Herr Misik! Wider die Militarisierung des »Normalen«! – Offener Brief der Freien Linken Österreich

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Robert Misik schreibt Men­schen mitt­ler­wei­le unter Anfüh­rungs­zei­chen und will kei­ne »Denk­ta­bus« mehr. Drin­gend Zeit für eine Inter­ven­ti­on, denn die Freie Lin­ke Öster­reich nimmt die Mili­ta­ri­sie­rung des »Nor­ma­len« nicht hin. Ein offe­ner Brief: 

Guten Tag Herr Misik!

Dür­fen wir das so sagen oder wird uns das in einer Welt des binä­ren Reduk­tio­nis­mus auf die Dicho­to­mie Gut/​Böse als Zynik aus­ge­legt? Denn wir sind aus Ihrer Sicht wohl jene »Men­schen«, »Ter­ro­ris­ten«, »Sub­jek­te« und »Faschis­ten«, die Sie in Ihrer Twit­te­ria ins Reich der Qua­si-Vogel­frei­en abschie­ben, gegen die man ent­schlos­sen vor­ge­hen müs­se. In einer Zeit, in der es Wirk­lich­kei­ten gibt, die von­ein­an­der abzu­wei­chen schei­nen, ja Wahr­neh­mungs­kon­ti­nen­te, die aus­ein­an­der­drif­ten, Seins‑, Denk- und Lebens­wei­sen, die unver­söhn­lich wer­den, wie ein ver­ti­kal aus­ein­an­der­ge­ris­se­nes A4-Blatt, ist die­ser Tixo-Ein­stieg tat­säch­lich so gemeint: Guten Tag, Herr Misik! Ja, Herr Misik, es ist schlimm, dass Psy­cho­pa­then einer Ärz­tin der­ma­ßen scho­ckie­ren­de und bru­ta­le Nach­rich­ten und Droh­schrei­ben haben zukom­men las­sen. Jeder Mensch, der ein wenig Erzie­hung genos­sen hat und Anstand besitzt, wür­de das genau­so sehen. Und wis­sen Sie was? DAS unab­hän­gig davon, wie er zu The­men wie Coro­na-Maß­nah­men und Imp­fung steht. Es gibt Din­ge im Leben, die uni­ver­sell und unver­rück­bar sind. Das ist die Wür­de des Men­schen – sei es in Wort sei es in Tat und zwar unter allen Umstän­den, zumin­dest nach unse­ren Vorstellungen.

Jene Wür­de des Men­schen, die seit März 2020 lei­der nicht mehr uni­ver­sell zu sein scheint. Jene Wür­de des Men­schen, die nur inso­fern beach­tet wird, als sie mit einer staat­lich vor­ge­ge­be­nen Dok­trin ver­ein­bar ist. Jene Wür­de des Men­schen, die G‑Regeln erliegt! Jene Wür­de des Men­schen, die gegen einen akti­ven QR-Code in einem Grü­nen Pass den Kür­ze­ren gezo­gen hat! Jene Wür­de des Men­schen, die durch unter­klas­si­ge Dif­fa­mie­run­gen gegen jene von ihrem Grund­recht auf Demons­tra­ti­on Gebrauch machen­de Men­schen, die Sie in Ihrem zorn- und hass‑, ja, hass­ge­la­de­nen Twit­ter­rausch in die Nähe des zu era­die­ren­den Wurm­fort­sat­zes einer »wehr­haf­ten Demo­kra­tie« degra­die­ren, mit Füßen getre­ten wur­de! Jene Wür­de des Men­schen, die an den Schran­ken der Kon­for­mi­tät und von will­kür­lich defi­nier­ten Nor­ma­li­täts­fo­li­en abge­wie­sen wird oder wie Sie es twit­tern an den Schleu­sen der »Gesell­schaft der Normalen«.

