich Men­schen, deren Indi­vi­du­ie­rung auf hal­ber Stre­cke ver­reckt, in tota­li­tä­re Mas­sen­for­ma­tio­nen, um ihre durch den Ver­lust sozio­öko­no­mi­scher Bin­dungs­kräf­te exis­ten­zi­ell bedroh­li­cher wer­den­de Ver­ein­sa­mung und Angst zu bewäl­ti­gen. Uni­for­mie­run­gen und Mas­ken sind dazu pas­sen­de Sym­bo­le und Übungen.

Bemü­hun­gen und Ten­den­zen zur Ver­hin­de­rung der Indi­vi­du­ie­rung haben sich der­ma­ßen inten­si­viert und tech­no­lo­gisch mate­ria­li­siert, dass ohne »Pro­te­sta­ti­on des Men­schen gegen das ent­mensch­te Leben« die Mög­lich­keit einer aus Indi­vi­du­en bestehen­den »Gemein­schaft der revo­lu­tio­nä­ren Pro­le­ta­ri­er«, in hoch­in­dus­tria­li­sier­ten Gesell­schaf­ten über 80% der Bevöl­ke­rung, ver­lo­ren zu gehen droht.21

Was tun?

In der Indi­vi­du­ie­rung liegt der revo­lu­tio­nä­re Keim der Gegen­wart. Nicht vor allem Lin­ke begärt­nern ihn. Hof­fent­lich nicht all­zu vie­le b‑Linke gie­ßen in der Erwar­tung, dar­aus könn­te etwas her­vor­sprie­ßen, den Beton drum­her­um. Mit einer poli­ti­schen, nicht einer sozia­len, Revo­lu­ti­on vor Augen erklä­ren sie den Indi­vi­dua­lis­mus im a‑Strom zu einem bekämp­fens­wer­ten Aus­fluss von Klein­bür­ger­lich­keit und möch­ten nach altem Mus­ter eine dem C‑Strom ent­ge­gen­ge­setz­te Mas­sen­for­ma­ti­on organisieren.

Wäh­rend­des­sen geht die »Pro­te­sta­ti­on des Men­schen gegen das ent­mensch­te Leben« spa­zie­ren. Der Spa­zier­gang ist eine Art des gemein­sa­men Gehens, bei der das gemein­sa­me Gehen mit zum Ziel gehört. Zur Pro­test­form mach­ten ihn Demons­tra­ti­ons­ver­bo­te. Geneh­mig­te Pro­tes­te wer­den in der Regel als Mär­sche for­miert: eine klei­ne oder gro­ße Mas­se mit kla­rer Gren­ze, wer dazu und wer nicht dazu gehört, rich­tet sich auf ein Ziel aus. Die Ver­wal­tung der Gren­ze die­ser Mas­se über­nimmt die Poli­zei. Unfor­mier­te Pro­test­ak­tio­nen sind poli­zei­lich schlecht beherrsch­bar. Was poli­zei­lich nicht beherrsch­bar ist, wird nicht genehmigt.

Eine oppo­si­tio­nel­le Mas­sen­for­ma­ti­on kommt der Herr­schaft nur dann nicht ent­ge­gen, wenn sie eine gewis­se Grö­ße über­schrei­tet. Bis es soweit ist, hält sie dem Staat einen gut hand­hab­ba­ren Mas­sen­kör­per hin. Zer­schlägt der Staat den Mas­sen­kör­per, bleibt dem ver­blei­ben­den Wider­stand kaum ande­res übrig als sich in auto­no­men Grup­pen zu organisieren.

Dar­auf zu hof­fen, dass es einem gegen­wär­ti­gen Staats­ap­pa­rat der west­li­chen Welt nicht gelin­gen wür­de, die Bil­dung einer oppo­si­tio­nel­len Mas­sen­for­ma­ti­on zu ver­hin­dern oder in nicht-oppo­si­tio­nel­le Rich­tun­gen zu bie­gen, wäre unrea­lis­tisch. Tei­le des exe­ku­ti­ven Staats­ap­pa­ra­tes müss­ten dazu die Sei­te wech­seln, noch wäh­rend die oppo­si­tio­nel­le Mas­sen­for­ma­ti­on in der Bil­dung begrif­fen ist. Poli­zei und Mili­tär als Züng­lein an der Waa­ge oppo­si­tio­nel­len Gelin­gens ist wohl nicht gera­de etwas, auf das b‑Linke ger­ne bauen.

Gegen­wär­tig sind die a- und b‑Ströme in grö­ße­ren und klei­ne­ren auto­no­men Grup­pen orga­ni­siert, die sich an Wohn­or­ten und in Betrie­ben oder auf­grund spe­zi­el­ler Vor­ha­ben oder Anlie­gen – Schutz von Kin­dern, juris­ti­scher Kampf, medi­zi­ni­sche Auf­klä­rung, Bekämp­fung des ein­rich­tungs­be­zo­ge­nen Spritz­zwangs, Medi­en­ar­beit, Kämp­fe gegen Preis­stei­ge­run­gen und Waf­fen­lie­fe­run­gen etc. – auf natio­na­len und inter­na­tio­na­len Ebe­nen zusam­men­fin­den. Die­se Orga­ni­sa­ti­ons­form ist prak­tisch ange­mes­sen, weil sie den Staats­ap­pa­ra­ten die Zer­schla­gung des Wider­stands schwer macht. Sie ist inhalt­lich ange­mes­sen hin­sicht­lich des mit Mas­sen­for­ma­tio­nen erreich­ba­ren auto­ri­tä­ren End­ergeb­nis­ses und des Wesens des Wider­stands als Wei­ge­rung oder Unfä­hig­keit, sich zum Teil der C‑Massenformation machen zu lassen.

Dazu pas­send haben sich im a- und b‑Strom bis­her auf­ge­bau­te zen­tra­le­re Stel­len als nütz­lich erwie­sen, wenn sie die Kom­mu­ni­ka­ti­on und Zusam­men­ar­beit zwi­schen auto­no­men Grup­pen sowie die Bil­dung von Grup­pen aus ver­spreng­ten Ein­zel­nen för­dern. Nutz­lo­ser machen sie sich, wenn sie deren poli­ti­sche Aus­rich­tun­gen anzu­glei­chen, anstatt nur wider­zu­spie­geln oder auch – was aktu­ell ziem­lich nütz­lich wäre – die Gemein­sam­kei­ten der poli­ti­schen und vor allem auch men­ta­len Aus­rich­tun­gen frei­zu­le­gen versuchen.

Zu Anglei­chun­gen poli­ti­scher Aus­rich­tun­gen führt das Leben selbst bzw. der Tod, den zum Bei­spiel eine pro­fit­ge­trie­be­ne Phar­ma­in­dus­trie mit sich bringt. Für mRNA-Gespritz­te, für die Opfer der Lock­downs und im Fall eines Welt­kriegs kommt die­ses Erfah­rungs­ler­nen zu spät. Doch sieht wenig danach aus, dass Ler­nen und Han­deln irgend­wie vor­ver­legt wer­den könn­ten. Außer genau das zu ver­su­chen, bleibt kaum ande­res übrig als auf eine güns­ti­ge Rei­hen­fol­ge der ein­tref­fen­den Erfah­run­gen zu hof­fen, so dass deren Lern­ef­fek­te noch grö­ße­re Schä­den und Lei­den ver­hin­dern könnten.

Ler­nen und Han­deln las­sen sich nicht durch Vors­ga­en oder Vor­ga­be poli­ti­scher Zie­le vor­ver­le­gen. Letz­te­re sind eine Kon­se­quenz oder zusam­men­fas­sen­de For­mu­lie­rung des­sen, was wir ler­nen und tun.

Zwi­schen auto­no­men Grup­pen, deren poli­ti­sche Aus­rich­tun­gen zusam­men­pas­sen, bil­den sich stär­ke­re Ver­bin­dun­gen aus als zwi­schen auto­no­men Grup­pen, deren poli­ti­sche Aus­rich­tun­gen nicht zusam­men­pas­sen. Es ist nicht umge­kehrt: erst stärkt eine auto­no­me Grup­pe Ver­bin­dun­gen zwi­schen auto­no­men Grup­pen und dadurch kön­nen die poli­ti­schen Aus­rich­tun­gen ein­an­der ange­gli­chen wer­den. Ohne Soros’sche (oder frü­her auch real­so­zia­lis­ti­sche) Geld­klam­mer oder Mono­po­li­sie­rung der Infor­ma­ti­ons- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ka­nä­le des Wider­stands oder schlim­me­re Metho­den ent­ste­hen aus zen­tra­len poli­ti­schen Anglei­chungs­ver­su­chen immer orga­ni­sa­to­ri­sche Spal­tun­gen. Je nach den Umstän­den stär­ken oder schwä­chen die­se den Gesamt­wi­der­stand gegen C. In allem, was getan wird, soll­te das die Haupt­fra­ge sein: Stärkt oder schwächt es den Gesamt­wi­der­stand gegen C?

Revo­lu­tio­när wird der Gesamt­wi­der­stand gegen C nicht dadurch, dass die Betei­lig­ten die rich­ti­ge Welt­an­schau­ung anneh­men oder sich auf kon­kre­te gemein­sa­me poli­ti­sche Zie­le fest­le­gen, son­dern dadurch, dass weder im Rah­men der bis­he­ri­gen vor-neo­li­be­ra­lis­ti­schen und neo­li­be­ra­lis­ti­schen Gesell­schafts­ver­hält­nis­se noch im Rah­men der Gesell­schafts­ver­hält­nis­se, die C zu bie­ten hat, die Mög­lich­keit besteht, einem aus­rei­chend gro­ßen Teil der Men­schen ein eini­ger­ma­ßen mensch­li­ches Leben zu gestat­ten. »Aus­rei­chend« heißt: der Teil der Men­schen im In- und Aus­land, zu des­sen Las­ten dies even­tu­ell geschieht, kann sich nicht erfolg­reich dage­gen weh­ren oder den Las­ten entziehen.

Im Prin­zip funk­tio­niert der west­li­che Kapi­ta­lis­mus des­halb nicht mehr, weil Men­schen im Glo­ba­len Süden zu sehr den Las­ten des west­li­chen Wohl­stands­ka­pi­ta­lis­mus ent­zo­gen wur­den und aus dem ver­blei­ben­den Las­ten­trä­ge­rin­nen­rest zu wenig her­aus­zu­ho­len ist, um im Wes­ten die indus­tri­el­le Kapi­tal­ak­ku­mu­la­ti­on mehr als nur in Aus­nah­me­fäl­len pro­fi­ta­bel zu hal­ten. Daher der Über­gang zur nicht-indus­tri­el­len Geld­ka­pi­tal­ak­ku­mu­la­ton im Neo­li­be­ra­lis­mus, die bei schrump­fen­dem rela­ti­ven Umfang impe­ria­lis­tisch ange­eig­ne­ter Arbeits­leis­tun­gen dar­auf hin­aus­lau­fen muss, dass das akku­mu­lier­te Geld immer mehr nur noch als Geld wirkt, als Ver­mö­gen, das in Markt­ma­ni­pu­la­tio­nen, Spe­ku­la­tio­nen und Kor­rup­tio­nen bes­ser ange­legt ist als in Produktionsmitteln.

Für alle am Wider­stand gegen C Betei­lig­ten haben die Erfah­run­gen mit dem Coro­na-Regime klar gemacht, dass ihnen die Gesell­schafts­ver­hält­nis­se, die C zu bie­ten hat, kein eini­ger­ma­ßen mensch­li­ches Leben gestat­ten. Wäre es anders, wür­den sie kei­nen Wider­stand leis­ten. Aber dass die gegen­wär­ti­ge Kri­se das Resul­tat des Kapi­ta­lis­mus ist und nicht das Resul­tat einer neo­li­be­ra­lis­ti­schen Abwei­chung vom Kapi­ta­lis­mus, ist bloß eine Theo­rie. Ohne all­ge­mei­ne Bereit­schaft, das gro­ße Indus­trie- und Geld­ka­pi­tal zu ent­eig­nen, bleibt im Erfolgs­fall des Wider­stands gegen C nichts ande­res übrig als prak­tisch aus­zu­pro­bie­ren, ob im Wes­ten ein nicht-neo­li­be­ra­lis­ti­scher Kapi­ta­lis­mus trotz sin­ken­der impe­ria­lis­ti­scher Wert­zu­flüs­se einem aus­rei­chend gro­ßen Teil der Men­schen ein eini­ger­ma­ßen mensch­li­ches Leben gestat­ten kann oder nicht. Abhän­gig vom Ergeb­nis wäre der gegen­wär­ti­ge Wider­stand gegen C als Beginn einer Revo­lu­ti­on oder als Reform­be­we­gung einzuordnen.