Nun für die­se »Gesell­schaft der Nor­ma­len«, Herr Misik, sind Sie ein Para­de­bei­spiel. Ihnen scheint viel dar­an zu lie­gen, an der seit 2020 in die­sem Land eta­blier­ten Linie, jeden Dis­kurs mit Anders­den­ken­den im Keim zu ersti­cken, fest­zu­hal­ten. Das ist all­zu ver­ständ­lich, denn das »Nor­ma­le«, wie Sie es mei­nen, ist pro­to­nor­ma­lis­tisch, es lässt kei­ne Fle­xi­bi­li­tät zu, es hat einen vor­ge­ge­be­nen Dis­kurs­rah­men, ja eine vor­de­fi­nier­te Marsch­rich­tung. Die­ses Nor­ma­le, Herr Misik, ist ersti­ckend. Die­ses Nor­ma­le ist dog­ma­tisch, ja fana­tisch. Eine »Gesell­schaft der Nor­ma­len«, die der­ma­ßen repres­siv-dog­ma­tisch und von oben her­ab dik­tie­rend vor­geht und bei Wider­spruch lyn­chen­den Cha­rak­ter annimmt, ist kei­ne demo­kra­ti­sche Gesellschaft.

Wer­den wir kon­kre­ter: es stellt sich mitt­ler­wei­le die Fra­ge ob Sie ein­fach so gro­ße Angst davor haben, im Unrecht zu sein, dass Sie kei­ne sach­li­che, kri­ti­sche Kom­mu­ni­ka­ti­on mehr ertra­gen kön­nen und statt­des­sen wild um sich schla­gen müs­sen (Stich­wort »kogni­ti­ve Dis­so­nanz«). Fürch­ten Sie sich eigent­lich vor den Aus­sa­gen derer, die das her­kömm­li­che Covid-Nar­ra­tiv kri­tisch hin­ter­fra­gen? Haben Sie Angst vor den vie­len wis­sen­schaft­li­chen Stu­di­en, die Ihre fest­ge­fah­re­nen Stand­punk­te immer mehr in Fra­ge stel­len? Wie­der­ho­len Sie das Gebet »Die Imp­fung wirkt und ist sicher« täg­lich, damit Sie es am Ende des Tages immer noch glau­ben kön­nen, obwohl mitt­ler­wei­le viel zu vie­le Fak­ten dage­gen spre­chen? Glau­ben Sie wirk­lich, dass alle Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­ler, die Ihnen wider­spre­chen, Idio­ten sind? Glau­ben Sie wirk­lich, dass alle Jour­na­lis­tin­nen und Jour­na­lis­ten, die aus den Main­stream-Medi­en aus­ge­stie­gen sind, abseits des per­ma­nent wie­der­hol­ten Man­tras, berich­ten, nicht recher­chie­ren und statt­des­sen Ver­schwö­rungs­theo­rien auf den Leim gehen? Glau­ben Sie wirk­lich, dass alle Men­schen, die sich auf Demons­tra­tio­nen den Zwangs­maß­nah­men und der Impf­pflicht zur Wehr gesetzt haben, rechts­ra­di­kal sind? Das sind ziem­lich har­te Anschul­di­gun­gen, um nicht zu sagen Ver­leum­dun­gen, Herr Misik, und wir hof­fen, dass Sie sich des­sen bewusst sind oder irgend­wann bewusst werden.

Dass Frau Dr. Kel­ler­mayr Sui­zid began­gen hat, ist wie ein­gangs deut­lich for­mu­liert tra­gisch. Wel­che Grün­de auch immer die arme Frau in den Selbst­mord getrie­ben haben, ist unbe­dingt auf­zu­klä­ren. Aber noch bevor der Fall auf­ge­klärt ist, »die Impf­geg­ner« und »die Coro­nal­eug­ner« pau­schal als Sün­den­bö­cke her­an­zu­zie­hen und medi­al aus­zu­schlach­ten, ist und bleibt die Art und Wei­se der Dar­stel­lun­gen, die seit Beginn die­ser Kri­se poli­tisch sowie medi­al Usus war, näm­lich sofort die alt­be­währ­ten Werk­zeu­ge aus­zu­pa­cken, die da wären: Het­ze, Ver­leum­dung, Dif­fa­mie­rung, Spal­tung und jedes Vor­komm­nis sofort zu benüt­zen um die­se eine Bevöl­ke­rungs­grup­pe zu ver­un­glimp­fen, zu stig­ma­ti­sie­ren und zu beschimpfen.