Anmerkungen

1 In der Nähe des Zitats steht: »Die Hand­müh­le ergibt eine Gesell­schaft mit Feu­dal­her­ren, die Dampf­müh­le eine Gesell­schaft mit indus­tri­el­len Kapi­ta­lis­ten.« In einem Brief ant­wor­tet Marx auf die Fra­ge, ob es den Men­schen frei­ste­he, die­se oder jene Gesell­schafts­form zu wäh­len: »Kei­nes­wegs. Set­zen Sie einen bestimm­ten Ent­wick­lungs­stand der Pro­duk­tiv­kräf­te der Men­schen vor­aus, und Sie erhal­ten eine bestimm­te Form des Ver­kehrs (com­mer­ce) und der Kon­sum­ti­on. Set­zen Sie bestimm­te Stu­fen der Ent­wick­lung der Pro­duk­ti­on, des Ver­kehrs und der Kon­sum­ti­on vor­aus, und Sie erhal­ten eine ent­spre­chen­de sozia­le Ord­nung, eine ent­spre­chen­de Orga­ni­sa­ti­on der Fami­lie, der Stän­de oder der Klas­sen […]« (Marx an P.W. Annen­kow 28.12.1846 in MEW 4, S. 547). Wer­den »Pro­duk­tiv­kräf­te« im Sinn von »Technik/​Technologie« ver­stan­den, ergibt sich dar­aus ein ziem­lich ein­glei­si­ges Bild gesell­schaft­li­cher Bedingt­hei­ten. Um die­sel­be Zeit her­um, 1846/47, schreibt Marx aber: »Von allen Pro­duk­ti­ons­in­stru­men­ten ist die größ­te Pro­duk­tiv­kraft die revo­lu­tio­nä­re Klas­se selbst.« (Das Elend der Phi­lo­so­phie). An ande­rer Stel­le heißt es: »Reli­gi­on, Fami­lie, Staat, Recht, Moral, Wis­sen­schaft, Kunst etc. sind nur besond­re Wei­sen der Pro­duk­ti­on« (Öko­no­misch-phi­lo­so­phi­sche Manu­skrip­te). Um die Ver­bin­dung Hand­müh­le → Feu­dal­her­ren und Dampf­müh­le → Kapi­ta­lis­ten für mehr als eine rhe­to­ri­sche Über­zeich­nung zu hal­ten, wäre zu glau­ben: (a) euro­päi­sche Geschich­te = Mensch­heits­ge­schich­te und (b) ein ande­rer Geschichts­ver­lauf wäre unmög­lich gewesen.

2 In Deutsch­land wur­de Pri­vat­ei­gen­tum nicht nur bei­be­hal­ten, son­dern eine umfang­rei­che Repri­va­ti­sie­rung durch­ge­zo­gen (Ger­mà Bel: Against the main­stream: Nazi pri­va­tiz­a­ti­on in 1930s Ger­ma­ny. Uni­ver­si­tat de Bar­ce­lo­na 2010). – Eine wich­ti­ge Rol­le zur Auf­recht­erhal­tung der deut­schen Zah­lungs­fä­hig­keit im Außen­han­del spiel­te der Raub des tsche­chi­schen Staats­schat­zes 1939 mit Hil­fe der Bank von Eng­land (David Blaa­zer: Finan­ce and the End of Appease­ment: The Bank of Eng­land, the Natio­nal Government and the Czech Gold. Jour­nal of Con­tem­pora­ry Histo­ry Vol. 40, No. 1, Jan., 2005, pp. 25 – 39 – Kos­ten­lo­se Regis­trie­rung bei JSTOR lohnt sich bei Eng­lisch­kennt­nis­sen: vie­le kos­ten­lo­se ordent­li­che Detailstudien).

3 Nicht im poli­ti­schen Main­stream Schwim­men­de ver­su­chen, die­se bezugs­punkt­lo­se Situa­ti­on der Main­stream-Schwim­men­den mit dem Gleich­nis vom Frosch im Koch­topf nach­zu­emp­fin­den. Man könn­te auch sagen, dass die meis­ten C‑Schwimmenden kei­nen vom Main­stream unab­hän­gi­gen Kom­pass haben, an dem sie Rich­tungs­wech­sel erken­nen könn­ten. Vom Main­stream unab­hän­gi­ge Kom­pas­se kön­nen u.a. lie­fern: Geschichts­kennt­nis­se, ethi­sche Prin­zi­pi­en, Ideo­lo­gien, Reli­gio­nen, auch natur­wis­sen­schaft­li­ches Fach­wis­sen, wenn der Main­stream dage­gen anschwimmt.

4 Vie­le an respi­ra­to­ri­schen Infek­tio­nen erkrank­te mRNA-Gespritz­te glau­ben, dass sie ohne Sprit­ze noch krän­ker gewor­den wären. Ähn­lich bei den die Falls­terb­lich­keit erhö­hen­den Gesichtsmasken.

5 Mat­ti­as Des­met im Cor­bett Report, Juni 2022. Des­mets Erklä­run­gen mit deut­scher Über­set­zung in einem Inter­view mit Nadim Helow: alles​auf​den​tisch​.tv.

6 Twit­ter @bini_adamczak 30.11.2021. Zit.n. Sebas­ti­an Bähr: Kam­pa­gne for­dert: »Been­det das Ster­ben!«, nd 30.11.2021

7 Marx hält dage­gen: »Der Mensch lebt von der Natur, heißt: Die Natur ist sein Leib, mit dem er in bestän­di­gem Pro­zeß blei­ben muß, um nicht zu ster­ben. Daß das phy­si­sche und geis­ti­ge Leben des Men­schen mit der Natur zusam­men­hängt, hat kei­nen and­ren Sinn, als daß die Natur mit sich selbst zusam­men­hängt, denn der Mensch ist ein Teil der Natur.« (Öko­no­misch-phi­lo­so­phi­sche Manu­skrip­te)

9 Lenin: Die nächs­ten Auf­ga­ben der Sowjet­macht (1918), Her­vor­he­bung im Original

11 b‑Linke, deren Kom­mu­nis­mus­be­griff ohne Lenin und viel­leicht zusätz­lich Sta­lin nicht funk­tio­niert, die die­se Ineins­set­zung nicht vor­neh­men, unter­schei­den zwi­schen sich distan­zie­ren­den Kom­mu­nis­tin­nen und sich distan­zie­ren­den Anti­kom­mu­nis­tin­nen und sagen viel­leicht: Ja, davon distan­zie­ren wir uns auch, aber es hat so nicht tat­säch­lich statt­ge­fun­den oder die per­so­nel­len Zuschrei­bun­gen sind sach­lich falsch. Damit erset­zen sie ideo­lo­gi­sche Gegen­sät­ze zwi­schen Kom­mu­nis­tin­nen durch Debat­ten über his­to­ri­sche Fak­ten und Zusam­men­hän­ge und über Text­in­ter­pre­ta­tio­nen, mit ent­spre­chen­den Nach­weis­pflich­ten. Unter Umstän­den wer­den dadurch Gegen­sät­ze hin­sicht­lich der ange­streb­ten Gesell­schafts­ord­nung frei­ge­schau­felt. Auf bei­den Sei­ten gäbe es eini­ges für die Gegen­wart Nütz­li­ches zu lernen.

12 Dis­kus­sio­nen hier­zu dre­hen sich unter ande­rem um Wir­kun­gen der Kom­in­tern und der sowje­ti­schen Außen­po­li­tik auf Kom­mu­nis­ti­sche Par­tei­en (z.B. Molo­tov, Roy, Love­stone) und um Über­ein­stim­mun­gen der Wei­ma­rer KPD mit der NSDAP (z.B. Kis­ten­ma­cher, Han­lo­ser, Koth). Bei der Beur­tei­lung letz­te­rer Sache wäre u.a. zu berück­sich­ti­gen, wann unge­fähr und nach wel­chen Besei­ti­gun­gen unbrauch­ba­rer Sub­strö­me der rech­te Rand zur Bil­dung des C‑Stroms in Deutsch­land ver­ein­nahmt wurde.