Mer­ken die Medi­en unse­res Lan­des und Leu­te wie Sie, Herr Misik, eigent­lich noch, wie sehr Ihre Art und Ihr Umgang mit ihren Mit-»Menschen« an Faschis­mus erin­nert? Ja, Faschis­mus! Denn nichts Ande­res ist die­ses »Nor­ma­le« in Ihrer pro­to­nor­ma­lis­ti­schen Auf­fas­sung. Die­ses »Nor­ma­le« in misik­scher Deu­tungs­wei­se ist ein Syn­onym für Repres­si­on, Dog­ma­tis­mus, mili­tan­te Lini­en­treue und bei Zuwi­der­han­deln die Mili­ta­ri­sie­rung und Ver­ro­hung der Sprache.

Wir möch­ten Ihnen die Pro­ble­ma­tik Ihrer Zugangs­wei­se mit ein paar klei­nen Bei­spie­len erläutern:

Wenn ein, sagen wir, Afgha­ne, einen Mord begeht. Wür­den Sie dann sagen, dass alle Afgha­nen zu ver­ur­tei­len sind? Soll­te man Ihrer Mei­nung nach dann eine media­le Volks­ver­het­zung los­tre­ten? Wahr­schein­lich den­ken Sie schon, dass sich das gehört, weil Sie das glei­che gera­de tun. Sie wen­den eine mili­ta­ri­sier­te Spra­che an! Lesen Sie sich ihre Twit­ter-Posts in einem ruhi­gen Moment durch. Sie het­zen gegen alle Men­schen, die sich der Imp­fung gegen Covid19 und eini­gen sinn­lo­sen Maß­nah­men nicht unter­zie­hen wol­len, weil es viel­leicht (der Fall ist noch nicht ein­mal geklärt) eine Per­son oder eine klei­ne Grup­pe unter eben die­sen Men­schen (ohne Anfüh­rungs­stri­che!) gibt, die eine Ärz­tin in den Sui­zid getrie­ben hat.

Ande­res Bei­spiel: Wenn ein Christ jeman­den ver­ge­wal­tigt, soll­ten wir dann alle Kir­chen zusper­ren und alle Chris­ten aus dem schö­nen Öster­reich ver­ban­nen, damit unser Land schön sau­ber bleibt?

Oder: Wenn ein »Exper­te« jeman­dem zu einer Covi­d19-Imp­fung rät, der nach dem vor­her­ge­hen­den Stich bereits einen Herz­in­farkt hat­te und der­je­ni­ge nach dem emp­foh­le­nen Stich stirbt? Soll­ten wir dann die Gesell­schaft vor allen Men­schen schüt­zen, die so den­ken wie Sie, Herr Misik, unse­re Medi­en und die ver­klär­ten »Exper­ten« unse­rer Regierung?

Oder: Wenn sich ein Kind sui­zi­d­iert, weil es auf­grund der Coro­na-Maß­nah­men eine schwe­re Depres­si­on ent­wi­ckelt hat? Soll­ten dann alle die für die Maß­nah­men ver­ant­wort­lich sind sofort mit Schimpf und Schan­de aus ihren Ämtern ent­las­sen wer­den? Das wären dann übri­gens vie­le Ent­las­sun­gen, Herr Misik!