13 So lan­de­ten Lenin und anders den­ken­de Kom­mu­nis­tin­nen kraft sozio­öko­no­mi­scher, gesell­schaft­li­cher … Umstän­de, nicht kraft über­ein­stim­men­der Marx-Inter­pre­ta­tio­nen, im sel­ben »Marxismus«-Topf, wäh­rend z.B. der Natio­nal­bol­sche­wis­mus drau­ßen blieb. Zur Ein­ord­nung sie­he auch Cajo Bren­del: Lenin als Stra­te­ge der bür­ger­li­chen Revo­lu­ti­on (1998).

14 Der Öko­nom Micha­el Hud­son beob­ach­tet den Wech­sel vom Indus­trie­ka­pi­ta­lis­mus in den Neo­li­be­ra­lis­mus im Wes­ten, und stellt die­sem Wech­sel die kapitalistisch/​sozialistischen Misch­wirt­schaf­ten Chi­nas und Russ­lands gegen­über. Sie­he zum Bei­spiel Inter­view vom 1.6.2022: Ukrai­ne a Tro­jan for Germany’s US depen­dence. Den zugrun­de lie­gen­den Mecha­nis­mus erklär­te Rosa Luxem­burg. Sie­he dazu Mai­ke Neu­nert: Rosa Luxem­burgs »Die Akku­mu­la­ti­on des Kapi­tals«: bit­te neu über­den­ken. Aus Impe­ria­lis­mus­er­klä­run­gen als Stre­ben nach Extra­pro­fi­ten folgt grund­sätz­lich eine poli­ti­sche Repa­ra­tur­mög­lich­keit des Kapi­ta­lis­mus, weil dem Kapi­ta­lis­mus zum Funk­tio­nie­ren Pro­fi­te genügen.

15 Bei der Ein­ord­nung von Lin­ken in C lie­gen ande­rer­seits Asso­zia­tio­nen zu bol­sche­wis­ti­schen Sozi­al­fa­schis­mus­theo­rien nicht fern. Waren die alle nur falsch?

16 Damals vom Stras­ser-Flü­gel; heu­te z.B. von Coro­na-gläu­bi­gen Putinversteherinnen.

17 Jan Mül­ler bringt in sei­nem Arti­kel gegen den Arti­kel von Wil­fried Schwetz die Mate­ria­lis­mus/Idea­lis­mus-Fra­ge in Anschlag, wie sie im Mar­xis­mus-Leni­nis­mus auf­ge­fasst wird. Dar­auf reagier­te Wil­fried Schwetz mit dem Arti­kel Das Mate­ria­lis­mus­pro­blem und das Ver­sa­gen der Lin­ken.

18 Soweit es »mate­ria­lis­ti­sche« Aspek­te betrifft: Um mit sozio­öko­no­mi­schen Lebens­um­stän­den das Mit­schwim­men Lin­ker in C zu erklä­ren, wären signi­fi­kan­te Unter­schie­de zu sozio­öko­no­mi­schen Lebens­um­stän­den von a- und b‑Linken nach­zu­wei­sen. Um mit sozio­öko­no­mi­schen Lebens­um­stän­den das Mit­schwim­men von Men­schen all­ge­mein in C zu erklä­ren, wären signi­fi­kan­te Unter­schie­de zu sozio­öko­no­mi­schen Lebens­um­stän­den von a- und b‑Schwimmenden nach­zu­wei­sen. Ohne sol­che Nach­wei­se kann der Ein­druck, mit sozio­öko­no­mi­schen Lebens­um­stän­den wür­de etwas erklärt, nur dar­aus ent­ste­hen, dass die Erklä­rung in ideo­lo­gi­sche Mus­ter passt, die man für zutref­fend hält.

21 Man­che Lin­ke möch­ten ziem­lich vie­le Leu­te als »Klein­bür­ger« aus dem Pro­le­ta­ri­at her­aus­wer­fen. Dazu Marx: Die Ware ist »das gemein­sa­me Pro­dukt eines Gesamt­ar­bei­ters, d.h. eines kom­bi­nier­ten Arbeits­per­so­nals, des­sen Glie­der der Hand­ha­bung des Arbeits­ge­gen­stan­des näher oder fer­ner ste­hen. Mit dem koope­ra­ti­ven Cha­rak­ter des Arbeits­pro­zes­ses […] erwei­tert sich […] der Begriff der pro­duk­ti­ven Arbeit und ihres Trä­gers, des pro­duk­ti­ven Arbei­ters. Um pro­duk­tiv zu arbei­ten, ist es nun nicht mehr nötig, selbst Hand anzu­le­gen; es genügt Organ des Gesamt­ar­bei­ters zu sein, irgend­ei­ne sei­ner Unter­funk­tio­nen zu voll­zie­hen.« (Das Kapi­tal I, S. 531f) – »Nicht nur der direk­te Hand­ar­bei­ter oder Maschi­nen­ar­bei­ter, son­dern over­loo­ker [Auf­se­her], inge­nieur, mana­ger, com­mis etc., kurz, die Arbeit des gan­zen Per­so­nals, das in einer bestimm­ten Sphä­re der mate­ri­el­len Pro­duk­ti­on erheischt ist, um eine bestimm­te Ware zu pro­du­zie­ren, des­sen con­cours [Zusam­men­wir­ken] von Arbei­ten (Koope­ra­ti­on) not­wen­dig zur Her­stel­lung der Waren ist [:] In der Tat fügen sie dem capi­tal con­stant [kon­stan­tem Kapi­tal] ihre Gesamt­ar­beit hin­zu und erhö­hen den Wert des Pro­dukts um die­sen Betrag. (Wie­weit dies von Ban­kiers etc. gilt?)« (Theo­rien über den Mehr­wert I , S. 134) – »[E]in Schul­leh­rer [ist] pro­duk­ti­ver Arbei­ter, wenn er nicht nur Kin­der­köp­fe bear­bei­tet, son­dern sich selbst abar­bei­tet zur Berei­che­rung des Unter­neh­mers. Dass letz­te­rer sein Kapi­tal in einer Lehr­fa­brik ange­legt hat, statt in einer Wurst­fa­brik, ändert nichts an dem Ver­hält­nis.« (Das Kapi­tal I, S. 532)

Bild: Plan von St. Peters­burg von I. Homann. Papier, Radie­rung, Mei­ßel und Aqua­rell. 50,5x59,5 cm. 1720er Jah­re (vor 1725)

8 thoughts on “Links und rechts und keine Mitte dazwischen

  1. Was ist das? Sind wir in einem Phi­lo­so­phie Seminar?

    Das alles mag schön for­mu­liert und gedank­lich in hohe Sphä­ren tra­gen, aber nach weni­gen Absät­zen habe ich kei­ne Lust mehr zum lesen. Weil nicht im Ansatz erkenn­bar ist, was der Autor mit­tei­len möchte?

    Der gan­ze Auf­satz ist geprägt von einer klei­nen Gedan­ken­welt, in der man sich stän­dig dreht und mit immer neu­en Wor­ten das Glei­che sagt. Völ­lig los­ge­löst von irgend­wel­chen Rea­li­tä­ten wer­den rhe­to­ri­sche Kon­struk­te ent­wi­ckelt, die sug­ge­rie­ren sol­len man beschäf­ti­ge sich mit rea­len Wel­ten von Menschen.

    Im Grun­de zei­gen sol­che Wer­ke vor allem, wie weit man von der Spra­che und der Welt der Men­schen ent­fernt ist und war­um es aktu­ell Null Chan­ce gibt, das sich hier­zu­lan­de ein in Ansät­zen wirk­sa­mer lin­ker Wider­stand ent­wi­ckeln kann.

    Es zeigt das völ­li­ge Feh­len der Fähig­keit Din­ge zu abs­tra­hie­ren und zu ver­kür­zen auf ein Maß, dass es Men­schen, die nicht jeden Tag an einer Uni­ver­si­tät sind und ihren gan­zen Arbeits­tag damit ver­brin­gen sich irgend­wel­che Theo­rien aus­zu­den­ken, selbst ermög­licht poli­ti­sche Zie­le zu for­mu­lie­ren und auf Basis kon­kre­ter, d.h. aus dem Leben von ech­ten Men­schen ent­wi­ckel­ter, Hand­lungs­op­tio­nen zu zei­gen, wie Lin­ke Ideen sich posi­tiv für alle aus­wir­ken könnten.

    Auf­grund die­ses Man­gel muss man sich dann irgend­wel­che Stroh­män­ner bas­teln und aus Wort­hül­sen, die für mich genau so klin­gen, wie die Mar­ke­ting­ideen der Neo­li­be­ra­len Agen­den von Kli­ma­wan­del und Coro­na, die eine Alter­na­tiv­lo­sig­keit und End­gül­tig­keit zei­gen, die so gar nicht exis­tiert. Wäh­rend die Schü­ler von Lipp­mann und Ber­nays dies mit der geball­ten Macht der Medi­en­in­dus­trie auch in die Köp­fe der Men­schen hin­ein häm­mern kön­nen, wird der Ver­such dies von lin­ker Sei­te nach­zu­ma­chen schei­tern. Neben der feh­len­den Pro­pa­gan­da­in­stru­men­ten, wer­den sol­che Kon­struk­te nie­man­den – also die erwähn­ten arbei­ten­den Men­schen – nicht erreichen:

    »Im Prin­zip funk­tio­niert der west­li­che Kapi­ta­lis­mus des­halb nicht mehr, weil Men­schen im Glo­ba­len Süden zu sehr den Las­ten des west­li­chen Wohl­stand­ka­pi­ta­lis­mus ent­zo­gen wur­den und aus dem ver­blei­ben­den Las­ten­trä­ge­rin­nen­rest zu wenig her­aus­zu­ho­len ist, um im Wes­ten die indus­tri­el­le Kapi­tal­ak­ku­mu­la­ti­on mehr als nur in Aus­nah­me­fäl­len pro­fi­ta­bel zu hal­ten. «

    Für mich funk­tio­niert der west­li­che Kapi­ta­lis­mus per­fekt. Ich habe ein Dach über den Kopf, kann in dut­zen­den Super­märk­ten aus einem rie­si­gen Ange­bot von Nah­rung aus­wäh­len was ich essen möch­te, habe ein Über­an­ge­bot an der Jah­res­e­zeit ent­spre­chen­der Klei­dung im Schrank und kann zahl­rei­che nütz­li­che Gerä­te erwer­ben, die mein Leben erleich­tern oder berei­chern. Das alles funk­tio­niert bei einer mitt­le­ren Aus­bil­dung auch ohne einen Vollzeitjob. 

    Die Pro­ble­me die hin­ter den Gedan­ken ste­hen, haben ande­re Ursa­chen die ein stu­dier­ter Mensch in Mit­tel­eu­ro­pa anschei­nend gar nicht mehr erfas­sen kann. Natür­lich sind Kapi­tal­ak­ku­mu­la­ti­on und Aus­beu­tung der Roh­stoff­rei­chen Län­der Feh­ler in dem Sys­tem. Aber das Haupt­pro­blem ist der Man­gel an Soli­da­ri­tät und wel­che Rol­le die­se in einem Wirt­schafts­sys­tem spie­len soll­te. Und, um das zu ver­kür­zen, ein Lösungs­an­satz wäre es anzu­er­ken­nen, dass a.) Arbeit für die Men­schen wich­tig ist und b.) jede Arbeit dazu füh­ren muss, dass der Mensch davon leben kann.

    Grund­sätz­lich ist das größ­te Übel das die, die die Pro­duk­ti­ons­ar­beit leis­ten mitt­ler­wei­le völ­lig aus jedem Ent­schei­dungs­ge­fü­ge ent­fernt wur­den. Wir leben in einem Feu­da­lis­mus wo das Finanz­ka­pi­tal, die Medi­en­in­dus­trie und ande­re aka­de­mi­schen Erfül­lungs­ge­hil­fen, als die tota­len Herr­scher über die Mehr­heit der Men­schen inthro­ni­siert hat. Und dar­über täu­schen auch sol­che ver­meint­lich mit­füh­len­den Pam­phle­te nicht hinweg. 

    Solan­ge nicht die Men­schen, die für ihr über­le­ben arbei­ten müs­sen, nicht an der Macht betei­ligt sind, solan­ge wer­den wir die­sen Nie­der­gang des soli­da­ri­schen Zusam­men­le­bens wei­ter­füh­ren und ich sehe aktu­ell auf kei­ner Ebe­ne einen Aus­gang aus die­ser Entwicklung.

    Lei­der!

  2. Der Autor bie­tet eine fach­i­ro­nisch ver­frem­de­te und sozi­al-psy­cho­lo­gisch mas­kier­te Typo­lo­gie sozia­len Ver­hal­tens in kri­sen­haf­ten Situa­tio­nen und wen­det sie auf Vor­gän­gi­ges an. Auf­fäl­lig ist die Aus­blen­dung eines nage­lie­gen­den wis­sens­so­zio­lo­gi­schen Ansat­zes, mit dem aller­dings die Erin­ne­rung an Ten­den­zen bewuss­ter poli­ti­scher Pra­xis ver­bun­den wäre, indem er die ant­ago­nis­ti­schen Inter­es­sen, die in ihr agie­ren noch kon­kret zu benen­nen fähig war. Anzu­neh­men, dass im spöt­ti­schen Ton­fall, der in den Bemer­kun­gen über den gän­gi­gen Vul­gär­mar­xis­mus mit­schwingt, der das indi­vi­du­el­le Bewusst­sein als durch die Klas­sen­la­ge vor­her­be­stimmt ansieht, eine Ver­drän­gung nach­klingt, die den Autor einen Affekt­in­halt, der aus dem Zusam­men­hang trau­ma­tisch erfah­re­ner aka­de­mi­scher Kon­flik­te ent­stan­den ist, auf ein »Ersatz­ob­jekt« ver­schie­ben lässt.