Mer­ken sie jetzt den Faschis­mus in Ihrem Gedan­ken­gut und in den Wor­ten, die Sie schrei­ben? Wo fängt Faschis­mus an und wo hört er auf, Herr Misik? Bit­te ver­su­chen Sie in sich zu gehen und den­ken Sie dar­über nach! Und den­ken Sie dar­über nach ob es sinn­voll ist, stän­dig mit zwei­er­lei Maß zu mes­sen, indem man Infor­ma­tio­nen weg­lässt, die einem nicht in sein Kon­zept pas­sen und Infor­ma­tio­nen auf­plus­tert, die einem in sein Kon­zept pas­sen und dadurch ein kom­plett unvoll­stän­di­ges, ein­sei­ti­ges und am Ende schlicht und ein­fach fal­sches Bild von Rea­li­tät erzeugt. Wol­len Sie sich wirk­lich wei­ter­hin als Mit­ar­chi­tekt der aus­ein­an­der­drif­ten­den Wahr­neh­mungs­kon­ti­nen­te gerie­ren? Wie stel­len Sie sich so eine Gesell­schaft vor? Ist Ihnen bewusst, dass genau die­se Ent­wick­lung und genau die­ses Öl-ins-Feu­er-Gie­ßen von allen Sei­ten eben jene Psy­cho­pa­then erzeugt, die Sie einer­seits dis­kur­siv ver­nich­ten, aber gleich­zei­tig vervielfältigen?

In jeder Grup­pe, Reli­gi­on, Eth­nie, Gesell­schafts­schicht, über­all auf der Erde, gibt es Men­schen die Unrecht tun, das schwe­re Fol­gen nach sich zieht. Doch auf­grund die­ser Tat­sa­che alle die die­ser Grup­pe zuge­hö­rig sind, als gefähr­lich zu bezeich­nen, ist in jedem Fall zu ein­fach dar­ge­stellt und gefähr­lich, da dadurch Hass und Extre­mis­mus gesät werden.

Wir laden Sie dazu ein nach­zu­den­ken bevor sie eine gan­ze Bevöl­ke­rungs­grup­pe als Rechts­ex­tre­me, Idio­ten, Coro­nal­eug­ner, Impf­geg­ner, Aluhut­trä­ger und was ihrem krea­ti­ven Geist noch so alles ent­sprin­gen mag, bezeich­nen. Man­che von Ihren soge­nann­ten »Coro­nal­eug­nern« sind näm­lich Ärz­te, die seit Beginn die­ser Pan­de­mie Coro­na­pa­ti­en­ten behan­deln. Man­che von Ihren »Impf­geg­nern« haben sich sehr gut infor­miert und anhand von Stu­di­en aus renom­mier­ten Fach­zeit­schrif­ten ent­schie­den, wel­chen Behand­lungs­me­tho­den sie sich unter­zie­hen möch­ten und wel­chen eben nicht. Man­che Ihrer »Aluhut­trä­ger« sind aner­kann­te Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wissenschaftler.

Abge­se­hen davon wür­de ich an Ihrer Stel­le nie­man­den der Eso­te­rik bezich­ti­gen, da Sie ja selbst der größ­te Anhän­ger reli­giö­ser Dog­men zu sein schei­nen, die jeg­li­chen wis­sen­schaft­li­chen Fak­ten widersprechen.

Und zu guter Letzt noch ein State­ment zu ihrer unglaub­li­chen Aus­drucks­wei­se. Sie set­zen auf Twit­ter das Wort Men­schen unter Anfüh­rungs­zei­chen, wenn sie über die­je­ni­gen Men­schen schrei­ben, die nicht Ihrer Mei­nung sind. Sie spre­chen die­sen Men­schen ein­fach das Mensch­sein ab. Sie spre­chen von Sub­jek­ten, vor denen die Gesell­schaft beschützt wer­den muss. Viel­leicht haben sich ja auch »Men­schen« sui­zi­d­iert, weil sie auf­grund ihres Impf­sta­tus gekün­digt oder von ihren Ange­hö­ri­gen, dank der, von Leu­ten wie Ihnen betrie­be­nen, media­len Hetz­jagd, als Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker und Voll­idio­ten bezeich­net und aus­ge­grenzt wur­den. Könn­ten Sie sich vor­stel­len, dass es sol­che Fäl­le gibt? Wenn ja, soll­ten wir dann begin­nen, dem ein oder ande­ren, der dafür ver­ant­wort­lich sein könn­te, das Mensch­sein abzu­spre­chen, so wie Sie das zu tun pflegen?