    Nicht gege­ben wird eine begriff­li­che Ablei­tung, die sich metho­disch dem Wis­sen­schaft­li­chen Sozia­lis­mus ver­pflich­tet. Viel­mehr deu­tet die unkla­re Rede von »Ent­spre­chun­gen« auf die Nähe zu Kom­ple­men­ta­ri­täts­theo­rien hin, wie sie in der phä­no­me­no­lo­gi­schen Rich­tung der spät­bür­ger­li­chen Phi­lo­so­phie ver­tre­ten wur­den. Es liegt der Ver­dacht nahe, dass hier­bei die ein­ge­streu­ten Zita­te der Klas­si­ker der revo­lu­tio­nä­ren Arbei­ter­be­we­gung nur die Rechts­ab­wei­chung kaschie­ren hel­fen sol­len. Ob das mit Vor­satz oder aus dunk­len unbe­wuss­ten Grün­den erfolgt, sei dahingestellt.

  3. Famo­se Idee, den Links-Mit­te-Rechts-Sche­ma­tis­mus mit einem ande­ren Sche­ma­tis­mus zu über­la­gern und die Inter­fe­ren­zen zu betrach­ten. Wer nur in einer Schicht den­ken kann, wird ver­mut­lich Schwie­rig­kei­ten haben zu ver­ste­hen, was der Text zu bewerk­stel­li­gen versucht.
    Aber frü­her oder spä­ter wer­den wohl auch lin­ke Beton­köp­fe nicht dar­an vor­bei­kom­men zu mer­ken, dass sie Relik­te einer poli­ti­schen Land­schaft gewor­den sind, die es nicht mehr gibt und nicht mehr geben kann. Die Lin­ke ist tot! Es lebe die neue, die Freie Linke!

  4. Mein Pro­blem mit Mag­Ma-Arti­keln eben­so wie Kom­men­ta­ren ist: Dass immer schon viel zu viel vor­aus­ge­setzt ist bei den Erklä­run­gen, dabei lei­der vor allem höchst Umstrit­te­nes, das sind die Begriff­lich­kei­ten und Basis-(Hypo)Thesen, di ein der Erklä­rung zum Ein­satz kom­men. Da aber alles zum Ver­ste­hen der aktu­el­len Ver­hält­nis­se drängt, kommt man kaum je zum Aus­trag der fun­da­men­ta­len Dif­fe­ren­zen. Die zei­gen sich dann bes­ten­falls in den gegen­ein­an­der vor­ge­brach­ten Ein­wän­den. Also etwa mei­nen gegen Gedan­ken in die­sem Artikel:

    1. Wie geht denn der Zusam­men­hang von »Kri­se durch nach­las­sen­de Aneig­nung von unbe­zahl­ter Arbeit aus dem Glo­ba­len Süden« (egal, ob das so stimmt oder nicht) mit DER PAN­DE­MIE und damit zusam­men­hän­gen­den Repres­sio­nen? Und wie der zwi­schen dem, was die C‑Linken so von sich geben als Grün­den, und ihrer Unter­stüt­zung die­ser Repres­sio­nen (bis hin zuu Zero­Co­vid­Lock­downs)? Wol­len die damit, punk­tu­ell, eine ver­meint­li­che Pan­de­mie bekämpft sehen (und das dann als »Soli­da­ri­tät« gedeu­tet sehen), oder klamm­heim­lich dem sys­te­mi­schen C‑Faschismus der »Mäch­tigs­ten« zur Durch­set­zung ver­hel­fen – letz­te­res dann als Mit­tel genau WOFÜR bzw in wel­chem Kalkül?

    2. Der Anteil der uner­le­dig­ten SACH­DE­BAT­TE in einer kom­ple­xen bio­me­di­zi­ni­schen Kon­tro­ver­se zur Pan­de­mie, spä­tes­tens in der (ihrem Selbst­ver­ständ­nis nach) fak­ten­che­cken­den Mass­nah­men-befür­wor­ten­den Öffent­lich­keit fällt als Erklär­mo­ment offen­bar völ­lig aus. Was ist die dann – ein Vor­wand für den ganz anders moti­vier­ten Über­gang zur Auf­op­fe­rung für »die Mächtigsten«?

    3. Oder viel­leicht doch so etwas wie eine (frag­los höchst erklä­rungs­be­dürf­ti­ge!) frak­ti­ons- und par­tei-über­grei­fen­de WIS­SEN­SCHAFTS-GLÄU­BIG­KEIT, bei 5 – 10% unter Umstän­den gekop­pelt mit HYPO­CHON­DRIE und einer neu­ro­tisch ver­form­ten Sor­ge um sich und alle »Vul­nerablen«, die für Kata­stro­phen-Dia­gno­sen um so emp­fäng­li­cher macht, als sich gera­de in die­ser aller­gröss­ten (immer­hin »wis­sen­schaft­lich« dia­gnos­ti­zier­ten) Not die fort­be­stehen­de oder gar gestei­ger­te Funk­tio­na­li­tät »unse­rer« medi­zi­ni­schen Gegen­mass­nah­men unter Beweis stel­len lässt? Und die des SYS­TEMS, in tech­no­lo­gi­scher, hier spe­zi­ell BIO-tech­no­lo­gi­scher Hin­sicht, aber auch ganz all­ge­mein, wo es um Wirk­fä­hig­keit geht.

    4. Was ist dann die Gemein­sam­keit von Pan­de­mie und Krieg? Der alter­na­ti­ve, auch lin­ke a- und b‑Mainstream weiss die Ant­wort, es ist alles ABSICHT und LÄNGST GEPLANT (sogar öffent­lich nach­weis­bar), und zwar von allen Betei­lig­ten, die ent­we­der Käu­fer-Bestecher oder Gekauft-Besto­che­ne sind; oder aber es ist VOR­WAND, VOR­TÄU­SCHUNG, Lüge, Pro­pa­gan­da, nicht das eigent­li­che Motiv, das sel­ten bis nie aus­ge­spro­chen und somit zu erra­ten bleibt. Mit andern Wor­ten: Was geschieht, in Krieg wie Pan­de­mie, ist erfolg­reich umge­setz­te Absicht; und zwar einer, der sich alle Betei­lig­te fügen.
    Wider­spricht die­se Auf­fas­sung nicht aber dia­me­tral der von sun­ni­fa am Anfang der Aus­füh­run­gen oben geäus­ser­ten: »Befin­det sich eine mate­ri­el­le Pro­duk­ti­ons­wei­se in einer tie­fe­ren Kri­se, so dass die Repro­duk­ti­on der sozia­len Ver­hält­nis­se brö­ckelt, begin­nen poli­ti­sche Land­kar­ten, die sich auf Ver­hält­nis­se wäh­rend der Pha­se der Funk­ti­ons­fä­hig­keit der Pro­duk­ti­ons­wei­se bezie­hen, unpas­sen­der zu wer­den.« Wie, wenn sich dies zuneh­mend auf ALLE »Land­kar­ten« und Pra­xis-lei­ten­den Kate­go­rien­sys­te­me bezieht?

    5. Sodass es nicht eine wenn auch kor­rum­pier­te, auf »fal­sche« (C-)Zwecke fehl-ori­en­tier­te, so doch nach wie vor FUNK­TIO­NA­LE Sys­tem-Stär­ke ist, die uns da begeg­net – eine, die imstan­de wäre, die »brö­ckeln­de sozia­le Repro­duk­ti­on« mit über­le­ge­ner (Staats)Gewalt zu hei­len – son­dern nur eine der vie­len Facet­ten die­ses Brö­ckelns selbst?