Und Sie schrei­ben, dass es kei­ne Denk­ta­bus geben soll­te, die Sank­tio­nen für die­se, soge­nann­ten »Men­schen«, betref­fen. Was genau mei­nen Sie damit, Herr Misik? Sind die­se »Men­schen« aus ihrer Sicht wirk­lich kei­ne Men­schen? Hat­ten wir das nicht schon Mal, dass Men­schen das Mensch­sein abge­spro­chen wur­de? Wol­len Sie noch­mal in den Geschichts­bü­chern nach­le­sen gehen? Und was genau mei­nen Sie mit »kei­ne Denk­ta­bus«? Reden wir Tache­les! Wäre es für Sie in Ord­nung, dar­über nach­zu­den­ken, die­se »Men­schen« für vogel­frei zu erklä­ren, z.B. zu erschie­ßen? Mer­ken Sie die nächs­te Kon­se­quenz, den nächs­ten Schritt einer mili­ta­ri­sier­ten Spra­che? Ist Ihnen bewusst, was das in letz­ter Kon­se­quenz bedeu­ten kann? Falls ja, möch­ten Sie in so einer Gesell­schaft leben? Möch­ten Sie so eine Gesell­schaft, so eine Dys­to­pie, her­beit­wit­tern? Nein? Ja? Vielleicht?

Ohne Ihnen etwas unter­stel­len zu wol­len, wie Sie es ger­ne bei ande­ren pau­schal zu tun pfle­gen, ist es uns ein Anlie­gen ein paar Indi­zi­en auf­zu­lis­ten, die dar­auf hin­deu­ten, dass in Wahr­heit Sie und Ihre Kon­sor­ten genau das reprä­sen­tie­ren, was Sie einer gewis­sen Bevöl­ke­rungs­grup­pe unter­stel­len. Viel­leicht sind ja Sie selbst jener rechts­ra­di­ka­le, wis­sen­schafts­leug­nen­de Verschwörungstheoretiker?

Aber um die­se Hypo­the­se mit Hand und Fuß aus­zu­stat­ten, sind wir so fair, dass wir Ihnen eini­ge Punk­te auf­zäh­len, die als Indi­zi­en­ket­te ange­se­hen wer­den kön­nen und Ihnen die Chan­ce zur refle­xi­ven Aus­ein­an­der­set­zung geben. Bes­ser als blo­ße Unter­stel­lun­gen der Kate­go­rie »Rechts­ra­di­ka­le« oder »Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker« nackt daste­hen zu las­sen, wie wir meinen:

  1. Sie ver­leug­nen Stu­di­en, Meta­ana­ly­sen und Fach­ar­ti­kel aus The Lan­cet, Natu­reMedrxiv, der Stan­ford Uni­ver­si­ty etc.
  2. Ihre Spra­che, Ihre Aus­sa­gen und Ant­wor­ten strot­zen vor Arro­ganz, mensch­li­cher Käl­te, Macht­an­sprü­chen, tota­li­tä­ren Anschau­un­gen und Hass auf alles was nicht so denkt wie Sie. Sie beneh­men sich auto­ri­tär, het­ze­risch, men­schen­ver­ach­tend und machthaberisch.
  3. Sie las­sen aus­schließ­lich eine Mei­nung zu und zwar Ihre eige­ne. Alles was davon abweicht, wird befle­gelt und bedroht.
  4. Sie set­zen sich mili­tant dafür ein, Men­schen zu ver­leum­den, die anders denken.
  5. Sie spre­chen Men­schen auf­grund ihrer Lebens­ein­stel­lung das Mensch­sein ab.
  6. Sie bezeich­nen 1/3 der Bevöl­ke­rung als rechts­ra­di­ka­le Sek­te und wol­len die­se für ihr »Anders­sein« bestrafen.
  7. Sie for­dern har­te Maß­nah­men ohne Denktabus
  8. Sie sind sys­tem­treu statt sys­tem­kri­tisch, herr­schafts­loy­al statt volksnah.