    6. Sodass das, was geschieht, näm­lich der über­mäs­si­ge Ein­fluss, den unvor­her­ge­se­hen Klün­gel wie die Pan­de­mie-Übungs-Sze­ne (Bio­waf­fen­mi­li­tär, Gates-Stif­tung, Phar­ma­in­dus­trie) oder eine russo­pho­be va exil-ukrai­ni­sche Sze­ne (Kana­da, USA, UK, Polen„ Bal­ti­kum) im Ver­bund mit gleich­ge­sinn­ten Neo­con- und libe­ra­len Inter­ven­tio­nis­ten-think-tanks plötz­lich auf über­rum­pel­te und nicht auf Augen­hö­he mit der erzeug­ten »Lage« ope­rie­ren­de REGIE­RUN­GEN und Behör­den bekom­men, Aus­druck einer von (eher) Sys­tem-Aus­sen­sei­tern genutz­ten SCHWÄ­CHE wäre?

    7. Und von da aus noch­mal zurück zur ange­sichts des­sen berech­tig­ten sun­ni­fa-Fra­ge­stel­lung (die auch von Anony­mus v.7.7. im Text gese­hen wur­de): Was machen ver­schie­de­ne Frak­tio­nen von Leu­ten, wenn sie die Sys­tem­schwä­che bemer­ken oder zumin­dest ahnen? Auf­grund wel­cher ihrer prak­ti­schen Stand­punk­te bzw Men­ta­li­tä­ten reagie­ren sie da wie? Zumal wenn sie ein Gefühl für die Stär­ke ent­wi­ckeln, mit der ihre Posi­ti­on von andern in der Bevöl­ke­rung geteilt wird.

    8. Mit Erstau­nen habe ich regis­triert, dass eine Betrach­tung wie die von sun­ni­fa über die gan­ze Län­ge des Texts aus­kommt ohne ein ein­zi­ges Mal die Kate­go­rie STAAT*) anzusprechen.
    Es ist aber (anony­mer Wis­sens­so­zio­lo­ge, das betrifft auch dich) unüber­seh­bar der Staat, der bür­ger­lich Klas­sen- und auch sonst Inter­es­sen-Kon­flik­te zu schlich­ten beru­fe­ne (neben eini­gen ande­ren oft uner­wähnt blei­ben­den Funk­tio­nen bzw Auf­ga­ben im Rah­men der Gesamt-Pro­duk­ti­ons­wei­se), der mit sei­nem neo­li­be­ra­len Frei­han­dels-Regime bzw Glo­ba­li­sie­rungs­pro­gramm nach aus­sen und sei­nem Nied­rig­lohn­sek­tor per Sozi­al­ab­bau, Pri­va­ti­sie­rung usw nach innen die in der KON­KUR­RENZ sich repro­du­zie­ren­den Klas­sen über­formt hat und so die mass­geb­li­chen Frak­tio­nen, von denen abC-Betrach­ter der Ver­hält­nis­se unter anderm reden, hat zustan­de­kom­men lassen:
    i.Globalisierungsprofiteure (Kapi­tal und Lohnabhängige);
    ii. Glo­ba­li­sie­rungs­ab­hän­gi­ge (dito) (hier mal kur­zer Hin­weis auf die Kate­go­rie der (in Marx‹ etwas unge­schick­ter Ter­mi­no­lo­gie so genann­ten) unpro­duk­ti­ven (ua Dienstleistungs)Sektoren kapi­ta­lis­ti­scher Wirt­schaf­ten, deren Kapi­tal wie Löh­ne (Hono­ra­re, Gehäl­ter…) aus REVE­NUE bezahlt (repro­du­ziert) wird, also aus Arbeits- oder Kapi­tal­ein­kom­men (indi­rekt auch Steu­ern usw);
    iii. Glo­ba­li­sie­rungs­rui­nier­te aller Art (hämisch ver­harm­lo­send auch »-ver­lie­rer« genannt; wobei es die ja auch im Glo­ba­len Süden zu nicht gerin­gen Tei­len gibt…)
    Wir erken­nen unschwer die­se durch Staats­han­deln erzeug­ten Klas­sen (wel­che die kon­kur­renz-beding­ten Klas­sen-tei­lun­gen über­grei­fen), deren Klas­sen­kampf not­ge­drun­gen POLI­TI­SIERT ist und sich rechts- wie links­po­pu­lis­tisch, mitt­ler­wei­le auch mit­te-popu­lis­ti­sch/­ex­tre­mis­tisch gegen bzw an den Urhe­ber ihrer Klas­sen­la­ge richtet.
    9. Davon, wie nun aber poli­ti­sche Men­ta­li­tä­ten zustan­de­kom­men, weiss die tra­di­ti­ons-sozia­lis­ti­sche Wis­sens­so­zio­lo­gie eher wenig (ger­ne greift sie in der Ver­le­gen­heit zum Resi­du­al-Eti­kett KLEIN­BÜR­GER­LICH), etwa links- und rechts­li­ber­tä­re (»Mono­pol- und Staats­kri­ti­ker«). Also Befür­wor­tung eta­blier­ter oder alter­na­ti­ver oder revo­lu­tio­nä­rer Staats­pro­gram­me oder Vergesellschaftungskonzepte.
    Da besteht even­tu­ell Klärungsbedarf.
    10. So wie beim STAAT: Ist er Spiel­ball der »Kapi­tal­frak­tio­nen«, die sich nur sel­ten noch zu EINER, den all­ge­mein gül­ti­gen Staats­wil­len vor­weg­neh­men­den Posi­ti­on durch­rin­gen? Wie­so sind eigent­lich Phar­ma und über­haupt Medizin‑, aber auch Rüstungs‑, Agrar‑, Finanz‑, Versorger‑, Bau‑, Medi­en-Indus­trie so beson­ders staats­na­he Bran­chen? Nicht etwa wegen der GEBRAUCHS­WER­TE, die sie als not­wen­di­ge Instru­men­te dem Staat als oft ein­zi­gem Abneh­mer oder spe­zi­ell Inter­es­sier­tem ver­füg­bar machen (für Chemie‑, Elek­tro­nik- oder Sani­tär­ar­ti­kel-Indus­trie gilt das offen­bar eher nicht…)? (Die Ablei­tung von Krieg als pro­fi­ta­blem Absatz­markt und Quel­le von »Extra­pro­fi­ten« auf­kos­ten des Rest­ka­pi­tals… gehört mit zu put­zigs­ten, was die tra­di­ti­ons­so­zia­lis­ti­sche »Wis­sen­schaft« an The­sen zustan­degber­acht hat… War­um nur hat nie die Kos­me­tik­in­dus­trie sich um eine Staats-Initia­ti­ve in Rich­tung »Make Ame­ri­ca (or ROW) beau­ti­ful again!« bemüht…) Aber dann.. für wel­chen Staats-Zweck? Zu den­ken könn­te geben, dass der (va früh­neu­zeit­li­che) Staat sogar älter als DAS KAPI­TAL ist. Wie denn das? Was hat eigent­lich die Kapi­ta­lis­ten zu einer HERR­SCHEN­DEN Klas­se gemacht? Was ist die Quel­le ihrer HERR­SCHAFT? Und wel­ches ist die Quel­le der Staats­macht – ist sie abge­tre­ten, gelie­hen, für bestimm­te Spe­zi­al­auf­ga­ben, wie es die Rede vom »Instru­ment der HERR­SCHEN­DEN Klas­se« nahe­legt? Ist es ver­kehrt, den (rei­fen) bür­ger­li­chen Staat nicht auch als Staat der selbst­be­wuss­ten Eigen­tü­mer ihrer Arbeits­kraft zu sehen, die sich von ihm Schutz und Wah­rung ihrer Inter­es­sen im Rah­men des (von der Poli­tik, also dem aktu­ell gül­ti­gen Staats­pro­gramm und ‑per­so­nal) bestimm­ten Gemein­wohls erwarten?
    Sovie­le Fragen.
    Soviel Klärungsbedarf.
    Zuge­ge­ben: es führt weg vom aktu­el­len Hand­lungs­be­darf. Derer zumin­dest, die schon wis­sen was zu tun ist. All­zu­viel Grü­beln stört da bekannt­lich nur.