Sind am Ende etwa Sie selbst der­je­ni­ge, der sei­ne rechts­ra­di­ka­le Gesin­nung unter dem Vor­wand tarnt, links zu sein? Dass Sie links sind, glau­ben wir Ihnen schon lan­ge nicht mehr. Zu vie­le Indi­zi­en spre­chen dagegen.

Ach­ten Sie auf ihre Wort­wahl, Herr Misik! Denn böse Wor­te hin­ter­las­sen Nar­ben und bren­nen sich nach­hal­tig ins Gedächt­nis ein. Wor­te ver­let­zen Men­schen, alle Men­schen und nicht bloß jene Men­schen ohne Anfüh­rungs­zei­chen. Sie mögen viel­leicht kei­ne Grä­ben zuschüt­ten wol­len, doch ver­ges­sen Sie eines nicht: am Ende wer­den auch Sie in einer Gesell­schaft mit tie­fen Grä­ben, die Sie mit­ver­tieft haben, leben müs­sen, außer Sie sit­zen als Estab­lish­ment-Lin­ker irgend­wann in Ihrer gated com­mu­ni­ty mit pan­op­ti­scher Sicher­heits- und Über­wa­chungs­ar­chi­tek­tur. Unrea­lis­tisch? Rea­lis­tisch! Denn geis­tig und dis­kur­siv schei­nen Sie es sich in Ihrer digi­ta­len gated com­mu­ni­ty-Bla­se Twit­ter bereits bes­tens ein­ge­rich­tet zu haben. Eine Form der Abschot­tung, die sich neben­bei erwähnt die durch die mas­si­ve Aus­beu­tung und Umver­tei­lung der letz­ten zwei Jah­re pre­ka­ri­sier­ten Mas­sen nicht leis­ten können.

Apro­pos Über­wa­chung, Herr­schafts- und Klas­sen­in­ter­es­sen, was die Dis­kus­si­on zu uns führt.

Wir sind die »Freie Lin­ke«! Wir sind weder eine Fal­se flag-Akti­on noch Rechts­ex­tre­me. Wir sind ein­fach nur das, was die Herr­schafts­lin­ke seit gerau­mer Zeit ver­ab­säumt: links und herr­schafts­kri­tisch, also aus Ihrer Sicht nicht »nor­mal«.

Freie Lin­ke Österreich

13 thoughts on “Herr Misik! Wider die Militarisierung des »Normalen«! – Offener Brief der Freien Linken Österreich

    1. Ich hät­te es nicht mehr für mög­lich gehal­ten, dass es klu­ge, ver­nünf­ti­ge, ehren­wer­te, LIN­KE gibt. Ich war über­zeugt, die­se Grup­pe besteht nur aus MISIKS Gleichgesinnten.Derer es lei­der zu vie­le gibt. Men­schen mit den man dis­ku­tie­ren kann, auch über The­men , ohne einer Mei­nung zu sein. Es freut mich sehr, eines bes­se­ren belehrt zu sein. L.g. sylvie

  1. Vie­len Dank für die­sen erst­klas­si­gen Text! Es gibt in Öster­reich offen­bar doch noch eini­ge (weni­ge?) Lin­ke, die klar den­ken kön­nen und die­se Bezeich­nung auch verdienen.

    Herr Misik wird sich von die­sem Schrei­ben ver­mut­lich nicht son­der­lich beein­dru­cken las­sen, so mei­ne Befürch­tung. Aber in leicht abge­än­der­ter Form kann man den Text auch diver­sen ande­ren Repor­tern und Poli­ti­kern zukom­men lassen.

  2. Eine groß­ar­ti­ge Ant­wort, gleich­zei­tig Ent­lar­vung eines »Herrn« als Faschist. Das ist einer, der mit den heu­te noch als Schau­spie­ler des inter­na­tio­na­len Finanz­ka­pi­tals auf­tre­ten­den Poli­ti­kern in jene Grä­ben gehört, die sie gera­de auf­rei­ßen überm Grab einer para­no­iden Impf-Ärztin.

  3. Dan­ke! Ein­fach nur dan­ke, für die­sen Arti­kel und dafür, dass es noch ECH­TE Lin­ke gibt. Lei­der wer­den im momen­ta­nen Oppo­si­ti­ons-Dis­kurs nur Liber­tä­re und pseu­do-ex-faschos wie FPÖ wahr­ge­nom­men. Wenn sogar Liber­tä­re staat­li­che Ein­grif­fe for­dern, sie­he Mar­kel, ist die Fra­ge sowie­so, wee wirk­lich links ist leicht zu beantworten

  4. Vie­len Dank, aus vol­lem Her­zen und volls­ter Über­zeu­gung, für die­sen tol­len Text, für die­sen Brief, an einen, der in sei­ner faschis­ti­schen Bor­niert­heit nichts davon ver­ste­hen wird, kann, will und auch nicht darf, ohne Zusam­men­bruch sei­nes gan­zen Denk­sys­tems zu riskieren!!

  5. Immer wie­der fas­sungs­los liest man Tweets von Herrn Misik (und ande­rer Coro­na-Para­noi­kern) und weiß nicht, wie man auf so men­schen­ver­ach­ten­de State­ments reagie­ren soll. Die­ser Brief tut das in höchst adäqua­ter Form. Ich unter­schrei­be ihn voll­in­halt­lich und bin froh, dass es noch ech­te Lin­ke gibt (sozi­al und sys­tem­kri­tisch), die zu ihren Idea­len ste­hen. Herz­li­chen Dank!

  6. Auf­rich­ti­gen, herz­li­chen Dank für die­sen gran­dio­sen, offe­nen Brief!
    Ehr­lich gesagt füh­le ich mich seit lan­ger Zeit »im rech­ten Lager« behei­ma­tet und hät­te die­sen Text »von lin­ker Sei­te« nicht für mög­lich gehalten!
    Viel­leicht wäre es höchst an der Zeit, »links­/­rechts-Schub­la­den« zu überdenken.
    Poli­ti­sche Par­tei­en wur­den geschaf­fen, um das Volk zu spal­ten, und ein klu­ger Mann sag­te mal,
    »Das Volk hat gegen die (super­rei­chen) Mäch­ti­gen nur gemein­sam eine Chance«.
    Alles Liebe.

  7. Hören sie doch auf mit Ihren spin­ne­rei­en! Die »Wür­de des Men­schen« ist ledig­lich irre­füh­ren­des Gela­ber von Spin­nern und hin­ter­häl­ti­ges­ten Dem­ago­gen – die gesam­te(!) Mensch­heits­ge­schich­te beweist dies auf grau­sams­te Art und Weise!

    homo homi­ni lupus

    – DA geht es entlang …
    (und mit Sicher­heit in den Abgrund und in die Selbst­ver­nich­tung des homo sapi­ens sapi­ens – denn die ethi­sche Däm­lich­keit der Leu­te wird heu­te nicht mehr mit Pfeil und bogen vor­ge­tra­gen, sin­denr mit Mas­sen­ver­nich­tungs­waf­fen, äh, schon über­holt – heu­te nun: Massenvernichtungsmethoden!

    Das Gedan­ken­mo­dell »Staat« ist das Problem:

    Ver­meint­li­cher Ersatz man­geln­der Ver­nunft durch (Staats-) Gewalt! Und das nun auch noch tech­no­lo­gisch poten­ziert – unser Pla­net hat nicht die Spur einer Überlebensschance!

    Es sei denn, ein Mete­or schlü­ge der­ar­ti ntel­li­gent ein, daß er nur den homo sapi­ens aus­ra­dier­te, wie wei­land die Sau­ri­er … kaum zu hof­fen … so wenig wie mensch­li­che Vernunft …

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