    1. .« Ana­ly­se ist immer erst­mal für uns.« (Fran­zis­ca) und das bedeu­tet zunächst ein­mal: für uns a l s I d i o t e n. Ich bit­te hier doch zu beach­ten, dass unse­re »gelehr­ten« Äuße­run­gen in der Sphä­re Ver­öf­fent­lich­ter Mei­nung, die eine gewis­se Erwei­te­rung durch die aso­cial media erfah­ren hat, auch nichts ande­res sind als die Ansich­ten von Pri­vat­per­so­nen und kei­ne Auto­ri­tät in Kraft irgend eines öffent­li­chen Amtes für sich bean­spru­chen kön­nen. Inso­fern ist Ihre Auf­re­gung dar­über, dass es in die­sen Kom­men­tar­spal­ten kei­ne ernst­haf­te Aus­ein­an­der­set­zung gibt, son­dern nur Posi­tio­nie­run­gen und Selbst­dar­stel­lung wirk­lich absurd und – ich zöge­re nicht das zu sagen – wirk­lich idiotisch.

      Rei­ßen Sie sich ein­mal zusam­men und beden­ken sie end­lich die Bedin­gun­gen des stra­te­gi­schen Fel­des, in dem sie sich äußern!

      Bil­dungs­bür­ger­tum zählt halt nicht mehr. (das vom »Wis­sen­so­zio­lo­gen«)

      1. Wird erwar­tet, dass ich das verstehe?
        Ich war doch gar­nicht aufgeregt…?
        Ich äus­se­re mich als Ein­zel­per­son (ok, Idio­tin, wenn dar­an soviel liegt) zu einem Text, und ver­su­che ihm gerecht zu wer­den (was, zuge­ge­ben, kaum mög­lich ist). Sol­ches mich Äus­sern ist Bildungsbürgertum?
        »Stra­te­gi­sches Feld«? Mag sein, dass du dich im Krieg siehst. Ich nicht.
        (Und lass bit­te das Sie­zen. Das ist wirk­lich idiotisch.)

  5. @Anonymous.… geht es auch NOCH anstren­gungs­lo­ser? Was ist den Ihr stra­te­gi­sches Feld? Das wäre wirk­lich inter­es­sant zu erfahren!

  6. Ich ver­ste­he schon die Spra­che nicht – das sind wohl rein tech­ni­sche Tex­te für Insi­der, wie dieser:
    Rea­dov­ka erklärt, was jetzt an der Front passiert

    Die Offen­si­ve in Rich­tung Sla­wjansk wird durch schwie­ri­ges Gelän­de – Ber­ge, Flüs­se und Hal­den – behin­dert. Die rus­si­schen Trup­pen ste­hen in der Tief­ebe­ne – Jam­pol und Liman -, die Front­li­nie ver­läuft ent­lang des Flus­ses Sewer­s­kij Donez, des­sen Über­que­rung durch feind­li­che Feu­er­stel­lun­gen auf den domi­nie­ren­den Höhen des Süd­ufers behin­dert wird.
    Sewer­sk liegt eben­falls im Tief­land, wie sein frü­he­rer Name »Pit« ver­mu­ten lässt. Die Hoch­ebe­nen öst­lich der Stadt sind von der rus­si­schen Armee besetzt, aber die domi­nie­ren­de Höhe in Zakot­ny, der Berg Scht­schu­row (170 m), bleibt unter der Kon­trol­le der AFU, mit Artil­le­rie- und Mör­ser­stel­lun­gen, von denen aus das Ufer des Sewer­s­kij Donez und die Stadt Sewer­sk voll­stän­dig beschos­sen wer­den können.
    Der Feind feu­ert von den hin­te­ren Hän­gen des Gebir­ges aus geschlos­se­nen Stel­lun­gen und erschwert so die Bekämp­fung der Geschüt­ze, die Muni­ti­on wird aus Rez­ni­kov­ka her­bei­ge­schafft, berich­tet ein Offi­zier Armee der Volks­re­pu­blik Donezk an Readovka.
    Der nächs­te wich­ti­ge Punkt ist eine unbe­nann­te Höhe (55 m) in Rai­go­rod­ka. Es han­delt sich um einen Krei­de­hau­fen, der dazu dient, den Über­gang von Liman nach Sla­wjansk zu sichern. Bei­de Städ­te lie­gen in einem nied­rig gele­ge­nen Gebiet, und von der­sel­ben Posi­ti­on aus hal­ten die AFU den Sewer­s­kij Donez im Gebiet Sta­ro­du­bow­ka unter Feuer.
    Wäh­rend der rus­si­schen Offen­si­ve wird sich der Feind unwei­ger­lich tief in das Rai-Alex­an­d­row­ka-Gebir­ge auf vor­be­rei­te­te Stel­lun­gen zurück­zie­hen. Von stra­te­gi­scher Bedeu­tung für die Ein­nah­me von Sla­vi­ansk und Kra­ma­tor­sk ist der Berg Karachun (168 m), der die­sen Bal­lungs­raum teilt und es ermög­licht, die­se Sied­lun­gen unter Feu­er zu halten.
    An die­sem Punkt kann man argu­men­tie­ren, dass sich die rus­si­schen Streit­kräf­te bei einem Angriff auf Slo­vi­ansk in der ungüns­tigs­ten Posi­ti­on befin­den – im Tief­land. Ope­ra­ti­ver Hand­lungs­spiel­raum kann durch das Aus­schal­ten des »Bakhmuts­ker Bodens« und das Errei­chen der domi­nie­ren­den Höhen von Süden und Osten her geschaf­fen werden.

    *** Über­setzt mit http://​www​.DeepL​.com/​T​r​a​n​s​l​a​tor (kos­ten­lo­se Version) ***

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